Wirtschaft

Donald Trumps Zollhammer trifft Amazon – Prime-Day-Händler ziehen sich zurück

Händler, die auf chinesische Produkte angewiesen sind, reagieren auf Trumps Zollpolitik mit einem Rückzug vom Prime Day 2025.
29.04.2025 11:48
Aktualisiert: 29.04.2025 11:48
Lesezeit: 2 min
Donald Trumps Zollhammer trifft Amazon – Prime-Day-Händler ziehen sich zurück
Geopolitische Spannungen und Zollerhöhungen führen dazu, dass immer mehr Händler ihre Teilnahme am Amazon Prime Day 2025 überdenken. (Foto: dpa) Foto: Bernd Wüstneck

Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China verschärfen sich weiter – und zeigen nun auch handfeste Auswirkungen auf den internationalen E-Commerce. Inmitten des sich zuspitzenden Zollkonflikts unter der Regierung von Donald Trump ziehen sich immer mehr Händler vom Amazon Prime Day zurück – einem der wichtigsten Umsatztreiber des US-Onlineriesen. Der Grund: Die drastischen Zollerhöhungen auf chinesische Waren machen einen wirtschaftlich sinnvollen Verkauf für viele Anbieter unmöglich.

Händler kapitulieren vor Trumps Zollpolitik – Produktion wandert ab

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, verzichten zahlreiche Händler in diesem Jahr entweder vollständig auf eine Teilnahme oder schränken ihre Rabattaktionen drastisch ein. Besonders betroffen: Verkäufer, die stark auf in China gefertigte Produkte angewiesen sind. Trump hat die Importzölle auf chinesische Produkte jüngst auf bis zu 145 Prozent erhöht – eine Maßnahme, die nicht nur Peking provoziert, sondern auch kleine und mittlere US-Unternehmen in die Enge treibt.

Ein Beispiel: Steve Green, bislang erfolgreicher Verkäufer von in China gefertigten Fahrrädern und Skateboards auf Amazon, hat angekündigt, in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2020 nicht am Prime Day teilzunehmen. Die wirtschaftliche Rechnung geht für ihn nicht mehr auf. Stattdessen will er seine Lagerbestände zurückhalten und später zum regulären Preis absetzen – eine Strategie, die auf steigende Preise und Verknappung setzt.

Auch Kim Vaccarella, Chefin des Handtaschenlabels Bogg Bag, sieht sich gezwungen, ihre Teilnahme zu streichen. Ihre in China produzierten Taschen bleiben vorerst im US-Lager. Um sich langfristig von der chinesischen Abhängigkeit zu lösen, sucht das Unternehmen nun nach alternativen Produktionsstandorten in Südostasien – insbesondere in Kambodscha und Vietnam.

Amazon im Spannungsfeld geopolitischer Machtspiele

Der Amazon Prime Day ist eigentlich ein Fest für Schnäppchenjäger. Im vergangenen Jahr gaben US-Verbraucher laut Adobe Analytics stolze 14,2 Milliarden Dollar aus – ein Anstieg von 11 Prozent gegenüber 2023. Doch der wachsende geopolitische Druck wirft einen Schatten auf das Ereignis. Das genaue Datum des diesjährigen Prime Days wurde bislang nicht bekannt gegeben, doch Amazon hat angekündigt, dass das Event über vier Tage im Juli laufen soll – sofern die politische Großwetterlage dies überhaupt noch erlaubt.

Der Handelskrieg, der unter der Präsidentschaft Trumps erneut an Schärfe gewinnt, könnte sich damit nicht nur auf Staatsbilanzen und Industriekonzerne auswirken, sondern auch den Konsumalltag der Bürger massiv verändern. Die Frage steht im Raum: Ist das goldene Zeitalter des billigen Online-Shoppings vorbei?

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

DWN
Politik
Politik Russische Raketen treffen Kiew: Weltkulturerbe in Flammen – Schäden am berühmten Höhlenkloster
15.06.2026

Mit einer massiven Angriffswelle setzt Russland seinen Luftkrieg gegen die Ukraine fort. Neben Wohngebieten und Infrastruktur geriet...

DWN
Technologie
Technologie Bitkom schlägt Alarm: Sperre von Anthropics KI-Modell – wie abhängig ist Europa von US-KI?
15.06.2026

Künstliche Intelligenz gilt als Schlüsseltechnologie für Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft. Umso größer ist die Aufmerksamkeit,...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs steigt über 25.000 Punkte: Iran-Abkommen und SpaceX-Erfolg treiben die Börsen an
15.06.2026

An den Börsen kehrt plötzlich Optimismus zurück: Sinkende Ölpreise, Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten und ein spektakulärer...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Edelmetall legt zum Wochenstart deutlich zu
15.06.2026

Der Goldpreis startet dank der Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran fester in die neue Woche. Niedrigere US-Renditen und ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DIW-Chef Marcel Fratzscher: Hohe Teilzeitquote von Frauen kostet Wohlstand
15.06.2026

Deutschlands Arbeitsmarkt leidet unter Fachkräftemangel, gleichzeitig bleibt ein enormes Potenzial weitgehend ungenutzt. Nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs steigt nach Iran-Abkommen: Erholung oder nur technische Gegenbewegung?
15.06.2026

Der Bitcoin-Kurs hat nach der überraschenden Einigung zwischen den USA und dem Iran kräftig zugelegt und wichtige Marken zurückerobert....

DWN
Politik
Politik Rahmenabkommen im Iran-Krieg erzielt: Hoffnung auf Frieden – viele Fragen bleiben
15.06.2026

Ein Durchbruch im Iran-Krieg scheint greifbar: Washington und Teheran haben sich auf ein Rahmenabkommen verständigt. Die Straße von...

DWN
Politik
Politik EU-Sanktionen gegen Russland: Teurere Fischstäbchen im Supermarkt drohen
15.06.2026

Das geplante neue Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland könnte spürbare Auswirkungen auf den deutschen Lebensmittelmarkt...