Politik

Folgen des Klimawandels: UN-Klimachef drückt aufs Tempo

In wenigen Wochen beginnt in Brasilien die nächste Weltklimakonferenz. UN-Klimachef Simon Stiell hat dazu eine gute und eine schlechte Nachricht im Angebot.
21.10.2025 10:33
Lesezeit: 1 min
Folgen des Klimawandels: UN-Klimachef drückt aufs Tempo
Simon Stiell, Klimachef der Vereinten Nationen, warnt: „Jedes Jahr werden die Folgen des Klimawandels intensiver.“ (Foto: dpa) Foto: Rafiq Maqbool

UN-Klimachef drückt aufs Tempo

Einen Monat vor der nächsten Weltklimakonferenz drückt UN-Klimachef Simon Stiell aufs Tempo. Zur Veröffentlichung des Berichts zur Anpassung an den Klimawandel sagte der grenadische Politiker, es gebe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Die Richtung stimme mittlerweile, fast alle Länder bemühten sich um Anpassung an die Folgen der steigenden Temperaturen. „Es gibt echten Fortschritt“, sagte er. Die schlechte Nachricht sei jedoch, dass alles viel zu langsam gehe. „Man könnte den Bericht untertiteln mit: Keine weiteren Ausreden, Investoren!“, sagte Stiell, der das in Bonn angesiedelte UN-Klimasekretariat leitet.

Nächste Weltklimakonferenz wird „entscheidender Test“

Insbesondere ärmere Länder hätten Probleme, die nötigen Finanzmittel für entsprechende Klima-Anstrengungen zusammenzubekommen. Um das dafür von den reicheren Ländern grundsätzlich zur Verfügung gestellte Geld anzuzapfen, seien oft aufwändige Antragsverfahren erforderlich. Auch fehle es ärmeren Ländern häufig an Expertise. Klimafinanzierung sei aber kein Akt der Wohltätigkeit vonseiten der führenden Wirtschaftsnationen, sondern eine absolute Notwendigkeit in ihrem eigenen Interesse – nur so könnten zum Beispiel globale Lieferketten auf Dauer instand gehalten werden.

„Jedes Jahr werden die Folgen des Klimawandels intensiver“, sagte Stiell. Anpassung an die Erderwärmung bedeute Schutz vor Überflutungen, Dürren, Waldbränden und Stürmen. Das stehe gleichbedeutend mit dem Schutz der Wirtschaft, die durch solche Naturkatastrophen extrem in Mitleidenschaft gezogen werde.

Vorbereitung auf immer höhere Temperaturen und Extremwetter

Die nächste Weltklimakonferenz COP30 findet vom 10. bis zum 21. November in Belém im brasilianischen Amazonasgebiet statt. Das Thema Anpassung werde dort eine wesentliche Rolle spielen, sagte Stiell. „COP wird ein entscheidender Test für die globale Solidarität sein.“

Der Bundestag hatte 2023 ein Gesetz zur besseren Klimaanpassung beschlossen. Es soll Deutschland auf immer höhere Temperaturen und die damit verbundenen Folgen vorbereiten und Risikovorsorge treffen. Konkret geht es zum Beispiel darum, mehr Grünflächen zu schaffen und Städte so zu bauen, dass sie bei Starkregen Wasser aufnehmen können und es für Dürrezeiten speichern. Auch soll die Bevölkerung besser vor Extremwetter-Ereignissen gewarnt werden.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld auf dem Abstellgleis: Verbraucher zwischen Komfort und Kontrollverlust
05.01.2026

Ob für zwei Brötchen oder den Wocheneinkauf – viele greifen gerne zur Karte oder zum Smartphone. Doch immer mehr Kassen akzeptieren...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanz-Aktien: Welche Investitionen sich lohnen und wo Banken, Fintechs oder Krypto Chancen bieten
05.01.2026

Der Finanzsektor wirkt auf den ersten Blick stabil und vertraut, steht jedoch zugleich vor tiefgreifenden technologischen und strukturellen...

DWN
Politik
Politik Abhörskandal: Recherchen werfen BND Überwachung von Obama vor
05.01.2026

Die Abhöraffäre zwischen Deutschland und den USA sorgt weiter für Aufsehen. Während Kanzlerin Merkel den NSA-Einsatz gegen ihr Handy...

DWN
Politik
Politik Experte: US-Angriff auf Venezuela ist ein „gigantischer Erfolg“ für Trump
05.01.2026

Die USA haben Venezuela militärisch angegriffen und Präsident Nicolás Maduro festgesetzt. Donald Trump spricht von einem Erfolg auf...

DWN
Politik
Politik Mehr Schutz für kritische Infrastruktur nach mutmaßlichem Anschlag gefordert
05.01.2026

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf das Berliner Stromnetz wird ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein für kritische Infrastruktur...

DWN
Panorama
Panorama Alkohol als Nationalgetränk? Warum er so günstig ist – und welche Folgen das hat
05.01.2026

Im europäischen Vergleich zählt Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten Alkoholpreisen. Bier, Wein und Spirituosen sind...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ökonom Adam Posen warnt vor Zinswende: Droht eine Rückkehr der US-Inflationskrise?
05.01.2026

Die US-Wirtschaft wirkt stabil, doch unter der Oberfläche mehren sich Risiken, die bislang kaum eingepreist sind. Steht die Welt vor einer...

DWN
Politik
Politik Euro-Beitritt Bulgariens: Eurostart trotz Protesten und innenpolitischem Druck
05.01.2026

Bulgarien führt den Euro inmitten einer innenpolitischen Krise ein und die Gesellschaft ist über den Kurs tief gespalten. Wird die neue...