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ALDI Süd zieht Konsequenzen: Schluss mit Billigfleisch aus niedrigster Haltungsform

ALDI Süd will Fleisch aus der untersten Haltungsform schrittweise aus den Regalen nehmen. Produkte aus Haltungsform 1, bei denen nur die gesetzlichen Mindestanforderungen gelten, sollen bald weitgehend verschwinden. Mit dem Schritt setzt der Discounter ein Zeichen für mehr Tierwohl und folgt dem wachsenden Druck von Verbraucherinnen und Verbrauchern nach verantwortungsvoll produzierten Lebensmitteln.
20.10.2025 13:41
Lesezeit: 2 min
ALDI Süd zieht Konsequenzen: Schluss mit Billigfleisch aus niedrigster Haltungsform
ALDI Süd nimmt bis 2026 Eigenmarken-Fleisch aus der untersten Haltungsform aus den Regalen (Foto: dpa).

Ein Zeichen für mehr Tierwohl

Aldi Süd will kein Eigenmarken-Fleisch aus der untersten Haltungsform-Stufe mehr verkaufen. Das gelte ab Mitte Januar 2026 für Rind, Schwein, Hähnchen und Pute, teilte der Discounter mit. Ausgenommen seien Markenartikel und internationale Spezialitäten. Einem Sprecher zufolge besteht das Sortiment zu 90 Prozent aus Eigenmarken. Dazu, wie hoch der Anteil des Fleisches aus Haltungsform 1 noch ist, machte er keine Angaben.

Der Schritt ist dem Händler zufolge in der Branche einzigartig. Damit setze man ein Zeichen für mehr Tierwohl, wird Nachhaltigkeitschefin Julia Adou in einer Mitteilung zitiert. Die Nachfrage nach Artikeln aus höheren Haltungsformen wachse stetig. Die Kundinnen und Kunden gingen diesen Weg mit. Bei den Eigenmarken sind demzufolge bereits die Hälfte des Frischfleischs sowie mehr als ein Drittel der gekühlten Fleisch- und Wurstwaren aus den Haltungsformen 3, 4 und 5. Aldi Süd hat rund 2.000 Läden in Süd- und Westdeutschland.

Händler wollen bis 2030 umstellen

Die Haltungsform ist ein freiwilliges Kennzeichnungssystem für Fleisch und verarbeitete Produkte von Schwein, Rind und Geflügel. Es gibt fünf Stufen mit wachsenden Anforderungen an die Tierhaltung - von Stufe 1 «Stall» mit den gesetzlichen Mindestanforderungen bis Stufe 5, die «Bio» entspricht.

Die großen Handelsketten wollen bis 2030 das gesamte Frischfleischangebot der Eigenmarken in Deutschland bei Rind, Schwein und Geflügel vollständig auf die höheren Haltungsformstufen 3 und 4 umstellen. Voraussetzung war nach früheren Angaben eine ausreichende Verfügbarkeit. Bei Stufe 3 haben Tiere mehr Raum und Frischluft-Kontakt, bei Stufe 4 Auslaufmöglichkeiten im Freien.

Branche: Weniger Fleisch aus unterster Haltungsform

Bei Fleisch im Supermarkt gab es zuletzt Bewegung zu Produkten mit besseren Tierhaltungsbedingungen. Bei Schweinefleisch aus dem SB-Regal kamen nach letzten Daten für 2023 noch 1,5 Prozent aus der untersten Stufe 1. Von Puten und Hähnchen gab es im Kühlregal der Trägergesellschaft zufolge kein Fleisch aus der untersten Haltungsform mehr. In diesen Bereich dominierte die Stufe 2 ("Stallhaltung Plus") mit Anteilen um die 90 Prozent. Bei Rindfleisch stammten 2023 hingegen noch mehr als drei Viertel aus Stufe 1. Die Formen 3 und 4 machten ein Fünftel aus. Die Daten beziehen sich auf Frischfleisch und Zubereitungen wie Hackfleisch der Eigenmarken, die einen Großteil des Angebots ausmachen.

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