Unternehmen

Deutsche-Bank-Chef Sewing warnt nach Landtagswahlen vor Folgen für Standort

Auf dem traditionellen "Bankentag " in Frankfurt am Main hat jetzt auch Christian Sewing, der Chef der Deutschen Bank sowie Präsident des Bankenverbandes, eine Wahlnachlese vorgenommen. Er reiht sich ein, in die Phalanx gegen Rechts, und warnt vor den Folgen für Deutschland, sollte sich die Intoleranz und der politische Hang zur Radikalität im Lande fortsetzen.
04.09.2024 15:15
Lesezeit: 1 min

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing warnt nach den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen vor Folgen für den Standort Deutschland. "Wir sollten uns dringend darüber unterhalten, was das Wahlergebnis und seine Ursachen für unseren Standort und sein Ansehen bei Investoren bedeuten", sagte Sewing auf dem Banken-Gipfel in Frankfurt. Der Zulauf für Parteien mit extremen Positionen sei ein "Weckruf, um nun endlich gegenzusteuern", sagte Sewing, ohne Parteien beim Namen zu nennen.

Sorgen bei Investoren um politische Stabilität

"Wir müssen den Menschen zeigen, dass die Lösung für ihre Probleme in der gesellschaftlichen Mitte liegt und nicht an ihren Rändern." Dazu gehöre, dass Deutschland dauerhaft wettbewerbsfähig bleibe und nicht den Anschluss verliere.

Der Rest der Welt blicke schon länger immer skeptischer auf Deutschland, sagte Sewing weiter. "Investoren zweifeln an unserer Reformfähigkeit, aber auch an unserer Leistungsfähigkeit und unserem Leistungswillen". Hinzu komme nun die Sorge um politische Stabilität. Eine starke, verlässliche Demokratie sei immer ein Argument für Deutschland gewesen, jetzt stehe dieses infrage.

"Müssen bereit sein, härter und länger zu arbeiten"

Die Antwort auf die Verunsicherung bei Wählern und Investoren sei Wachstum, sagte Sewing. Er forderte grundlegende Reformen, aber auch mehr Leistungsbereitschaft. "Entscheidend ist für mich, dass wir uns wieder darauf verständigen, dass Wachstum etwas Positives, ja, eine Notwendigkeit ist". Deutschland brauche ein Vielfaches des Potenzialwachstums von 0,4 Prozent, wie es der Sachverständigenrat für die deutsche Wirtschaft sehe.

"Das wird aber nur gelingen, wenn wir auch unsere Haltung zur Arbeit ändern; wenn wir bereit sind, mehr und härter zu arbeiten", forderte Sewing. Hierfür seien mehr Anreize nötig, die Arbeit und Leistung honorierten. Auch müsse die Wochen- und Lebensarbeitszeit steigen. "Mit durchschnittlich 28 Stunden pro Woche und Rente mit 63 werden wir es nicht schaffen."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Deutschland in der Nato: General Breuer wird Vorsitzender des Nato-Militärausschusses
23.09.2026

Deutschland trägt erheblich zur Steigerung der Verteidigungsfähigkeit Europas bei. Nun wird der ranghöchste Soldat der Bundeswehr...

DWN
Technologie
Technologie Deutscher KI-Markt verdoppelt Ausgaben für generative KI
23.09.2026

KI-Software bleibt Wachstumstreiber: Deutsche Unternehmen investieren 2026 deutlich mehr, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
23.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Planet Labs: Berlin bekommt eine neue Satellitenfabrik
22.09.2026

In der Hauptstadt soll ein neuer Produktionsstandort für Satelliten entstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA, will aber...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger Topberater des Weißen Hauses: Trump gibt Tech-Milliardären beängstigend viel Macht
22.09.2026

Künstliche Intelligenz könnte die Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Manhattan-Projekt. Doch diesmal liegt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Heizkosten steigen 2026: So teuer wird das Heizen
22.09.2026

Für viele Haushalte wird das Heizen 2026 teurer – besonders bei Öl und Holzpellets. Eine neue Prognose zeigt, welche Heizarten stärker...