Unternehmen

BMW kämpft mit Gewinneinbruch - Aktie fällt

Der Autobauer BMW hat im zweiten Quartal die härtere Konkurrenz und die zurückhaltende Kauflaune im wichtigen Markt China zu spüren bekommen. Trotz eines größeren Anteils der teureren Autos ging das operative Ergebnis im Kerngeschäft überraschend deutlich zurück.
01.08.2024 15:00
Lesezeit: 2 min
 BMW kämpft mit Gewinneinbruch - Aktie fällt
Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, sitzt während der Besichtigung eines BMW-Forschungszentrums im Rahmen eines Besuchs in der Volksrepublik China in einem E-Auto des Typs BMW i5. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Christoph Gollnow

BMW hat im zweiten Quartal des Jahres einen Umsatz- und Gewinnrückgang erlebt. Die Ergebnisse wurden stark vom schwierigen chinesischen Markt beeinflusst. Höhere Herstellungs- und Vertriebskosten sowie Aufwendungen für die kommenden neuen Modelle belasteten. Die BMW-Führung um Chef Oliver Zipse blieb jedoch wie erwartet bei ihren Jahreszielen. Denn die Münchener rechnen ab dem dritten Quartal mit Besserung in der Volksrepublik, auch die neue Version vom "Brot- und Butter"-Modell 5er soll im zweiten Halbjahr Schwung geben. Die Aktie verlor am Donnerstagvormittag jedoch.

BMW rechnet dennoch mit Besserung

Das Papier fiel nach dem Handelsstart 3,6 Prozent auf 82,70 Euro. In diesem Jahr hat der Kurs seit dem Jahreshoch im April bei über 115 Euro deutlich Federn lassen müssen, weil die Lage der Automobilbranche sich zunehmend eingetrübt hat. Analyst Jose Asumendi von JPMorgan sprach angesichts hoher Ausgaben für Forschung und Entwicklung von soliden Resultaten. Der Finanzmittelfluss sei sehr stark ausgefallen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern ging um fast 11 Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Im Autobau ging die operative Marge um 0,8 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent zurück. Analysten hatten im Schnitt mit weniger Rückgang gerechnet. Unter dem Strich ging der Gewinn bei BMW um fast 9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zurück.

Höhere Investitionen belasten das Ergebnis

BMW hatte für dieses Jahr bereits rekordhohe Investitionsausgaben in Anlagen sowie für Forschung und Entwicklung angekündigt. Kommendes Jahr soll die neue Modellgeneration „Neue Klasse“ starten, was entsprechende Vorleistungen nötig macht. Die Herstellungs- und Vertriebs- sowie Verwaltungskosten stiegen ebenfalls. BMW macht zudem weiter Tempo beim Verkauf seiner Batterie-Elektroautos, die noch nicht so profitabel sind wie die herkömmlichen Verbrenner und Plug-in-Hybride.

„Unter den herausfordernden Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr führen wir mit unserem Elektro-Wachstum das direkte Wettbewerbsumfeld an – und gleichzeitig liefern wir seit zehn Quartalen hohe Profitabilität im Zielkorridor“, sagte Vorstandschef Zipse. „Mit diesem hohen Maß an Resilienz können wir auch dann konsequent in unsere Zukunft investieren, wenn die gesamte Industrie durch raues Fahrwasser navigieren muss.“

BMW hat zwischen April und Juni 618.743 Autos verkauft. Das waren 1,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor – das lag aber vor allem an der Kleinwagenmarke Mini, bei der BMW derzeit viele neue Modelle einführt. Bei den profitableren Autos der Kernmarke BMW gab es einen Anstieg der Auslieferungen um 2,2 Prozent.

Der Konzernumsatz fiel im Quartal dennoch leicht um 0,7 Prozent auf 36,9 Milliarden Euro. Vor allem in China hätten eine gestiegene Wettbewerbsintensität und die zurückhaltende Konsumlaune die Erlöse belastet, hieß es. In der Volksrepublik herrscht ein harter Preiskampf, vor allem bei Elektroautos, aber zunehmend auch im Segment teurerer Verbrenner. Denn die wohlhabenden Chinesen sind wegen der Immobilienkrise im Land derzeit weniger spendabel als zuvor.

China kein Wachstumsmotor mehr für BMW

Bereits im dritten Quartal rechnet BMW aber mit einer Besserung in China, dann soll sich die wirtschaftliche Lage stabilisieren. Auch das neue 5er-Modell soll im zweiten Halbjahr Schwung geben. Hinzu kommen die neuen Mini-Modelle.

Auch andere Konzerne haben derzeit Probleme in China, darunter der Erzrivale Mercedes-Benz und der Volkswagen-Konzern mit seiner Kernmarke und den Töchtern Audi und Porsche AG.

China war für die deutschen Autokonzerne lange der große Wachstumsmotor mit hohen Margen. Seit einigen Jahren jedoch bremsen Zollstreitigkeiten im Welthandel und wirtschaftliche Probleme in China. Insbesondere auf dem weiter rapide wachsenden Elektroautosegment im Land tun sich die deutschen Hersteller vielfach schwer, weil lokale Rivalen günstiger produzieren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

 

DWN
Finanzen
Finanzen Verkehrte Welt: Griechen lehren die Deutschen Reformen, griechische Börse renditestärker als deutsche
07.10.2026

Vor gut einem Jahrzehnt diskutierte Deutschland noch über einen möglichen Euro-Austritt Griechenlands. Heute wächst die griechische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Nasdaq und S&P 500 schließen auf Rekordhochs; Anleiherenditen geben nach
06.10.2026

Welche Kräfte die Märkte antreiben und warum bestimmte Sektoren jetzt besonders profitieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Pest-Verdacht in Russland treibt meine Aktie plötzlich zweistellig nach oben
06.10.2026

Die Aktie, die ich vergangene Woche noch als obskur bezeichnet hatte, ist um fast 13 Prozent gestiegen.

DWN
Technologie
Technologie Deutsche Bahn: Per 5-Jahres-Plan endlich pünktlich ans Ziel?
06.10.2026

Marode Gleise und unpünktliche Züge belasten den Bahnverkehr in Deutschland. Ein neuer Infraplan soll verbindliche Ziele setzen und die...

DWN
Politik
Politik Staatshaushalt: Finanzierungsdefizit im ersten Halbjahr 2026 von fast 99 Milliarden Euro
06.10.2026

Der deutsche Staat gibt deutlich mehr aus, als er einnimmt: Die öffentlichen Haushalte verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Eine Anlage, der ich keinen Erfolg wünsche
06.10.2026

Alpha Pro Tech ist klein, langweilig und an der Börse meist nahezu unsichtbar. Doch sobald eine Gesundheitskrise ausbricht, können Umsatz...

DWN
Finanzen
Finanzen Frankreichs Schulden treiben den Euro in die Krise
06.10.2026

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, während Frankreichs Schuldenkrise die Finanzmärkte verunsichert. Warum Experten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
06.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...