Wirtschaft

Vogelgrippe: Geflügelpreise trotz massenhafter Keulungen stabil

Trotz massenhafter Tötungen von Nutztieren infolge der Vogelgrippe rechnet die deutsche Geflügelwirtschaft nicht mit kurzfristigen Preissprüngen. „Ich glaube nicht, dass wir kurzfristige Preisexplosionen haben“, sagte Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, im ZDF-Morgenmagazin. Ein Großteil der Gänse werde ohnehin importiert, sodass die Lage auch europaweit weiter beobachtet werden müsse.
27.10.2025 13:42
Lesezeit: 2 min

Natürlich könne sich ein Preisniveau immer ändern, wenn eine Situation dramatische Züge annehme. „Grundsätzlich glaube ich aber, dass wir das im Griff behalten können“, sagte Goldnick.

Bundesweite Stallpflicht gefordert

Dafür sei jedoch dringend ein sogenanntes Aufstallungsgebot in allen Bundesländern erforderlich. „Das ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die die Politik treffen kann.“ Eine solche Stallpflicht ist eine behördliche Anordnung, Nutztiere wie Geflügel aus Freilandhaltung in geschlossenen Ställen zu halten, um die Ausbreitung von Tierseuchen wie der Vogelgrippe zu verhindern.

„Wir müssen alle Bio-Sicherheitsmaßnahmen in den Betrieben einhalten. Dann haben wir die Chance, dass wir das Virus außen vorhalten“, sagte der Verbandspräsident. „Und dann gibt es auch zu Weihnachten und überhaupt genügend Fleisch, Geflügelfleisch und genügend Eier.“ Nur 20 Prozent der Gänse, die in Deutschland gegessen werden, kämen aus deutscher Produktion. 80 Prozent kämen aus Ungarn und Polen. Vor dem Martinstag am 11. November beginnt traditionell die Schlachtsaison für Gänse.

Mit Blick auf Eierpreise gibt es aber auch andere Stimmen. Der Vorsitzende des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft, Robert Schmack, sagte im Bayerischen Rundfunk: „Auch bei uns wird es dramatisch sein, und Eierpreise, die sich dann um die Hälfte noch mal erhöhen, die halte ich nicht für ausgeschlossen.“

Vogelgrippe breitet sich seit Wochen aus

Die auch Vogelgrippe genannte Krankheit breitet sich seit Wochen über ganz Deutschland aus und trifft zunehmend Geflügelbetriebe mit voller Wucht. Nach Angaben des in Greifswald ansässigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) haben bislang etwa 30 kommerzielle Geflügelhalter ihre Tiere töten müssen.

Loeffler-Institut rechnet mit Ausbreitung der Vogelgrippe

Das Loeffler-Institut rechnet mit einer weiter steigenden Zahl von Zugvögeln, die an der Geflügelpest verenden und zu Überträgern der Tierseuche werden können. „Der Vogelzug ist im vollen Gange und der Virusdruck durch infizierte Wildvögel und deren Ausscheidungen sehr hoch“, sagte Instituts-Präsidentin Christa Kühn. „Wir sehen nach wie vor ein sehr dynamisches Geschehen.“

Die Geflügelpest grassiere in diesem Jahr außergewöhnlich früh, sagte Goldnick. „Es sind verhältnismäßig viele Ausbrüche über die gesamte Bundesrepublik verteilt in allen möglichen Geflügelarten. Das ist schon überraschend.“ Normalerweise gebe es einen Anstieg Anfang November. „So einen Verlauf haben wir in den letzten Jahren noch nicht erlebt.“

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