Unternehmen

Nestlé streicht 16.000 Stellen: Konzern will Kosten massiv senken

Nestlé meldet Rekordwachstum und trotzdem massiven Stellenabbau: 16.000 Jobs sollen in den nächsten zwei Jahren wegfallen. Konzernchef Philipp Navratil kündigt Kostensenkungen von drei Milliarden Franken bis 2027 an und streicht insbesondere Büroarbeitsplätze und Produktionsstellen.
16.10.2025 10:47
Aktualisiert: 16.10.2025 10:47
Lesezeit: 1 min

Nestlé streicht 16.000 Stellen

Die Quartalszahlen zeigen: Das Unternehmen ist auf Kurs zu den Jahreszielen. Trotzdem sollen Tausende Jobs wegfallen. Woran liegt das?

Wachstum trotz Stellenabbau

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé will in zwei Jahren weltweit 16.000 Stellen abbauen. Das kündigte der neue Chef Philipp Navratil an. Dabei konnte Nestlé im dritten Quartal sein Wachstum deutlich beschleunigen. Das Unternehmen liegt auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Insgesamt setzte Nestlé in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 rund 65,87 Milliarden Franken (70,88 Mrd Euro) um, wie der Konzern mitteilte. Das entspricht einem organischen Wachstum von 3,3 Prozent – mehr als Analysten erwartet hatten.

Im dritten Quartal lag das organische Wachstum bei 4,3 Prozent, nach 3,0 Prozent im Vorquartal. Dieses resultierte erneut einerseits aus Preiserhöhungen von 2,8 Prozent.

Sparprogramm angekündigt

Zugleich tritt Navratil auf die Kostenbremse. Von den 16.000 Stellen, die über zwei Jahre gestrichen werden, entfallen rund 12.000 auf Büroangestellte in verschiedenen Funktionen und Regionen, was bis Ende 2027 jährliche Einsparungen von 1,0 Milliarden Franken bringen soll. Weitere etwa 4.000 Stellen sollen im Rahmen von Produktivitätsinitiativen in Produktion und Lieferkette wegfallen.

"Die Welt verändert sich – und Nestlé muss sich schneller verändern", sagte Navratil. Dazu gehörten auch schwierige, aber notwendige Entscheidungen, die eine Reduktion der Belegschaft in den kommenden zwei Jahren einschließen. "Zusammen mit weiteren Maßnahmen arbeiten wir daran, unsere Kosten deutlich zu senken, und erhöhen heute unser Sparziel bis Ende 2027 auf 3,0 Milliarden Franken."

Wechsel an der Spitze

Navratil hatte den Chefposten vor eineinhalb Monaten kurzfristig von Laurent Freixe übernommen. Dieser war nach einem Jahr im Amt wegen einer verheimlichten Beziehung zu einer Mitarbeiterin und Begünstigungsvorwürfen entlassen worden. Auch Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke trat daraufhin vorzeitig ab und übergab Anfang an den bisherigen Vize Pablo Isla.

Hohe Erwartungen an neues Führungsteam

Die Erwartungen an Navratil und Isla sind groß. Nach Jahren mit schwachem Wachstum und Führungsfehlern soll das Duo wieder mehr Dynamik bringen und das Tempo erhöhen.

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