Politik

US-Zölle: Trump reagiert auf Druck der Autobranche

US-Präsident Trump rudert bei seiner Zollpolitik zurück: Nach heftiger Kritik aus der Autoindustrie will das Weiße Haus nun Entlastungen für Hersteller einführen. Besonders bei importierten Bauteilen und Materialien wie Stahl und Aluminium könnten Unternehmen profitieren – zumindest für eine Übergangszeit. Die Rückerstattungen sind an Bedingungen geknüpft und sollen gezielt die Produktion in den USA ankurbeln.
29.04.2025 13:54
Lesezeit: 2 min
US-Zölle: Trump reagiert auf Druck der Autobranche
Autozölle USA: Trump plant Rückzahlungen an Hersteller. (Foto: dpa) Foto: Ryan Garza, Detroit Free Press

Medien: Trump plant Erleichterungen bei Autozöllen

Nach Donald Trumps Autozöllen warnte die Branche vor deutlichen Preisanstiegen in den USA. Die Botschaft scheint im Weißen Haus angekommen zu sein.

Zollnachlass nach Branchenprotesten

US-Präsident Donald Trump plant laut Medienberichten Erleichterungen bei den Zöllen für die Autoindustrie nach Appellen aus der Branche. So sollen Abgaben auf importierte Bauteile bei Montage in den USA gemindert werden, schrieben das "Wall Street Journal" und der Finanzdienst Bloomberg. Auch sollen auf Autos nicht zusätzlich die Zölle auf Aluminium und Stahl erhoben werden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen und Regierungsbeamte. Dies solle eine Doppelbelastung verhindern.

Trump hatte Zölle von 25 Prozent auf importierte Autos und Bauteile angekündigt. Die Abgabe auf fertige Autos trat bereits Anfang April in Kraft, die für Teile soll am 3. Mai folgen.

Industrie warnt vor Preisexplosion

Aus der Industrie kamen Warnungen vor drastischen negativen Konsequenzen und Teuerungen. Denn nach Schätzungen von Marktforschern wird etwa die Hälfte der in den USA verkauften Fahrzeuge außerhalb des Landes montiert. Selbst US-Hersteller fertigen viele Modelle im Ausland, etwa in Mexiko. Und auch bei den in den USA gebauten Fahrzeugen stammen schätzungsweise nur 40 bis 50 Prozent aus dem Inland.

Deutsche Firmen liefern zentrale Komponenten

Auch deutsche Unternehmen exportieren in größerem Umfang Autoteile in die USA – sowohl als Zulieferung für amerikanische Autobauer als auch für die Autofabriken deutscher Hersteller in den USA. Die US-Werke der deutschen Autohersteller sind zudem auf Importe aus Drittländern angewiesen.

Rückzahlungen bei Autoteile-Zöllen

Nun ist den Berichten zufolge eine Übergangsfrist bei den 25-Prozent-Zöllen auf Bauteile vorgesehen. Hersteller sollen im ersten Jahr bis zu 3,75 Prozent des Werts eines in den USA gefertigten Fahrzeugs zurückerstattet bekommen, schrieb das "Wall Street Journal". Im zweiten Jahr sinke der Anteil auf 2,5 Prozent – und ab dem dritten Jahr gebe es keine Rückzahlungen mehr.

Anreize für US-Produktion

US-Handelsminister Howard Lutnick betonte in einer Stellungnahme bei Bloomberg, die Regierung belohne damit Hersteller, die in den USA fertigen wollten. Branchenvertreter hatten nach Trumps Zöllen auch betont, dass sich Werke nicht kurzfristig in die Vereinigten Staaten verlagern lassen.

Trump wolle die Erleichterungen vor einem Auftritt nahe der US-Autometropole Detroit am Dienstagabend festzurren, hieß es in den Medienberichten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Öffentliche Investitionen: Bundestag beschließt Reform für schnellere Auftragsvergabe
23.04.2026

Der Staat ist ein zentraler Akteur bei der Vergabe von Aufträgen. Es geht um viele Milliarden bei den Sondervermögen für Infrastruktur....

DWN
Politik
Politik Die große Steuerreform soll kommen: Wie kleine und mittlere Einkommen entlastet werden sollen
23.04.2026

Die große Steuerreform war im Koalitionsvertrag vereinbart. Doch die Umsetzung hat ihre Tücken, denn die Haushaltslöcher wachsen weiter...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rheinmetall-Aktie: Großauftrag für Kamikaze-Drohnen
23.04.2026

Während der Ukraine-Krieg immer mehr zu einem Drohnenkrieg wird, rüstet die Bundeswehr ihren Bestand an solchen Waffensystemen auf. Nach...

DWN
Panorama
Panorama Verkehrs-Umfrage: Über ein Drittel meidet Züge wegen Pannen
23.04.2026

Alljährlich lässt die HUK Coburg abfragen, welche Verkehrsmittel die deutsche Bevölkerung bevorzugt. Die neue Ausgabe offenbart vor...

DWN
Politik
Politik EU-Energiegipfel: Umweltverbände dringen auf Ende fossiler Energieimporte
23.04.2026

Die Energiepreise steigen weiter, manche warnen vor einem Kerosinmangel. Kanzler Merz und seine EU-Kollegen besprechen heute Wege aus der...

DWN
Politik
Politik Trumps Kurs im Iran-Konflikt: Zweifel an der US-Regierung wachsen
23.04.2026

Donald Trump verschärft mit seinem Kurs im Iran-Konflikt die Zweifel an der strategischen Verlässlichkeit der USA. Welche Schwächen im...

DWN
Politik
Politik Kein Öl mehr aus Kasachstan: Russland stoppt Lieferung nach Deutschland
23.04.2026

Ab kommender Woche wird kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland und zur PCK-Raffinerie in Schwedt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Galeria: Warenhauskette sichert sich neuen Kredit
23.04.2026

Gestundete Mietzahlungen, drohende Filialschließungen: Galeria kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten. Ein neuer Kredit soll die Lage...