Unternehmen

Insolvenz bei GOVECS – das Ende der elektrischen Schwalbe

Das Münchner Unternehmen Govecs stellt unter dem Namen der in der DDR populären Moped-Marke seit einigen Jahren Elektroroller her. Nun muss es zum Insolvenzgericht.
26.11.2025 17:38
Lesezeit: 1 min

Insolvenzantrag: Die eSchwalbe ist abgestürzt

Mit viel Hoffnung und Nostalgie hatte GOVECS die elektrische Neuauflage des DDR-Kultmopeds Schwalbe – unter dem Namen eSchwalbe – zurück auf den Markt gebracht. Doch jetzt hagelt es schlechte Nachrichten: Der Hersteller hat Insolvenz angemeldet.

Grund für den Schritt des in München ansässigen Unternehmen Govecs sind die zuletzt stark rückläufigen Neuzulassungszahlen für Elektro-Mopeds in Europa, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé erklärt. Er ist nun auf der Suche nach Investoren. Helfen soll dabei, dass Govecs laut Jaffé über Exklusivrechte an der Traditionsmarke Schwalbe verfügt. Die Schwalbe war in der DDR ein sehr beliebtes Fahrzeug.

Der Absturz der E-Schwalbe

In München hat Govecs, das im laufenden Jahr Umsätze von rund 7 Millionen Euro erzielte, lediglich acht Mitarbeiter. Die Produktion ist in Polen mit 35 Arbeitnehmern. Dort wurde ein Restrukturierungsantrag nach polnischem Recht gestellt. Man sei bereits mit dem dortigen Beauftragten in Kontakt, „um die Betriebsstrukturen verkaufsfähig zu erhalten“, erklärte Jaffé.

Interessant: Erst im Mai 2025 hatte GOVECS noch eine neue, schnelle 90-km/h-Variante der eSchwalbe vorgestellt — mit austauschbaren Akkus, TYP-2-Ladeanschluss, Keyless-Go und Features, die zeigen sollten: Die Schwalbe kehrt stärker zurück als je zuvor.

Doch offensichtlich reichte der gute Wille und nostalgische Appeal nicht. Der Markt für Elektroroller und E-Leichtkrafträder ist hart — Konkurrenz, Kostendruck und zu hohe Fixkosten haben den Traum platzen lassen. Der geplante Börsengang 2018 war bereits gescheitert.

Govecs hatte sich ab 2022 auf den europäischen Endkundenmarkt ausgerichtet, wie Geschäftsführer Thomas Grübel erklärt. „Seitdem sind die Neuzulassungen von Mopeds in Europa jedoch stark eingebrochen, sowohl im Gesamtmarkt als auch bei Elektro-Mopeds. Für uns bedeutete dies, dass die geplanten Absatzzahlen nicht erreicht werden konnten, was anhaltende Verluste zur Folge hatte.“ Auch im Schlüsselmarkt Deutschland habe man die geplanten Absatzzahlen nicht erreicht.

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