Wirtschaft

Crash-Gefahr an den US-Börsen: Fondsmanager warnt vor historischem Einbruch von bis zu 50 Prozent

Die Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten nimmt spürbar zu. Ein renommierter Fondsmanager schlägt nun Alarm: Der US-Aktienmarkt könnte laut seiner Einschätzung vor einem dramatischen Absturz stehen. In einem Interview spricht er offen über politische Risiken, strukturelle Schwächen und den möglichen Verlust des US-Dollars als globale Leitwährung.
25.04.2025 07:24
Aktualisiert: 25.04.2025 07:44
Lesezeit: 2 min

Risiken haben sich massiv verschärft

Mehis Raud, Fondsmanager und Partner bei Trigon Asset Management, lässt in einem aktuellen Interview mit dem estnischen Wirtschaftssender Äripäev aufhorchen: Ein Rückgang des US-Marktes um bis zu 50 Prozent sei nicht auszuschließen. Auch nach den zuletzt deutlichen Kurskorrekturen notiere der US-Markt weiterhin auf einem historisch überteuerten Niveau.

„Die Risiken haben sich in den letzten Wochen massiv verschärft“, so Raud. Besonders kritisch sieht er die politische Entwicklung in den USA: „Donald Trump hat den US-Dollar als globale Reservewährung ins Wanken gebracht – ein System, das über ein halbes Jahrhundert lang Stabilität garantierte.“ Dies habe bereits zu einem spürbaren Rückgang der Kapitalflüsse in den Dollar sowie in US-Staatsanleihen geführt – ein Warnsignal mit Seltenheitswert.

„Goldpreis als Barometer der Angst“

Raud warnt: Sollte das Vertrauen in das System weiter erodieren, könnten die Märkte nicht nur auf das historische Bewertungsniveau zurückfallen – ein Minus von weiteren 25 Prozent – sondern sogar deutlich tiefer stürzen. Er hält ein Worst-Case-Szenario mit bis zu 50 Prozent Verlust für realistisch, insbesondere wenn Trump seinen derzeitigen wirtschaftspolitischen Kurs nicht korrigiert.

In einem solchen Umfeld sei Gold einer der wenigen sicheren Häfen: „Der Anstieg des Goldpreises ist ein klares Zeichen dafür, dass Investoren das Vertrauen verlieren – nicht nur in den Dollar, sondern in die Stabilität des gesamten Finanzsystems.“

Privatinvestor Raud setzt auf günstige Einstiegspunkte

Trotz aller Warnungen bleibt Raud jedoch langfristig optimistisch. Er hat bereits begonnen, selektiv in US-Aktien zu investieren – allerdings mit Vorsicht: „Wer heute Positionen aufbaut, sollte das mit Weitblick tun. Es braucht Geduld, aber wer antizyklisch agiert, wird mittelfristig profitieren.“

In Euro gerechnet sei der S&P 500 bereits um rund 25 Prozent gefallen – ein Niveau, das laut Raud historisch betrachtet attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten könnte.

Europäische Märkte unter Druck, Gold im Fokus

Im zweiten Teil des Gesprächs mit Moderator Kaspar Viira ging Raud detailliert auf die Lage an den europäischen Börsen ein. „Auch hier trüben sich die Konjunkturaussichten deutlich ein“, so der Fondsmanager. Gleichzeitig unterstrich er, dass passive Investmentstrategien – etwa über ETFs – zunehmend an ihre Grenzen stoßen: „Wer Rendite erzielen will, muss wieder selbst denken – und vor allem: unabhängig handeln.“

Trigon Asset Management, bekannt für seinen aktiven und unabhängigen Investmentstil, setzt dabei weiterhin auf ausgewählte Chancen – mit einem scharfen Blick auf geopolitische Entwicklungen und strukturelle Risiken.

Die Worte von Mehis Raud sind ein Weckruf – für Anleger, für Märkte und für politische Entscheidungsträger. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, ob sich das Vertrauen in den US-Markt stabilisiert – oder ob der globale Finanzmotor ins Stottern gerät.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Echt oder Kopie? Billige Labordiamanten erobern den Markt
22.08.2026

Labordiamanten kosten nur einen Bruchteil natürlicher Steine und erobern den wichtigsten Diamantenmarkt der Welt. Für Juweliere,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Bahn: Vandalismusschäden in Höhe von 34 Millionen Euro
22.08.2026

Graffitis an Bahnhofswänden, Kabeldiebstahl, zerkratzte Scheiben in Zügen - die Deutsche Bahn ist ständig mit Vandalismus konfrontiert....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eishersteller Florida Eis investiert 25 Millionen Euro – in Sachsen-Anhalt
22.08.2026

Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme mit Politikern aus Sachsen-Anhalt, legt der Berliner Eishersteller Florida Eis den Grundstein für...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldanlage mit KI: Ist mit diesen KI-Tools die schnelle Algorithmen-Rendite möglich?
22.08.2026

KI analysiert Finanzdaten schneller als jeder Analyst. Doch bringen lernende Algorithmen und die Geldanlage mit KI am Ende wirklich mehr...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mini Countryman im Test: Viel Platz, viel Leistung, hoher Preis
22.08.2026

Der Mini Countryman JCW ALL4 verbindet viel Platz mit sportlicher Leistung und auffälligem Auftritt. Der mittelgroße SUV überzeugt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Forscher warnen: Rekordwärme in Europas Meeren geht auf Klimawandel zurück
22.08.2026

Fast überall an Europas Küsten ist das Meerwasser extrem warm. Ohne den Klimawandel wären solche Temperaturen praktisch unmöglich,...

DWN
Panorama
Panorama Deutsche schlafen zu wenig: Vier von zehn Menschen betroffen
22.08.2026

Weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht? Experten zufolge ist das zu kurz. In Deutschland trifft das aber auf viele Menschen zu. Vor...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: SPD kämpft ums Überleben – und rüttelt an der Wahlhürde
22.08.2026

Drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dümpelt die SPD bei mageren 5 bis 7 Prozent und kämpft um ihr politisches Überleben....