Wirtschaft

E-Autos legen zu: Fast jedes fünfte Neufahrzeug fährt elektrisch

Im September ist die Zahl neu zugelassener Elektroautos deutlich gestiegen. Mit einem Marktanteil von 19,3 Prozent rücken E-Fahrzeuge weiter in die Mitte des Automarkts – ein mögliches Zeichen für eine Trendwende.
06.10.2025 17:17
Lesezeit: 2 min
E-Autos legen zu: Fast jedes fünfte Neufahrzeug fährt elektrisch
Die Zahl neu zugelassener Elektroautos stieg im September um 32% auf 45.500 Fahrzeuge (Foto: dpa). Foto: Jens Kalaene

Tesla verzeichnete Minus

45.500 Elektroautos sind im vergangenen Monat neu auf die deutschen Straßen gekommen. Damit war knapp jeder fünfte Neuwagen im September ein Batterie-Fahrzeug, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos war damit fast 32 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im August 2025 wurden knapp 39.400 Elektroautos zugelassen, der Anteil lag ebenfalls bei 19 Prozent.

Ein Minus verzeichnete aber auch im September der US-Autobauer Tesla – und dabei fiel die Bilanz des Unternehmens von Elon Musk sogar noch deutlich besser aus als in den Vormonaten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 9,4 Prozent weniger Fahrzeuge des E-Auto-Herstellers in Deutschland neu zugelassen. Im Vergleich von August 2025 zu August 2024 lag das Minus noch bei fast 40 Prozent.

EY-Experte: Noch kein echter Hochlauf bei Elektromobilität

Dass insgesamt deutlich mehr E-Autos zugelassen wurden, hängt auch mit dem äußerst niedrigen Vorjahresniveau zusammen. Aufgrund weggefallener Förderungen war der Absatz von Elektro-Pkw im Jahr 2024 eingebrochen. In diesem Jahr hat sich der Markt wieder erholt.

„Die aktuell erfreulichen Wachstumsraten im Elektrosegment dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Absatzniveau deutlich unter den ursprünglichen Prognosen liegt“, sagt Constantin Gall vom Beratungsunternehmen EY. Von einem echten Hochlauf der Elektromobilität könne nicht gesprochen werden.

Ein Drittel der Neuwagen sind SUVs

Insgesamt wurden in Deutschland im September rund 235.500 Autos neu zugelassen – ein Plus von 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der breitere Blick zeigt aber, dass der Automarkt stagniert: Seit Jahresbeginn wurden 0,3 Prozent weniger Autos neu zugelassen als im Vorjahreszeitraum.

„Das Plus im September ist nicht der Beginn einer Trendwende“, sagt EY-Experte Gall. „Die Wirtschaftslage in Deutschland bleibt trüb, zunehmend treten massive strukturelle Probleme des Standorts Deutschland zutage, die Stimmung bei Unternehmen wie Verbrauchern ist schlecht.“ Im Gesamtjahr wird der Neuwagenabsatz seiner Einschätzung nach etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen - und damit mehr als 20 Prozent unter dem Wert von 2019.

Die meisten Fahrzeuge wurden – wie gewöhnlich – von Unternehmen zugelassen (knapp 66 Prozent). Bei 33,6 Prozent aller Neuzulassungen handelte es sich um SUVs. Sie bilden damit weiterhin das wichtigste Segment auf dem deutschen Automarkt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen EZB verhängt Millionenstrafe gegen US-Großbank J.P. Morgan
20.02.2026

Die EZB nimmt das amerikanische Geldhaus ins Visier, weil es den Aufsehern über Jahre falsche Zahlen gemeldet habe. Damit hat J.P. Morgan...

DWN
Politik
Politik KEF-Bericht: Kommt eine neue Empfehlung zum Rundfunkbeitrag?
20.02.2026

Eine Expertenkommission legt einen neuen Bericht zum Rundfunkbeitrag vor. Diesmal könnte auch eine aktualisierte Empfehlung zur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Breite Allianz für faire Bezahlung: Mehrheit fordert Tarifpflicht bei Staatsaufträgen
20.02.2026

In der Debatte um die Verwendung öffentlicher Gelder zeichnet sich ein deutlicher Stimmungsumschwung ab: Eine große Mehrheit der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktureller Frühling: Unternehmensstimmung in der Eurozone überrascht positiv
20.02.2026

Die Wirtschaft in der Eurozone startet mit unerwartetem Rückenwind in das Frühjahr, da sich die Stimmung in den Unternehmen im Februar...

DWN
Politik
Politik Pakt für den Sozialstaat: Grüne signalisieren Union und SPD Reformbereitschaft
20.02.2026

Die Fraktionsspitze der Grünen zeigt sich offen für einen parteiübergreifenden Schulterschluss, um den deutschen Sozialstaat grundlegend...

DWN
Politik
Politik Ressourcenimperialismus im 21. Jahrhundert: USA gegen Europa
20.02.2026

Der Wettlauf um seltene Erden, Öl und digitale Vorherrschaft bestimmt längst globale Machtspiele. Wer strategische Ressourcen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Standortgarantie: Schneider fordert Entlastung der Chemieindustrie durch CO2-Zertifikate
20.02.2026

Umweltminister Carsten Schneider (SPD) setzt sich in Brüssel für eine Atempause der heimischen Chemiebranche ein, um deren internationale...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IfW-Präsident Schularick: Scharfe Kritik an Rentensystem & Arbeitsmarkt
20.02.2026

Seit Sommer 2023 steht Moritz Schularick an der Spitze des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und hat sich seither als einer der...