Finanzen

Ferienjob: Was bei der Steuer wichtig ist und was Arbeitgeber beachten müssen

Ein Ferienjob ist für viele Schüler und Studenten eine willkommene Möglichkeit, Geld zu verdienen. Doch sobald es ums Thema Steuer geht, tauchen Fragen auf. Welche Regeln gelten? Was müssen Arbeitgeber beachten? Und wie lässt sich zu viel gezahltes Geld zurückholen?
20.09.2025 11:00
Lesezeit: 1 min
Ferienjob: Was bei der Steuer wichtig ist und was Arbeitgeber beachten müssen
Wer in den Ferien jobbt, muss auch alles rund um die Steuer beachten – oft gibt es Geld zurück (Foto: iStockphoto.com/ScarletRE)

Ferienjob: Welche Steuerfragen entstehen?

Wurden von Ihren Ferienjob-Einnahmen Steuern einbehalten? Dann ist das im ersten Moment ärgerlich. Später gibt es das Geld aber meist zurück – durch Abgabe einer Steuererklärung.

Viele Schüler und Studenten nutzten die unterrichtsfreie Zeit im Sommer, um sich etwas dazuzuverdienen. Doch wann und in welchem Umfang werden dann Steuern fällig?

Grundsätzlich sind auch Ferienjobs steuerpflichtig. "In der Praxis fällt jedoch meist keine Einkommensteuer an, weil das Jahreseinkommen häufig unter dem sogenannten Grundfreibetrag bleibt", erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. Für 2025 liegt dieser bei 12.096 Euro.

Häufig wird der Grenzwert nicht überschritten

Wer nur in den Sommer- oder Herbstferien arbeitet, erreicht diese Grenze selten. Selbst wenn in so einem Fall Lohnsteuer einbehalten wird, lässt sie sich mit einer Steuererklärung vollständig zurückholen.

Wichtig ist jedoch, wie der Ferienjob organisiert ist. Handelt es sich um einen Minijob bis 556 Euro im Monat, wird er bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Erfolgt eine pauschale Besteuerung von zwei Prozent durch den Arbeitgeber, ist das Thema Steuer erledigt. Erfolgt keine Pauschalbesteuerung, wird der Schüler oder Student üblicherweise in die Steuerklasse 1 eingeordnet. Da die Verdienste zu gering sind, fällt tatsächlich keine Steuer an.

Steuererklärung bringt einbehaltene Beträge zurück

Anders ist es, wenn die Steuerklasse 6 gilt, etwa weil keine Steuer-ID angegeben oder gleichzeitig ein zweiter Job vorhanden war. In diesem Fall behält der Arbeitgeber Lohnsteuer ein, die jedoch über eine Steuererklärung vom Finanzamt zurückgeholt werden kann.

Eine weitere Variante ist die kurzfristige Beschäftigung. Hierbei handelt es sich um Jobs, die nicht regelmäßig stattfinden und zeitlich begrenzt sind. Der Arbeitgeber darf den Lohn pauschal mit 25 Prozent versteuern, wenn es sich um maximal 18 Tage Arbeit handelt. Für junge Beschäftigte bleibt das unkompliziert, da sie selbst nichts tun müssen.

Maßgeblich bleibt das Jahreseinkommen

Zusätzlich gilt: Ferienjobs sind in der Regel sozialversicherungsfrei. Lediglich bei Minijobs führt der Arbeitgeber Pauschalbeiträge ab, für Ferienjobber entstehen jedoch keine eigenen Abgaben.

"Wichtig ist, dass sich Schülerinnen und Schüler nach dem Ferienjob vom Arbeitgeber eine Lohnsteuerbescheinigung geben lassen, wenn Lohnsteuer einbehalten wurde", sagt Daniela Karbe-Geßler. "Falls tatsächlich Lohnsteuer abgeführt wurde, kann diese mit einer Steuererklärung vollständig erstattet werden." Entscheidend bleibt, dass das Jahreseinkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag bleibt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldgedeckte Digitalwährungen als Brücke zwischen Sachwerten und Finanztechnologie

Steigende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und die fortschreitende Digitalisierung verändern die Anforderungen an moderne Formen...

DWN
Panorama
Panorama KI-Bewerbung: Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden
20.06.2026

Immer mehr Bewerber nutzen KI, um ihre Jobsuche zu beschleunigen. Doch die besten Ergebnisse entstehen nicht auf Knopfdruck. Wer Chatbots...

DWN
Panorama
Panorama EU einigt sich auf Fluggastrechte-Reform: Das ändert sich für Reisende
20.06.2026

Die EU hat sich auf neue Regeln für Flugreisende verständigt. Künftig sollen Passagiere bei Gepäck, Sitzplätzen und Informationen...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Börse: Deutschland strebt eine Ausnahmeregelung von der gemeinsamen Aufsicht an
20.06.2026

Deutschland fordert mehr europäische Kapitalmarktintegration, will der Deutschen Börse aber offenbar eine Ausnahme sichern. Der Fall...

DWN
Politik
Politik Rotstift beim Wohngeld: Bundesregierung plant Sparhammer für Wohngeldempfänger
19.06.2026

Das Spardiktat der Bundesregierung trifft Haushalte mit geringem Einkommen hart: Bauministerin Verena Hubertz plant drastische Kürzungen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Preis Sevnica: 60 Tonnen Stahl für die Elektrifizierung Europas
19.06.2026

Das Unternehmen Preis Sevnica aus Slowenien fertigt hochkomplexe Transformatorgehäuse, baut im Zuge der Elektrifizierung Europas seine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Elektroautos greifen Deutschlands Autoelite an
19.06.2026

Wer Chinas Autobauer noch für Nachahmer hält, unterschätzt den eigentlichen Umbruch der Branche. Chinesische Elektroautos setzen längst...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
19.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Politik
Politik Druck aus Berlin: Kanzler Merz will EU-Haushalt eindampfen und Tempo machen
19.06.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz erhöht beim EU-Gipfel in Brüssel den Druck auf die europäischen Partner. Er wies den aktuellen Entwurf für...