Politik

US-Wahlen: Wie die beiden Obamas Kamala Harris an entscheidender Stelle unterstützen

Noch knapp zwei Wochen bis zur US-Präsidentenwahl. Die demokratische Kandidatin Kamala Harris tritt mit der prominenten Republikanerin und ehemaligen Kongress-Abgeordneten, Liz Cheney, in den möglicherweise entscheidenden „Swing States“ auf, unter anderem in Pennsylvania, Michigan und Wisconsin. Nicht nur Cheney, aber auch Barack und Michelle Obama geben Harris starken Rückenwind in der kritischen Endphase der US-Wahlkampftour. Wieso ist die Unterstützung der Obamas gerade jetzt so wichtig für Harris?
24.10.2024 12:58
Aktualisiert: 01.01.2030 00:00
Lesezeit: 4 min
US-Wahlen: Wie die beiden Obamas Kamala Harris an entscheidender Stelle unterstützen
Yes, she can: Ex-US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle kämpfen mit gemeinsamen Kräften, damit Kamala Harris zur nächsten Präsidentin der USA gewählt wird (Foto: dpa).

Knapp zwei Wochen vor den US-Wahlen liegen die Demokratin Kamala Harris und der Republikaner Donald Trump laut Umfragen der New York Times in den fünf besonders umkämpften und wichtigen Staaten Pennsylvania, Michigan, Nevada, Wisconsin und North Carolina nahezu gleichauf. Weder Trump noch Harris liegen hier mehr als 0,2 Prozent vorne.

Beide sind auf der Jagd nach den noch unentschiedenen Wählern - und glauben, dass viele von ihnen jung, schwarz oder lateinamerikanisch sind, so die US-Zeitung. Das Wahlkampfteam von Harris hat zudem auch Frauen mit Hochschulausbildung im Visier. Harris hat kürzlich mit der ehemaligen Abgeordneten Liz Cheney aus Wyoming auf Veranstaltungen für republikanische Frauen Wahlkampf gemacht.

Barack und Michelle Obama: Wichtige „Star Power“ Unterstützer für Harris

In dieser kritischen Phase stehen außerdem der ehemalige Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle fest hinter Harris. Die Obamas wollen ihr bis zum Wahltag am 5. November einen kräftigen Schub geben, um sicherzustellen, dass die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin zur nächsten Präsidentin der USA gewählt wird. Obama, der 2008 zum ersten schwarzen Präsidenten in der Geschichte der USA gewählt wurde, könnte mit seinen Auftritten vor allem schwarze und junge Wähler für die Demokratische Partei mobilisieren.

Hintergrund: Harris frühere Unterstützerin von Obamas Präsidentschaftskampagne

Die Obamas und Harris lernten sich kennen, als Harris in San Francisco eine Spendenveranstaltung für Barack Obamas Senatskandidatur im Jahr 2004 in Illinois mit organisierte, so die New York Times.

Harris war eine frühere Unterstützerin von Obamas Präsidentschaftskampagne in den hart umkämpften Vorwahlen der Demokraten 2008 und einer der wenigen gewählten Vertreter in Kalifornien, die ihn bei der Nominierung der Partei gegenüber Hillary Clinton unterstützten. Obama wurde der erste schwarzer US-Präsident.

Falls Kamala Harris die US-Wahl im November gewinnt, wird sie Amerikas erste weibliche Präsidentin werden.

Laut der britischen Guardian Zeitung ist Barack Obama ein wichtiger Berater der Harris-Kampagne seitdem US-Präsident Joe Biden im August 2024 aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgestiegen ist.

Yes, she can!

Barack Obama und seine Frau Michelle haben schon beim Parteitag der US-Demokraten in August mit emotionalen Worten für Harris geworben und mit dem Slogan „Yes, she can!“ („Ja, sie schafft das!“) die Delegierten begeistert. Der Slogan ist eine Abwandlung des Slogans „Yes, we can!“, mit dem Obama im Wahlkampf 2008 große Unterstützung erhielt.

Eric Schultz, ein hochrangigen Obama-Berater sagte gegenüber dem Guardian, Obama würde in dem wichtigen Bundesstaat Pennsylvania mit eine Blitzkampagne für Harris in den Start gehen und versuchen, in einem Wahlkampf-Rennen, das sich größtenteils in einer Sackgasse befindet, einen Durchbruch zu erzielen.

„Präsident Obama ist der Meinung, dass diese Wahl nicht wichtiger sein könnte, und deshalb tut er alles, was er kann, um die Wahl von Vizepräsident Harris, Gouverneur Walz und den Demokraten im ganzen Land zu unterstützen“, sagte Schultz.

Obama - einer der einflussreichsten Vertreter der Demokraten

Obama ist nach seiner Frau Michelle Obama einer der einflussreichsten Wahlkampfhelfer der Demokraten. Laut dem Guardian folgt seine Rückkehr auf die Wahlkampftour eine Rede auf dem Parteitag der Demokraten im August. Dort beschrieb er Harris als eine „zukunftsorientierte Persönlichkeit.“

„Wir brauchen keine weiteren vier Jahre voller Getöse, Stümperei und Chaos“, sagte er auf dem Parteitag mit Bezug auf den früheren Präsidenten Trump. „Wir haben diesen Film schon einmal gesehen und wir alle wissen, dass die Fortsetzung in der Regel schlimmer ist. Amerika ist bereit für ein neues Kapitel.“

Events in den Swing States

Barack und Michelle Obamas Auftritte in der Endphase des Wahlkampfs sind alle in den entscheidenden sogenannten „Swing States“, die bei dieser US-Wahl über den Einzug ins Weiße Haus entscheiden könnten. Diese Swing States sind ein paar US-Bundesstaaten der politischen Mitte, die bei vergangenen Wahlen mal mehrheitlich für die eine, mal für die andere Partei gestimmt haben. Sie „schwingen“ sozusagen zwischen Demokraten und Republikanern hin und her. Genau deswegen konzentriert sich der Wahlkampf in diesem Jahr auf gerade einmal sieben Bundesstaaten.

Besonders wichtig sind die „Midwest“- und „Sun Belt“-Staaten. Experten erwarten eine knappe Entscheidung in zwei Staaten im Norden der USA, in Wisconsin und Michigan im sogenannten "Mittleren Westen". Das gilt auch für das östliche Pennsylvania und für vier Staaten im "Sun Belt" der USA, die für ihr mildes und sonniges Klima bekannt sind. Nevada und Arizona liegen im Westen des "Sonnengürtels", Georgia und North Carolina im Osten.

Obama: Männer sollen „Ausreden fallen lassen“, Harris unterstützen

Barack Obama sprach Mitte Oktober auf einer Kundgebung in Pennsylvania und auf einer Veranstaltung für schwarze Wähler, wo er insbesondere Männer aufforderte, die Vizepräsidentin zu unterstützen. Laut dem Guardian stellte Obama die mangelnde Bereitschaft in Frage, für Harris zu stimmen. Eine NAACP-Umfrage vom September ergab, dass mehr als ein Viertel der schwarzen Männer unter 50 Jahren Donald Trump wählen würden.

„Wir haben noch nicht die gleiche Energie und Wahlbeteiligung in allen Vierteln unserer Stadtteile und Gemeinden erlebt, wie zu meiner Zeit als Kandidat“, sagte Obama. „Sie kommen mit allen möglichen Gründen und Ausreden daher. Damit habe ich ein Problem. Ein Teil davon lässt mich vermuten, dass Sie sich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden können, eine Frau als Präsidentin zu haben, und dass Sie sich andere Alternativen und Gründe dafür einfallen lassen,“ fügte er hinzu.

Obama betonte: „Wir brauchen einen Präsidenten, der sich tatsächlich darum kümmert, Probleme zu lösen und Ihr Leben besser zu machen, und genau das wird Kamala Harris tun.“

Jüngste Umfragen der Quinnipac University zeigen, dass Harris in Pennsylvania in Führung liegt, aber die Umfragen zwischen der Vizepräsidentin und Donald Trump liegen eng beieinander.

Schafft Harris den Endspurt?

Jetzt dauert es nicht mehr lange bis das Rennen um die US-Präsidentschaft entschieden ist. Sollte Kamala Harris die Wahl gewinnen, wäre sie die erste Frau an der Spitze der Vereinigten Staaten und auch das erste US-Staatsoberhaupt mit indisch-afroamerikanischen Wurzeln. Ein tolles Vorbild für junge Frauen und Männer weltweit. Es bleibt spannend!

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Vera von Lieres gehört seit September 2022 zum DWN-Team und schreibt als Redakteurin über die Themen Immobilien und Wirtschaft. Sie hat langjährige Erfahrung im Finanzjournalismus, unter anderem bei Reuters und führenden Finanzmedien in Südafrika. Außerdem war sie als Kommunikations- und Marketing-Spezialistin bei internationalen Firmen der Investment-Branche tätig.

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