Wirtschaft

Selbstständigkeit im Aufschwung - Mehr junge Gründer in Deutschland

Inmitten der Wirtschaftskrise machen sich wieder mehr Menschen in Deutschland selbstständig. Die Zahl der Existenzgründungen stieg 2024 um 17.000 oder drei Prozent auf 585.000, zeigt eine Studie der staatlichen Förderbank KfW.
03.06.2025 12:58
Lesezeit: 1 min
Selbstständigkeit im Aufschwung - Mehr junge Gründer in Deutschland
Das durchschnittliche Alter für Gründungen ist auf 34,4 Jahre gesunken (Foto: dpa). Foto: Prostock-Studio

„Der abkühlende Arbeitsmarkt trug dazu bei, dass sich mehr Menschen für eine Gründung entschieden haben“, heißt es. So hätten deutlich mehr Menschen im Nebenerwerb den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt.

Gründer im Schnitt so jung wie nie

Zugleich sank das Alter der Gründerinnen und Gründer auf im Schnitt 34,4 Jahre – damit waren sie so jung wie nie. Anfang des Jahrtausends lag das Durchschnittsalter meist bei 37 bis 38 Jahren, so die KfW.

39 Prozent aller Gründerinnen und Gründer waren 2024 demnach 18 bis 29 Jahre alt, ein Höchstwert für diese Alterskohorte. Denn während junge Menschen relativ offen für eine Selbstständigkeit seien, sinke der Anteil älterer Gründer, schreibt die KfW in ihrem Gründungsmonitor, für den sie repräsentativ 50.000 Telefoninterviews und 10.000 Online-Interviews geführt hat.

Die Vorliebe junger Menschen für Gründungen sei ein Lichtblick, schreibt die Förderbank. 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben demnach angegeben, dass sie lieber selbstständig als angestellt sein wollen. Auch planten wieder mehr Menschen ein eigenes Unternehmen. „Wir erwarten für 2025 leicht steigende Gründungszahlen“, sagt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher.

Gründungen schaffen fast eine halbe Million Jobs

Gründungen seien wichtig für die Wirtschaft, betont die KfW. Sie erhielten den Mittelstand, sorgten für hohen Wettbewerbsdruck auf etablierte Unternehmen und brächten Innovationen sowie Jobs. 2024 wurden durch Neugründungen umgerechnet 485.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen, so die Bank. Zu Gründungen zählt sie Menschen, die sich im Voll- oder Nebenerwerb, freiberuflich oder gewerblich, per Neugründung, Beteiligung oder Übernahme selbstständig gemacht haben.

Die steigenden Zahlen dürften aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Neigung für eine Firmengründung in Deutschland gering sei, sagt Chefvolkswirt Schumacher. „Das lag in den vergangenen Jahren sicher auch an der gut laufenden Wirtschaft, die Menschen haben sich für die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses entschieden. Das ist eine Mentalitätsfrage“, sagt Schumacher. Es gehe aber auch um Bildung. „Mehr Zutrauen bei finanziellen Themen erhöht die Wahrscheinlichkeit zu gründen.“ Daher sei es positiv, dass die neue Regierung unternehmerische Fähigkeiten in der Schule fördern wolle.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...