Wirtschaft

Wirtschaftswachstum in Deutschland 2025: Norden legt zu, Süden bleibt zurück

Regionale Konjunkturdaten zeigen ein Gefälle in der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Während im Süden und Osten vielerorts Flaute herrscht, verzeichnet der Norden solide Wachstumsraten. Ein genauer Blick auf die jüngsten Zahlen des Ifo-Instituts offenbart: Einzelne Branchen, insbesondere die Rüstungsindustrie, geben in bestimmten Regionen spürbaren wirtschaftlichen Rückenwind.
15.04.2025 14:46
Lesezeit: 1 min

Norddeutschland trotzt der Konjunkturflaute

Die Wirtschaft in Norddeutschland läuft derzeit deutlich besser als im Süden, Osten und Westen. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt in Niedersachsen um 1,4 Prozent zu, wie das Münchner Ifo-Institut berechnet hat. In Mecklenburg-Vorpommern waren es 1,1 Prozent, in Schleswig-Holstein 1,0 Prozent, während Deutschland insgesamt einen Rückgang um 0,2 Prozent hinnehmen musste.

Auch Hessen konnte sich mit einem Wachstum um 0,8 Prozent gegen den Abwärtstrend stemmen. Hamburg stagnierte im vierten Quartal mit einer schwarzen Null, hat aber im Gesamtjahr die Nase vorn. Für die restlichen Bundesländer kommt das Ifo bei seiner saisonbereinigten Berechnung auf sinkende Werte.

Rüstungsdynamik als Wachstumstreiber

„Die Industrie im Norden entkoppelt sich von der gesamtdeutschen Entwicklung, wobei der Aufschwung in der Rüstungsindustrie hier eine zentrale Rolle spielt“, sagt Ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann. „In Hessen läuft es vor allem recht gut für die Finanz- und Unternehmensdienstleister.“

Besonders schlecht lief es im vierten Quartal in Sachsen mit einem Rückgang um 1,8 Prozent und Sachsen-Anhalt mit minus 1,4 Prozent. Bremen war mit einem Rückgang um 0,7 Prozent das einzige Nord-Bundesland im Minus. Brandenburg verlor 0,6 Prozent, Thüringen 0,5.

Süddeutsche Schwäche hält an

In Bayern, Berlin und dem Saarland sank das Bruttoinlandsprodukt laut Ifo jeweils um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Damit setzte sich die Schwäche der bayerischen Wirtschaft der ersten beiden Quartale fort, erklärten die Wirtschaftsforscher. Im Gesamtjahr weist der Freistaat sogar ein Minus von 1,0 Prozent auf. In Baden-Württemberg sank das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, in Nordrhein-Westfalen um 0,6 Prozent. „Dies ist wie in Rheinland-Pfalz der Ausdruck eines verhältnismäßig höheren Anteils energieintensiver Industrien“, sagt Lehmann. Rheinland-Pfalz wies ein Minus von 0,4 Prozent auf.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Betriebsrat will Wolfsburg stärken – Ausblick auf neuen VW Golf 9
08.03.2026

Volkswagen zeigt erstmals den elektrischen VW Golf 9 – allerdings nur als Umriss. Wie Betriebsratschefin Cavallo die Zukunft des...

DWN
Finanzen
Finanzen A Man in Finance: Wenn KI den Banker ersetzt – und wo ist Geld eigentlich noch sicher?
08.03.2026

Der Traum vom „Man in Finance“ galt lange als romantisierte Sicherheitsstrategie in unsicheren Zeiten. Doch wenn Algorithmen künftig...

DWN
Technologie
Technologie Heizen mit Wärmepumpe: Mythen im Faktencheck – worauf Sie wirklich achten sollten!
08.03.2026

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende im Gebäudesektor. Trotzdem halten sich viele Mythen hartnäckig: zu laut,...

DWN
Finanzen
Finanzen Preis-Leistungs-Check: Lynk & Co 01 mit 280 PS und Vollausstattung
08.03.2026

Der Lynk & Co 01 kombiniert als Plug-in-Hybrid-SUV 280 PS, großzügige Ausstattung und einen Preis von 36.000 bis 40.000 Euro zu einem...

DWN
Politik
Politik Sachverständigenrat: Deutsche Regierung schlägt Felbermayr als "Wirtschaftsweisen" vor
08.03.2026

Ums Personal eines der wichtigsten Beratergremien der Bundesregierung gab es kürzlich Aufregung. Jetzt präsentiert Schwarz-Rot einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuerbetrug mit Luxusautos: Festnahmen bei EU-weiter Razzia
08.03.2026

Großaktion gegen Steuerbetrug: In neun EU-Ländern durchsuchen Beamte Objekte. Die Köpfe des weit verzweigten Netzwerks sollten in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Produktion unter Druck: Warum Deutschland die Verlagerung nach Osteuropa bereut
08.03.2026

Die Verlagerung der Produktion nach Osteuropa galt lange als bewährte Strategie deutscher Industrieunternehmen, um Kosten zu senken und...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation in der Eurozone: EZB vor dem nächsten Zinsschock
07.03.2026

Die Inflation in der Eurozone galt vielen bereits als gebändigt. Doch ausgerechnet Frankreich und Spanien liefern neue Preissignale, die...