Technologie

Taiwan stärkt Chip-Lieferketten angesichts geopolitischer Spannungen

Taiwan stärkt seine Halbleiter-Lieferketten angesichts geopolitischer Spannungen und des wachsenden KI-Wettbewerbs. Präsident Lai Ching-te kündigte Investitionen von rund 2,8 Mrd. Euro in KI, Quantencomputing und Robotik an. Mit Bosch, Infineon und NXP baut Taiwan zudem sein erstes europäisches Chipwerk in Dresden.
09.09.2025 13:21
Aktualisiert: 09.09.2025 13:32
Lesezeit: 1 min
Taiwan stärkt Chip-Lieferketten angesichts geopolitischer Spannungen
Eine Halbleiter-Scheibe wird in einem Reinraum des Chipherstellers Black Semiconductor aus einer Box genommen wird (Foto: dpa).

Geopolitische Spannungen und KI

Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen setzt Taiwan auf engere Kooperationen, um die Stabilität der globalen Halbleiter-Lieferketten zu sichern. Präsident Lai Ching-te erklärte zur Eröffnung der Halbleitermesse Semicon in Taipeh: „Taiwan ist ein zuverlässiger Partner, und mit unserer technologischen Basis und unserem kooperativen Geist werden wir mit demokratischen Partnern weltweit zusammenarbeiten.“

Der rasante Fortschritt bei Künstlicher Intelligenz (KI) habe zudem den globalen Wettbewerb verschärft, sagte Lai. "Kein einzelnes Land kann diese Herausforderungen allein bewältigen", betonte er. Lai verwies auf Taiwans wachsende Präsenz in der Hightech-Industrie und auf Investitionen in den USA, Europa, Japan und Südostasien.

Enge Verbindungen nach Sachsen

In Dresden etwa baut Taiwans Chip-Gigant TSMC mit Bosch, Infineon und NXP eine Halbleiterfabrik. Das erste europäische Chipwerk der Taiwaner soll auch europäische Lieferkette widerstandsfähiger machen. Denn Taiwan, welches von China als Teil seines Territoriums angesehen wird, liegt an einer wichtigen Seefahrtroute. Ein Konflikt in der Region hätte gravierende Auswirkungen auf globale Lieferketten.

Für Taiwan kündigte Lai Investitionen von mehr als 100 Milliarden Taiwan-Dollar (rund 2,8 Mrd. Euro) an, um etwa KI-Infrastruktur zu verbessern. Taiwan wolle Forschung in den Bereichen Quantencomputing oder Robotik priorisieren, aber auch internationale Firmen anlocken, die Forschungs- und Entwicklungszentren auf der unabhängig regierten Insel einrichten.

Die Semicon ist eine jährliche Messe für Halbleitertechnologie. In diesem Jahr erwarten die Organisatoren 1.200 Unternehmen aus 56 Ländern. Im deutschen Pavillon stellen 18 Firmen ihre Produkte aus den Bereichen Fertigung, Verpackung, Nachhaltigkeit, Präzisionssensoren aus. Erwartet wird auch der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD).

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