Wirtschaft

Erholung der chinesischen Wirtschaft bleibt wackelig

Die Industrieproduktion hat mit über fünf Prozent angezogen. Das Konsumwachstum verblieb indessen auf niedrigem Niveau. Für chinesische Maßstäbe läuft die Wirtschaft nicht rund.
15.08.2024 16:12
Aktualisiert: 15.08.2024 17:00
Lesezeit: 1 min

Die chinesische Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Wie aus einer Mitteilung des Pekinger Statistikamts hervorgeht, verläuft die Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft weiterhin unausgewogen. Die Industrieproduktion im Juli stieg demnach im Vorjahresvergleich um 5,1 Prozent, weniger als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Die Einzelhandelsumsätze, ein Indikator für die Konsumausgaben der Haushalte, stiegen dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent an und fielen damit etwas besser aus erwartet worden war. Doch blieb das Konsumwachstum insgesamt auf einem niedrigen Niveau.

Die städtische Arbeitslosigkeit verzeichnete einen Anstieg auf 5,2 Prozent und lag damit leicht höher als erwartet.

Krise am Häusermarkt drückt auf die Stimmung

Anfang dieses Monats veröffentlichte Zahlen hatten bereits Hinweise auf einen schwachen Start ins dritte Quartal geliefert. So verlangsamte sich im Juli unerwartet Chinas Exportwachstum, eine wichtige Stütze für das Wachstum.

Die Volksrepublik kämpft bereits seit längerer Zeit mit einer Reihe von wirtschaftlichen Problemen. Der Konsum stockt, weil viele Chinesen ihr Geld lieber für unsichere Zeiten sparen. Sorgen bereiten vielen Familien vor allem die anhaltende Krise auf dem Immobilienmarkt und die hohe Arbeitslosigkeit. Vor allem junge Leute haben Schwierigkeiten, Arbeit zu finden.

„Zahlreiche Schwierigkeiten“ belasten Wachstum

Die Regierung sagte zwar Hilfen für den Immobiliensektor zu und kündigte auch an, den Konsum ankurbeln zu wollen, um bis zum Ende des Jahres das vorgegebene Wachstumsziel von 5 Prozent zu erreichen. Beobachter sind jedoch skeptisch, ob die angekündigten Maßnahmen zu einer schnellen Besserung der Stimmung führen werden.

In einer Mitteilung zu den neuen Daten beurteilte das Pekinger Statistikamt die wirtschaftliche Entwicklung als „weitgehend stabil“. Jedoch müsse man sich bewusst sein, „dass die anhaltende wirtschaftliche Erholung nach wie vor mit zahlreichen Schwierigkeiten und Herausforderungen konfrontiert ist“. Die negativen Auswirkungen durch das externe Umfeld nähmen zu. Auch sei die Nachfrage im Inland weiterhin unzureichend.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Google Project Genie: KI verändert die Gaming-Branche
05.02.2026

Google Project Genie hat kurzfristige Marktreaktionen ausgelöst und die Debatte über KI in der Spielebranche verschärft. Handelt es sich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Die Ergebnisse von Alphabet übertrafen die Erwartungen, doch der Anstieg der Ausgaben verschreckte die Anleger
04.02.2026

Im Jahr 2026 plant das Unternehmen, im Wettlauf um künstliche Intelligenz durchschnittlich 180 Milliarden Dollar auszugeben.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Börsentag: Technologiegiganten zogen den Markt weiter nach unten
04.02.2026

Die US-Börsen beendeten den Handelstag am Mittwoch überwiegend im Minus.

DWN
Politik
Politik Millionenlieferungen an Russlands Rüstungsindustrie: Illegales Netzwerk in Deutschland aufgedeckt
04.02.2026

Deutsche Ermittler haben ein Liefernetzwerk aufgedeckt, das trotz Sanktionen die russische Rüstungsindustrie belieferte. Wie verwundbar...

DWN
Politik
Politik Handelsabkommen geschlossen: USA und Indien einigen sich auf Zollsenkung
04.02.2026

Das Handelsabkommen zwischen den USA und Indien signalisiert eine strategische Verschiebung in Handel und Energiepolitik. Welche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinen- und Anlagenbau: Stabile Aufträge hellen Stimmung auf
04.02.2026

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat drei magere Jahre hinter sich. Doch die exportorientierte Branche schöpft wieder Hoffnung,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eurozone: Stimmung der Dienstleister trübt sich weiter ein
04.02.2026

Die Stimmung der Dienstleister in der Eurozone sinkt zu Beginn des Jahres weiter: In Deutschland hat sich die Stimmung überraschend...

DWN
Immobilien
Immobilien Höherer Zins bremst Verbraucher: Baukreditgeschäft stagniert
04.02.2026

Wer eine Wohnung kauft oder ein Haus baut, schaut auf die Zinsen - und hier herrscht Ernüchterung. Zwar ist die Nachfrage nach den eigenen...