Finanzen

Ryanair-Aktie auf Allzeithoch: Gewinnsprung bei Ryanair dank teurerer Tickets

Die Ryanair-Aktie erklimmt neue Höhen, der Grund: Die Airline überrascht mit einem starken Quartalsergebnis – dank Preisanstieg und cleverer Auslastung. Doch trotz der Rekordzahlen gibt es Herausforderungen. Kann Europas größter Billigflieger seinen Höhenflug fortsetzen, obwohl die Jet-Lieferungen ins Stocken geraten? Und was bedeutet das für die Ryanair-Aktie?
21.07.2025 12:25
Lesezeit: 2 min

Gewinnsprung treibt Ryanair-Aktie auf Allzeithoch

Höhere Flugpreise und der späte Ostertermin haben Europas größten Billigflieger Ryanair beflügelt. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni erzielte das Unternehmen mit 820 Millionen Euro einen Gewinn, der mehr als doppelt so hoch ausfiel wie im Vorjahreszeitraum. Auch für den Sommer deuten sich gute Entwicklungen an, auch wenn die Preise für Tickets nicht mehr so stark steigen dürften wie zuvor. Die Ryanair-Aktie erreichte nach der Veröffentlichung der Zahlen ein Rekordhoch.

In Dublin kletterte der Kurs der Ryanair-Aktie zwischenzeitlich um fast zehn Prozent auf 25,40 Euro und erreichte damit ein bisher unerreichtes Niveau. Zuletzt lag die Ryanair-Aktie noch mit etwa sechs Prozent im Plus bei 24,52 Euro. Auch die Lufthansa-Aktie legte zu und gewann rund ein Prozent an Wert.

Börsenwert von Ryanair überflügelt Lufthansa deutlich

Ryanair entfernt sich damit an der Börse weiter vom deutschen Luftfahrtkonzern: Die Marktkapitalisierung des irischen Unternehmens liegt bei etwa 26 Milliarden Euro. Die Lufthansa-Gruppe kommt inklusive ihrer Töchter Swiss, Austrian, Brussels und Eurowings lediglich auf 9 Milliarden Euro.

Ryanair konnte im ersten Quartal bis Ende Juni einen Gewinnzuwachs von 128 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. CEO Michael O'Leary geht davon aus, dass der Ryanair-Gewinn im Geschäftsjahr bis Ende März 2026 nochmals ansteigen wird und die 1,6 Milliarden Euro aus dem Vorjahr übertrifft. Eine konkrete Prognose wollte er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeben.

Mehr Passagiere und Umsatz – Ticketpreise deutlich gestiegen

Von April bis Juni beförderte Ryanair 57,9 Millionen Passagiere – ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund war unter anderem der Ostertermin, der diesmal in den April fiel. Die Ticketpreise legten im Schnitt um 21 Prozent zu. Insgesamt stieg der Umsatz um 20 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig konnte Ryanair die Kosten niedrig halten – sie erhöhten sich nur um fünf Prozent.

Mit Blick auf den Sommer zeigt sich Ryanair optimistisch. Das Management rechnet jedoch damit, dass die Ticketpreise lediglich das Niveau des Sommers 2023 erreichen werden. Im Sommer 2024 und auch im gesamten vorangegangenen Geschäftsjahr waren sie nämlich um sieben Prozent gesunken.

Ryanair-Aktie: Fehlende Flugzeuge bremsen Ryanair aus

Ryanair will das Angebot eigentlich schneller erweitern, doch es fehlt an neuen Jets. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2026 rechnet O'Leary lediglich mit einem Passagierwachstum von drei Prozent auf 206 Millionen Reisende. Grund ist der kriselnde US-Flugzeugbauer Boeing, der wegen Qualitätsproblemen, zwei Abstürzen und Beinahe-Katastrophen massive Verzögerungen bei Auslieferungen hat. Das wirkt sich auch negativ auf die Ryanair-Aktie aus, da neue Maschinen fehlen.

O'Leary rechnet nun damit, dass Boeing seinen Rückstand bis zum Sommer 2026 teilweise aufholen kann. Die verbleibenden 29 Maschinen vom Typ 737 aus einem Großauftrag sollen vor dem Sommer 2026 an Ryanair ausgeliefert werden. Zudem hofft der Ryanair-Chef, dass Boeing Ende 2025 die Zulassung für die Langversion der 737 Max erhält. Die ersten 15 Exemplare für Ryanair sollen demnach im Frühjahr 2027 übergeben werden – mit möglichem Einfluss auf die Ryanair-Aktie.

Wenig Alternativen: Airbus ausgebucht, Comac C919 keine Option

In der Vergangenheit hatte O'Leary mehrfach in Erwägung gezogen, auf einen anderen Hersteller umzusteigen. Doch Airbus <NL0000235190> ist mit der A320neo-Reihe bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein ausverkauft. Für Ryanair bleibt deshalb nur Warten. Die C919 des chinesischen Herstellers Comac ist derzeit lediglich für Flüge im Inland zugelassen – ein Wechsel kommt also nicht infrage.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kritische Rohstoffe: Europas unterschätzter Machtfaktor
26.05.2026

Lange Zeit galt die Globalisierung als Garant für Wohlstand und Stabilität. In einer vernetzten Welt, so die Theorie, würde der freie...

DWN
Politik
Politik Trump-Strategie zerlegt Amerikas Macht in Echtzeit
26.05.2026

Donald Trump sendet an China ein Signal, das kaum gefährlicher sein könnte. In der Taiwan-Frage rückt er von jener Abschreckung ab, auf...

DWN
Panorama
Panorama Pflegeversichung: Kinderlose sollen höheren Pflegebeitrag zahlen
26.05.2026

Die Finanzlage der Pflegeversicherung spitzt sich dramatisch zu. Jetzt prüft die Bundesregierung höhere Beiträge für Kinderlose – und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn der EURIBOR steigt, wird die Mathematik weniger freundlich
26.05.2026

Der EURIBOR steigt wieder und signalisiert, dass die Zeit des billigen Geldes nicht zurückkehrt. Für Immobilienkäufer, Unternehmen und...

DWN
Politik
Politik Baltische Luftraumüberwachung wird zum Testfall für Europas Ostflanke
26.05.2026

Eine Drohne dringt in estnischen Luftraum ein, kurz darauf kündigt Polen Kampfjets für Ämari an. Was wie ein regionales Signal wirkt,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie steigert Umsatz und streicht Stellen
26.05.2026

Die deutsche Industrie meldet erstmals seit fast drei Jahren wieder steigende Umsätze – doch gleichzeitig beschleunigt sich der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX-Börsengang könnte die gefährlichste Wette des Jahres werden
26.05.2026

SpaceX soll an die Börse, und die Zahlen wirken gigantisch. Doch hinter der möglichen Rekordbewertung stehen Milliardenverluste, enorme...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU Inc.: Europas Tech-Traum droht an Amerika zu zerbrechen
26.05.2026

Europa gründet, forscht und erfindet. Doch wenn aus Ideen Konzerne werden sollen, wandern viele der besten Firmen in Richtung USA. Mit EU...