Politik

Ukraine-Krieg: Trump glaubt an Selenskyjs Verzicht auf Krim

Bislang hat Selenskyj eine Abtretung von Territorium an Russland ausgeschlossen. Trump glaubt nach einem Treffen in Rom, dass sich diese Haltung im Ukraine-Krieg ändern könnte.
28.04.2025 10:23
Lesezeit: 3 min
Ukraine-Krieg: Trump glaubt an Selenskyjs Verzicht auf Krim
Ikonisches Foto: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (rechts) und US-Präsident Donald Trump unterhalten sich bei der Beerdigung von Papst Franziskus (Foto: dpa). Foto: Uncredited

Trump sieht Möglichkeit, dass Selenskyj Anspruch auf Krim aufgibt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj könnte laut Einschätzung von US-Präsident Donald Trump im Ukraine-Krieg auf seinen Anspruch auf Krim verzichten, um ein Friedensabkommen mit Russland zu ermöglichen. Auf die Frage, ob Selenskyj bereit wäre, die 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim aufzugeben, sagte Trump laut mitreisender Journalisten am Flughafen New Jersey: «Ich denke schon». Das Thema sei bei ihrem Treffen in Rom kurz angesprochen worden.

Selenskyj hat bisher einen Verzicht auf die Krim oder andere besetzte Gebiete kategorisch ausgeschlossen. Trump hingegen geht offenbar davon aus, dass Russland die Schwarzmeer-Halbinsel Krim dauerhaft behalten wird. Zuletzt nannte er die Forderung nach einer Rückgabe der Krim eine "lächerliche Forderung" im Ukraine-Krieg. Gespräche über Gebietsabtretungen finden Berichten zufolge zwischen Moskau und Washington statt. Seit mehr als drei Jahren wehrt sich die Ukraine gegen die russische Invasion im Ukraine-Krieg.

Trump: "Positives Treffen" mit Selenskyj in Rom

Am Rande der Trauerfeier für Papst Franziskus kam Trump am Samstag zu einem 15-minütigen Gespräch mit Selenskyj zusammen. Auf der Heimreise in die USA kritisierte er Kremlchef Wladimir Putin scharf und warnte Russland im Ukraine-Krieg vor neuen Sanktionen. Trump sprach von einem "guten Treffen" im Petersdom. Man müsse nun beobachten, was geschehe. Selenskyj habe zusätzliche Waffen erbeten. Trump forderte Putin im Ukraine-Krieg auf, sofort mit dem Beschuss aufzuhören und einen Friedensplan zu akzeptieren. Der Kreml müsse seine Friedensbereitschaft im Ukraine-Krieg unter Beweis stellen.

US-Außenminister Marco Rubio erhöhte im Ukraine-Krieg den Druck auf Moskau und Kiew, schnell in Friedensverhandlungen einzutreten. "Diese Woche wird entscheidend sein, um festzustellen, ob wir uns weiterhin engagieren oder andere wichtige Themen priorisieren sollten", sagte Rubio. Wie lange Kiew und Moskau für eine Einigung Zeit hätten, ließ Rubio offen. Es sei "albern", ein konkretes Datum zu setzen im Kontext des Ukraine-Kriegs.

Mit Blick auf ein Friedensabkommen im Ukraine-Krieg sagte Rubio, das Ziel sei noch nicht erreicht. "Es gibt Gründe für Optimismus, aber auch für Realismus. Wir sind nah dran, aber noch nicht am Ziel", erklärte er. "Wir haben Fortschritte erzielt, aber die letzten paar Schritte im Ukraine-Krieg werden die schwierigsten sein." Das russische Außenministerium teilte mit, dass Sergej Lawrow und Rubio über die Ukraine-Krise sprachen. Russland zeigte sich erneut bereit, ohne Vorbedingungen Verhandlungen im Ukraine-Krieg aufzunehmen.

Selenskyj: Russland täuscht Westen weiterhin

Selenskyj warf Moskau erneut Täuschung vor, während es im Ukraine-Krieg angeblich Friedensbereitschaft signalisiert. "Russland behauptet, amerikanische Vorschläge zu akzeptieren, doch auf dem Schlachtfeld gibt es keine Anzeichen von Waffenruhe", erklärte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Im Gegenteil: Seit Ostern habe Russland im Ukraine-Krieg seine Angriffe intensiviert. "Russland täuscht die Welt, die USA und verlängert den Krieg", betonte Selenskyj. Seit dem 11. März, dem Start erster Gespräche in Dschidda, habe Russland fast 8.500 Bomben, 200 Raketen und 3.000 Kamikaze-Drohnen eingesetzt. "Diese Angriffe müssen im Ukraine-Krieg bedingungslos enden."

Selenskyj forderte erneut stärkeren internationalen Druck auf Russland. Nur so könnten echte Fortschritte im Ukraine-Krieg erzielt werden, wobei er besonders die USA in der Verantwortung sah. Am Rande der Trauerfeierlichkeiten traf Selenskyj auch Emmanuel Macron, Giorgia Meloni sowie Ursula von der Leyen zu Einzelgesprächen. Danach bekräftigte er die Bereitschaft der Ukraine zu einem bedingungslosen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg. Nun liege es an Russland, dem zuzustimmen.

Pistorius kritisiert Trumps Ideen

Verteidigungsminister Boris Pistorius hält Trumps Vorschläge im Ukraine-Krieg für überzogen. "Das hätte die Ukraine auch alleine erreichen können – mit einer Kapitulation vor einem Jahr", sagte der SPD-Politiker im "Bericht aus Berlin". Er verwies darauf, dass ein Friedensplan bei einem stabilen Abkommen möglicherweise Gebietsabtretungen beinhalte, etwa im Bezug auf den Anspruch auf Krim. Er selbst wolle sich jedoch nicht auf Grenzfragen festlegen. Entscheidend seien künftig Sicherheitsgarantien im Ukraine-Krieg.

Nordkorea bestätigte erstmals, Soldaten zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg entsandt zu haben. Auf Befehl von Kim Jong Un hätten sie Operationen bei Kursk siegreich abgeschlossen, meldete die Agentur KCNA. Auch Russland bestätigte den Einsatz nordkoreanischer Soldaten im Ukraine-Krieg. Bisher hatten beide Seiten die Entsendung nicht offiziell eingeräumt. Zusätzlich liefere Nordkorea weiterhin umfangreiche Waffenhilfe an Russland, darunter Kurzstreckenraketen, Panzerhaubitzen und Raketenwerfer. Dies wird als neue Eskalation im Ukraine-Krieg gewertet, auch angesichts des Streits um die Krim und die anstehenden Diskussionen über den Anspruch auf Krim im Rahmen eines Friedensplans.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Meta KI-Agenten: Zuckerbergs Milliardenwette auf die Zukunft
04.05.2026

Mark Zuckerberg schaltet im globalen KI-Wettlauf auf maximale Expansion: Der Meta-Konzern soll künftig nicht mehr nur soziale Netzwerke...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Märkte vor neuer Fed-Politik: Was Anleger über Fed-Chef Warsh wissen müssen
04.05.2026

Angehender Fed-Chef Warsh steht für einen Kurs, der die US-Notenbank wieder enger an Zinsen, Daten und ihr klassisches Mandat binden soll....

DWN
Finanzen
Finanzen Steigende Ausschüttungen: Diese Dividendenaktien gelten als besonders robust
03.05.2026

Dividendenaktien mit jahrzehntelang steigenden Ausschüttungen gelten als stabiler Baustein für langfristige Anleger. Doch wie sinnvoll...

DWN
Politik
Politik AfD bei 28 Prozent - vor der Union: 76 Prozent mit Bundesregierung unzufrieden
03.05.2026

Bald ein Jahr ist Schwarz-Rot im Amt, doch innerhalb der Bevölkerung herrscht wenig Optimismus für die Zukunft der Koalition. Und was...

DWN
Finanzen
Finanzen Hin und Her macht Taschen leer: Wenn Emotionen den Markt treiben
03.05.2026

Die Börse zittert – nicht wegen Fakten, sondern wegen Stimmungen. Tweets, Schlagzeilen und kurzfristige Impulse treiben Kurse in...

DWN
Finanzen
Finanzen Kunst als alternative Geldanlage: Warum Einsteiger oft klein beginnen müssen
03.05.2026

Der Aufbau einer Sammlung wirkt für viele komplex und exklusiv, doch zunehmend rücken auch erschwingliche Objekte als alternative...

DWN
Finanzen
Finanzen V2G für E-Autos: Wie Fahrzeughalter am Strommarkt verdienen könnten
03.05.2026

E-Autos könnten mit V2G künftig stärker in das Stromnetz eingebunden werden und Besitzern neue Einnahmen ermöglichen. Welche Hürden...

DWN
Politik
Politik Energiepreise: EU erlaubt mehr Staatshilfen für Industrie und Landwirte
03.05.2026

Die Industrie ächzt unter hohen Energiepreisen, Landwirte sorgen sich mit Blick auf Düngemittel. Die EU-Staaten dürfen ihnen deshalb...