Panorama

Kein Trump-Nobelpreis: Friedensnobelpreis für Venezolanerin Maria Corina Machado

Die Entscheidung um den Friedensnobelpreis 2025 sorgt für weltweite Überraschung: Nicht der mächtige US-Präsident Donald Trump, sondern eine mutige Frau aus Venezuela steht im Rampenlicht.
10.10.2025 11:52
Aktualisiert: 10.10.2025 11:52
Lesezeit: 2 min

Maria Corina Machado: Friedensnobelpreis 2025 geht an Venezolanerin

Einer forderte ihn lautstark für sich selbst, eine andere erhielt ihn: Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr nach Venezuela. Der US-Präsident geht leer aus.

Der Friedensnobelpreis geht nicht an US-Präsident Donald Trump, sondern an die Politikerin Maria Corina Machado aus Venezuela. Sie wird damit "für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie" geehrt, wie das norwegische Nobelkomitee in Oslo erklärte. Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado gilt als entschiedene Gegnerin des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro.

Bedeutendster Preis für Frieden weltweit

Der Friedensnobelpreis, auch bekannt als Nobelpreis Frieden, gilt allgemein als wichtigste politische Auszeichnung der Welt. Trump hatte in den letzten Wochen mehrfach betont, man möge ihm den Preis verleihen. Unter anderem vor der UN-Vollversammlung in New York erklärte er im September, innerhalb von nur sieben Monaten sieben Kriege beendet zu haben. "Jeder sagt, dass ich den Friedensnobelpreis für jede einzelne dieser Errungenschaften bekommen sollte", meinte er.

Zudem konnte Trump in dieser Woche einen ersten Durchbruch bei den indirekten Verhandlungen zur Beilegung des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der Hamas verkünden. Das dürfte ihn in seinem Ehrgeiz weiter bestärkt haben.

Warum sich Maria Corina Machado durchsetzte – und es kein Trump-Nobelpreis wurde

Friedensforscher hielten eine Vergabe an Trump für unwahrscheinlich – auch weil keiner der von ihm genannten sieben Konflikte wirklich nachhaltig gelöst wurde. Bei seinem Plan für Gaza ist trotz des Durchbruchs unklar, ob er dauerhaften Frieden bringen kann.

Watne Frydnes hatte in der Zeitung "Verdens Gang" angedeutet, dass die Entscheidung über den diesjährigen Friedensnobelpreis 2025 bereits am Montag gefallen sei – mehrere Tage vor Bekanntgabe des Gaza-Deals. Kritiker werfen Trump vor, die regelbasierte internationale Zusammenarbeit auf Grundlage multilateraler Abkommen, Verträge und Werte zu schwächen. Gegen Trump sprach außerdem die Nominierungsfrist: Sie endete Ende Januar – zu diesem Zeitpunkt war Trump erst elf Tage offiziell im Amt. Dass er rechtzeitig für den diesjährigen Preis nominiert wurde, gilt als unwahrscheinlich.

Mehr Kandidaten als im Vorjahr

Nach Angaben des Nobelkomitees wurden für den Friedensnobelpreis 2025 insgesamt 338 Kandidaten vorgeschlagen, darunter 244 Einzelpersonen und 94 Organisationen. Das waren 52 mehr als im Vorjahr. Wer nominiert wurde und wer die Vorschläge eingereicht hat, bleibt in der Nobelwelt 50 Jahre lang geheim.

Im vergangenen Jahr wurde die japanische Friedensorganisation Nihon Hidankyo mit dem Nobelpreis Frieden ausgezeichnet. Diese Organisation von Überlebenden der Atomwaffenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki wurde für ihre auf Zeitzeugenaussagen basierenden Bemühungen um eine atomwaffenfreie Welt geehrt.

Höhepunkt der Nobelpreis-Woche

Mit der Bekanntgabe des Friedensnobelpreisträgers erreicht die Woche der Nobelpreis-Verleihungen ihren Höhepunkt. In den vergangenen Tagen wurden bereits die Preisträger in Medizin, Physik, Chemie und Literatur bekanntgegeben. Am Montag folgt als Abschluss die Auszeichnung in Wirtschaftswissenschaften. Die Nobelpreise werden traditionell in Stockholm vergeben, der Friedensnobelpreis jedoch in Oslo.

Auch in diesem Jahr sind die Nobelpreise mit elf Millionen schwedischen Kronen pro Kategorie dotiert – das entspricht etwa einer Million Euro. Feierlich überreicht werden die prestigeträchtigen Preise am 10. Dezember, dem Todestag des schwedischen Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel (1833–1896).

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