Finanzen

Dax 40: Gewinne trotzen Zollstreit und Konjunkturflaute

Trotz politischer Spannungen und sinkender Umsätze in den USA und China melden viele Dax-Konzerne solide Quartalszahlen. Während Autohersteller mit Zöllen und Konkurrenz aus China kämpfen, glänzen andere Branchen mit Rekordgewinnen. Eine neue EY-Analyse zeigt, welche Unternehmen profitieren – und wer ins Straucheln gerät.
14.08.2025 11:26
Lesezeit: 1 min

Viele Dax-Konzerne trotzen Zollbelastung mit soliden Ergebnissen

Die Mehrheit der 40 Dax <DE0008469008>-Konzerne hat trotz Zollstreits und Konjunkturflaute im Frühjahr mehr Umsatz und mehr Gewinn erzielt als ein Jahr zuvor. Allerdings hinterließ die politisch wie wirtschaftlich schwierige Lage bei einigen Börsenschwergewichten deutliche Bremsspuren in der Zwischenbilanz für das zweite Quartal, wie eine Auswertung des Beratungsunternehmens EY ergab. Auf dem wichtigen US-Markt erwartet EY für die exportorientierte deutsche Industrie wegen der höheren Einfuhrzölle in den kommenden Monaten Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe.

US- und China-Geschäft schwächelt deutlich

Im zweiten Quartal 2025 summierte sich der Umsatz der Unternehmen in der ersten deutschen Börsenliga den Berechnungen zufolge auf rund 434,6 Milliarden Euro. Das waren fast zwei Prozent oder etwa 8,2 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor. Besonders in den USA und in China entwickelten sich die Geschäfte für viele Unternehmen schwächer.

Die stärksten Umsatzrückgänge meldeten der Energiekonzern RWE <DE0007037129> sowie die Automobilhersteller Porsche, Mercedes-Benz <DE0007100000> und BMW <DE0005190003>. Dagegen verzeichneten 20 der untersuchten Konzerne steigende Erlöse, am kräftigsten nach oben ging es beim Triebwerkhersteller MTU <DE000A0D9PT0> Aero Engines mit einem Plus von 20 Prozent.

Trotz Gewinnrückgang insgesamt robustes Quartal

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der 40 Konzerne im Deutschen Aktienindex sank der Analyse zufolge binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent auf rund 46,9 Milliarden Euro. Das war dennoch der dritthöchste jemals in einem zweiten Quartal verzeichnete Wert.

Während es auch beim operativen Gewinn für alle im Dax notierten Autohersteller jeweils im zweistelligen Prozentbereich nach unten ging, verbuchten laut EY-Übersicht 24 Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal steigende Gewinne – allen voran Siemens Energy <DE000ENER6Y0> mit beeindruckenden 1.553 Prozent Zuwachs. Den höchsten operativen Gewinn erzielte wie schon im ersten Quartal die Deutsche Telekom <DE0005557508> mit gut 6,6 Milliarden Euro – vor allem dank ihres starken US-Geschäfts.

Autohersteller zwischen Zolllast und E-Mobilitätsdruck

Sorge bereitet die Autoindustrie, die neben höheren US-Zöllen mit intensiver chinesischer Konkurrenz bei Elektroautos zu kämpfen hat. EY-Experte Jan Brorhilker rechnet mit einer Reduzierung der Produktionskapazitäten "bis hin zu Werkschließungen und Stellenabbau in größerem Umfang" in der Branche.

Zum 30. Juni 2025 waren bei den 34 Dax-Konzernen, deren Angaben in die EY-Auswertung einflossen, insgesamt 3,49 Millionen Menschen beschäftigt. Das waren gut 30.000 weniger als ein Jahr zuvor. 14 Unternehmen bauten Personal ab, 20 hatten zum Stichtag mehr Beschäftigte als zum Vorjahreszeitpunkt.

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