Panorama

Schätzung: Zahl der Verkehrstoten 2024 nahezu unverändert

Statistiker schätzen, dass die Zahl der Verkehrstoten nahezu unverändert bleibt. Das bedeutet: Noch immer sterben im Schnitt acht Menschen am Tag auf Deutschlands Straßen. Was sagen Unfallforscher?
14.12.2024 09:56
Lesezeit: 2 min

Die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen bleibt in diesem Jahr voraussichtlich auf dem Niveau von 2023. So werden insgesamt 2.830 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen, wie aus Schätzungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hervorgeht. Das sind im Schnitt acht Menschen pro Tag. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es insgesamt 2.839 Todesopfer.

Die Behörde berechnet die Daten auf Basis der bislang vorliegenden Daten für den Zeitraum von Januar bis September. Der bisherige Tiefststand wurde im Corona-Jahr 2021 erreicht. Damals wurden 2.562 Verkehrstote gezählt.

Voraussichtlich etwas mehr Verletzte

Und wie steht es um die Zahl der Verletzten? Laut den Schätzungen zeichnen sich dort auch keine allzu großen Veränderungen ab. Für dieses Jahr geht das Bundesamt von rund 370.000 Verletzten bei Verkehrsunfällen aus. Ein Jahr zuvor waren es 366.557.

Den Daten zufolge wird die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle voraussichtlich bei rund 2,5 Millionen liegen, was ebenfalls in etwa dem Vorjahresniveau entspricht (2023: 2,52 Millionen Unfälle). „Dies gilt sowohl für die Zahl der Sachschadensunfälle mit rund 2,2 Millionen als auch für Unfälle mit Personenschaden mit rund 290.000 Unfällen“, erklärten die Statistiker.

Wie steht es um die „Vision Zero“?

Die Politik bekräftigt immer wieder, mehr für die Sicherheit im Straßenverkehr tun zu wollen. So hatte sich schon die vergangene Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent zu reduzieren, zugleich soll es weniger Schwerverletzte bei Unfällen geben. Langfristig sollen vor dem Hintergrund der „Vision Zero“ keine Menschen mehr im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt werden.

Die aktuellen Zahlen seien „keine gute Nachricht“, weil die Kilometerzahlen gegenüber 2023 konstant geblieben sind und wir eigentlich eine Senkung der Verkehrstoten oder der Verletzten erwarten müssten, sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn Steiger Stiftung. „Wenn das nicht passiert, heißt das, dass unsere Anstrengungen da ins Leere laufen.“

Getötete Fußgänger oftmals Senioren

Unter anderem müsse in der Stadtplanung mehr passieren, um etwa Fußgänger oder Fahrradfahrer besser zu schützen. Hier müsse man besonders die Seniorinnen und Senioren stärker in den Blick nehmen. Ihr Anteil ist unter den getöteten Fußgängern besonders hoch. Viele stürben beim Überqueren der Straße, deshalb brauche es mehr sogenannte Querungshilfen wie Ampeln, Zebrastreifen oder Mittelinseln.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Anleihen: Warum Schulden so teuer sind wie lange nicht
05.09.2026

Die Renditen langfristiger Staatsanleihen großer Volkswirtschaften sind auf Niveaus gestiegen, die teils seit der Finanzkrise nicht mehr...

DWN
Technologie
Technologie Biometrie-Panne: Die gefährlichste Rolle ist der Zwilling
05.09.2026

Manche Dinge sind offenbar selbst für die klügsten Systeme eine zu große Herausforderung. Und dies ist eine Glosse genau über diese...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: US-Aktien schließen im Minus; Trump schießt gegen die Fed
04.09.2026

Spannung an der Wall Street: Was die Märkte jetzt bewegt und warum Anleger aufmerksam bleiben sollten.

DWN
Technologie
Technologie Samsung-Streit: Stadt darf vorerst keine neuen iPads kaufen
04.09.2026

Viele Kommunen setzen bei der Digitalisierung ihrer Schulen auf Tablets von Apple. Doch ein Rechtsstreit mit Samsung zwingt die Stadt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Apple-Aktie: Die vier wichtigsten Herausforderungen für Apples neuen Chef John Ternus
04.09.2026

Und so beginnt es. John Ternus hat Tim Cook offiziell als Vorstandschef von Apple abgelöst. Und was für ein Imperium er erbt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Neura: Roboter-Attacke aus Schwaben
04.09.2026

Humanoide Roboter verlassen die Labore und sollen bald Fabriken, Krankenhäuser und Haushalte erobern – ein deutsches Unternehmen setzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft So geht China mit Photovoltaik gegen Kohle vor
04.09.2026

China baut die Solarenergie in einem Tempo aus, das den globalen Energiemarkt verändert. Die installierte Leistung der Solarkraftwerke...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 41: Die Woche im Rückblick – KW 36
04.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...