Politik

Donald Trump und Ampel-Aus: So belasten sie die Konjunkturerwartungen

Der Bruch der Ampel-Koalition und der Wahlsieg von Trump trüben die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Im November fällt das Konjunkturbarometer, doch Ökonomen setzen auf die bevorstehenden Neuwahlen.
12.11.2024 13:14
Aktualisiert: 12.11.2024 16:31
Lesezeit: 1 min
Donald Trump und Ampel-Aus: So belasten sie die Konjunkturerwartungen
Die Konjunkturerwartungen in Deutschland sanken im November unerwartet auf 7,4 Punkte. (Foto: dpa) Foto: Christian Charisius

Der Wahlsieg von Donald Trump und der Bruch der Ampel-Koalition belasten die Konjunkturaussichten für Deutschland. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im November unerwartet eingetrübt. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel gegenüber dem Vormonat um 5,7 Punkte auf 7,4 Punkte. Analysten hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 13,2 Punkten gerechnet.

Die Konjunkturerwartungen stünden unter dem Eindruck von Donald Trump und Ampel-Aus, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. „Die Erwartungen sinken in der aktuellen Umfrage, wobei dies insbesondere auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl zurückzuführen sein dürfte.“ Wambach sieht jedoch auch Hoffnung: „In den letzten Tagen des Umfragezeitraums mehren sich jedoch auch optimistischere Stimmen zum wirtschaftlichen Ausblick für Deutschland durch die Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen.“

Die bereits sehr niedrige Bewertung der Konjunkturlage verschlechterte sich im November weiter. Der entsprechende Wert fiel um 4,5 Punkte auf minus 91,4 Zähler. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf minus 85,0 Punkte gerechnet.

Barometer weit weg von historischem Schnitt

Vom historischen Mittelwert von 21 Punkten sei das Barometer mit 7,4 Zählern weit entfernt, sagte Christoph Swonke, Konjunkturanalyst bei der DZ Bank. Die drohende politische Hängepartie in Deutschland sorge für Verunsicherung. „Zudem belasten die Perspektiven von US-Importzöllen durch die neue amerikanische Regierung unter Donald Trump“. Immerhin könnten Ende Februar Neuwahlen stattfinden „und damit eine Rückkehr zur politischen Handlungsfähigkeit“.

Die ZEW-Umfrage für November bestätige, dass die Verbesserung der Konjunkturerwartungen vom Oktober mit Vorsicht zu genießen war, sagte Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank. „Allerdings wurde die Umfrage in der vergangenen Woche erhoben, das heißt zu einem Zeitpunkt höchster politischer Unsicherheit in den USA und in Deutschland.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Indien bestellt russisches Öl für sechs Milliarden Dollar
30.03.2026

Indische Raffinerien haben für April etwa 60 Millionen Barrel russisches Öl gekauft. Damit sollen Lieferengpässe ausgeglichen werden,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industrielle Revolution am Bau: Leipzig erhält weltweit erstes Carbonbetonwerk
30.03.2026

Sachsen setzt ein deutliches Zeichen in der modernen Industriepolitik und positioniert sich als Pionier für ressourceneffiziente...

DWN
Politik
Politik Kostendruck im Gesundheitswesen: Expertenrat beziffert Milliarden-Einsparungen
30.03.2026

Das deutsche Gesundheitssystem steht vor einer finanziellen Zerreißprobe, da die rasant steigenden Leistungsausgaben die Lohnnebenkosten...

DWN
Politik
Politik Blockade im Mittelmeer: Italien setzt deutsches Rettungsschiff erneut fest
30.03.2026

Nach einem Einsatz im Mittelmeer wird erneut ein Schiff einer Hilfsorganisation in Italien festgesetzt. Sea-Watch kritisiert das Vorgehen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs: Inflationsrate springt auf Zweijahreshoch
30.03.2026

Die Eskalation im Nahen Osten trifft die deutsche Wirtschaft mit zeitlicher Verzögerung, aber massiver Wucht. Der drastische Anstieg der...

DWN
Panorama
Panorama Kampf gegen digitale Gewalt: Fernandes fordert Gesetzesreformen
30.03.2026

Moderatorin Collien Fernandes macht auf eine gefährliche Lücke im deutschen Recht aufmerksam: Der Missbrauch intimer Aufnahmen auf...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preissturz an Polens Tankstellen: Warschau beschließt drastische Steuerkürzungen
30.03.2026

Angesichts explodierender Energiekosten durch den Nahost-Konflikt zieht die polnische Regierung die Notbremse. Durch eine massive Senkung...

DWN
Politik
Politik Eskalation im Iran-Krieg: Trump erwägt Einsatz von Bodentruppen für Uran-Bergung
30.03.2026

Der Konflikt im Iran tritt in eine gefährliche neue Phase ein. Während massive Luftschläge die Hauptstadt Teheran erschüttern,...