Finanzen

Geldautomaten in Deutschland: Anzahl fällt unter 50.000 – Zugang zu Bargeld schwieriger

Geld abheben wird vielerorts komplizierter: In Deutschland nimmt die Zahl der Geldautomaten stetig ab. Gleichzeitig steigen Kartenzahlungen und digitale Transaktionen rasant an. Was bedeutet das für die Bargeldversorgung – und wie verändert sich unser Zugang zum eigenen Geld?
23.07.2025 17:25
Lesezeit: 1 min

Weniger als 50.000 Geldautomaten in Deutschland: Digitales Bezahlen auf dem Vormarsch

Der Rückgang bei der Zahl der Geldautomaten in Deutschland hält an. Mit dem fortschreitenden Umstieg auf digitale Zahlungsmittel verringerte sich deren Zahl im Jahr 2024 um drei Prozent auf etwa 49.750 Einheiten, wie die Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Im Jahr zuvor waren noch rund 51.300 Geldautomaten in Deutschland verfügbar. Für viele Verbraucher bedeutet dies längere Wege zum nächsten Bargeldautomaten. Auch bei jedem Überweisungsterminal zeigte sich ein Minus von drei Prozent – von rund 23.200 auf etwa 22.500 Geräte.

Wie die Bundesbank weiter berichtet, steigt die Nutzung von Kartenzahlungen in Deutschland stetig an. Im vergangenen Jahr wurden rund 13 Milliarden Transaktionen mit Karten durchgeführt – ein Anstieg um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch andere Verfahren wie Lastschriften und klassische Überweisungen konnten zulegen. Viele Menschen setzen verstärkt auf bargeldlose Alternativen: In einer Umfrage im Auftrag der Postbank vom März gaben fast zwei Drittel der Teilnehmer an, dass sie bevorzugt per Girokarte, Kreditkarte oder mobil über Smartphone oder Smartwatch bezahlen.

Bundesbank: Zugang zu Bargeld bleibt gewährleistet

Laut Einschätzung der Bundesbank ist die Bargeldversorgung trotz rückläufiger Filialzahlen weiterhin gewährleistet, wenngleich sie aufwendiger geworden sei. Durchschnittlich liegt die Entfernung zum nächsten Bargeldautomaten oder Schalter bundesweit bei 1,4 Kilometern, so ein Bericht der Bundesbank vom März. Etwa 80,7 Millionen Menschen – das entspricht 95,7 Prozent der Gesamtbevölkerung – leben in Gemeinden mit mindestens einem Geldautomaten oder Bankschalter.

Da zahlreiche Bankkunden ihre Finanzgeschäfte mittlerweile über das Smartphone oder den heimischen PC abwickeln, wird das Filialnetz seit Jahren ausgedünnt. Diese Entwicklung beeinflusst die Anzahl der Geldautomaten in Deutschland deutlich. Im Jahr 2024 beschleunigte sich die Schließung von Zweigstellen: Die Zahl der Filialen verringerte sich laut Bundesbank um über 8 Prozent auf 17.870 Standorte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen VW kündigt Tarifvertrag: Was jetzt auf 100.000 Beschäftigte zukommt – und auf die VW-Aktie
30.09.2026

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und kündigt einen Großteil seiner Haustarifverträge. Nach Angaben der IG Metall sind zehn...

DWN
Politik
Politik Innere Sicherheit: Innenministerkonferenz beschließt nicht mehr einstimmig
30.09.2026

Die Innenministerkonferenz verabschiedet sich vom Einstimmigkeitsprinzip, um zukünftig "Blockaden" zu verhindern. Künftig reichen 13...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Unternehmen, die in China tätig sind, stehen vor einer schwierigen Wahl
30.09.2026

Europäische Unternehmen mit Geschäften in China stehen vor einem Dilemma: gegen EU-Recht verstoßen oder gegen chinesisches Recht. Die...

DWN
Politik
Politik Vestager und Nobelpreisträger schlagen KI-Alarm: Kritisches Zeitfenster schließt sich Monat für Monat
30.09.2026

Europa läuft Gefahr, bei künstlicher Intelligenz dauerhaft von den USA und China abhängig zu werden. Margrethe Vestager, zwei...

DWN
Politik
Politik Teilzeitrepublik: Teilzeit boomt, Vollzeit schrumpft: Arbeiten die Deutschen zu wenig?
30.09.2026

Der Staat klagt über Personalmangel – hat aber selbst die höchste Teilzeitquote unter den Beschäftigten. Eine Studie schlägt nun die...

DWN
Politik
Politik Ende des Brexit? Britischer Premier schließt Wiedereintritt in EU nicht aus
30.09.2026

Der Brexit bleibt auch Jahre nach dem Austritt ein Dauerthema im Vereinigten Königreich. Mit seiner Haltung dazu sorgt der britische...

DWN
Politik
Politik Erster AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt? Siegmund stellt sich zur Wahl
30.09.2026

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich nach seinem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Dezember als Ministerpräsident...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aus für Bohai-Automotive: Werksschließung in Harzgerode
30.09.2026

Der Autozulieferer Bohai Automotive schließt sein Werk im Harz endgültig. Rund 550 Arbeitsplätze verschwinden an dem traditionsreichen...