Finanzen
Anzeige

Günstig traden – aber zu welchem Preis? Ein Blick hinter die Kulissen des Börsenhandels

Noch vor einigen Jahren mussten private Trader deutlich mehr Aufwand für ihre Investitionen betreiben. Zunächst waren Banken und Sparkassen ihre erste Anlaufstelle, doch das hat sich durch die Broker längst gewandelt. Auch der Einstieg ist denkbar leicht geworden, denn viele Anbieter stellen sogar kostenlose Depots für den Test zur Verfügung. Wer tatsächlich mit eigenem Kapital investieren möchte, hat die große Anbieterauswahl und kann sich zwischen niedrigen Gebühren, App-Zugang und anderen Features entscheiden. Doch ist Trading wirklich so sorglos und günstig? In diesem Artikel gibt es einen Blick hinter die Kulissen und die Wahrheit über den Börsenhandel.
27.10.2025 13:37
Aktualisiert: 27.10.2025 13:37
Lesezeit: 1 min
Günstig traden – aber zu welchem Preis? Ein Blick hinter die Kulissen des Börsenhandels
Eine Abbildung eines digitalen Arbeitsplatzes (Bildquelle: XTB)

Geringe Trading-Kosten und was wirklich dahinter steckt

„0 € Orderkosten“ oder „kostenlosem Trading“ – viele Broker machen so oder so ähnlich mit scheinbar kostenlosen Handelsaktivitäten für sich Werbung. Doch die Wahrheit sieht meist anders aus, denn die Kosten fallen häufig indirekt an. Broker berechnen beispielsweise Spreads oder geringfügig schlechtere Ausführungskurse.

Trader müssen vor allem verstehen, dass jeder Broker Geld verdienen muss, um seine unternehmerische Tätigkeit fortführen zu können. Klassische Anbieter nutzen dafür Ordergebühren, Depotführungsentgelte oder Spreads. Neobroker hingegen setzen bevorzugt auf das Modell Payment for Order Flow (PFOF). Dabei erhalten Broker eine Provision vom Handelsplatz, wenn sie Kundenorders dorthin leiten. Kunden zahlen also keine direkte Gebühr, aber der Broker wird von Dritten vergütet. Der Nachteil: es kann einen Interessenkonflikt geben. Weiterführende Informationen dazu finden Sie im Ratgeber Payment for Order Flow bei XTB.

Doch es geht auch anders, denn Broker wie XTB setzen bereits heute auf Trading ohne Payment for Order Flow. Stattdessen setzt man hier auf eine transparente Kostenstruktur und finanziert sich unter anderem durch Spreads. Echte Aktien und ETFs sind beispielsweise bis zu einem Monatsvolumen von 100.000 € kommissionsfrei handelbar. Bei höheren Volumina: 0,2 % Kommission, mindestens 10 € pro Transaktion.

EU-Verbot der Payment for Order Flow

Dieses Modell ist seit Jahren Gegenstand kontroverser Diskussionen. Befürworter sehen darin die Chance, das Trading für jedermann erschwinglich zu machen. Es wird von Kritikern angeführt, dass die Orderausführung beim Payment-for-Order-Flow-Modell oft nicht wirklich transparent sei.

Die Regelung verfolgt genau dieses Ziel: Interessenkonflikte zwischen Brokern und Anlegern zu verhindern und für mehr Transparenz im Wertpapierhandel zu sorgen. Um sicherzustellen, dass Broker Orders nur im besten Interesse ihrer Kunden ausführen, dürfen sie keine Zahlungen von Handelsplätzen annehmen. Es ermöglicht Anlegern zu sehen, wo und unter welchen Bedingungen ihre Aufträge eingestellt werden.

Viele Broker stehen jetzt vor der Aufgabe, ihr Geschäftsmodell neu zu justieren. Wer bisher mit Zahlungen von Handelsplätzen gearbeitet hat, muss umdenken. Künftig zähl, was Broker ihren Kunden wirklich bieten: faire Preise, ehrliche Gebühren und ein Service, der den Handel einfacher macht. Für Anleger ist das eine gute Nachricht, denn sie sehen klarer, wofür sie bezahlen, und können ihrem Broker eher vertrauen.


DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gigant der Meere: Ein Blick an Bord der LNG-Tanker für Deutschlands Gasversorgung
05.06.2026

Um den weltweiten Bedarf zu decken, transportieren riesige Spezialschiffe verflüssigtes Erdgas über die Ozeane. Einer dieser Giganten,...

DWN
Politik
Politik EU-Stromnetze werden zur Machtprobe zwischen Berlin und Brüssel
05.06.2026

Brüssel will Europas Stromnetze schneller bauen, doch ausgerechnet Deutschland tritt auf die Bremse. Hinter dem technischen Begriff des...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Dow Jones erreicht neue Höhen, während Broadcom den Nasdaq im Minus hält
04.06.2026

Zwischen neuen Rekordhochs und überraschenden Verlusten: Entdecken Sie, was die Börsen aktuell bewegt und worauf Anleger jetzt achten...

DWN
Politik
Politik Asylleistungen in Deutschland: EuGH sieht menschenwürdigen Lebensstandard gefährdet
04.06.2026

Der Europäische Gerichtshof hält deutsche Leistungskürzungen für abgelehnte Asylbewerber für unvereinbar mit EU-Recht. Auch bei...

DWN
Politik
Politik EU-Erweiterung im Visier: Ungarn zieht Veto gegen Ukraine-Verhandlungen zurück
04.06.2026

Das Tor nach Europa öffnet sich für Kiew: Ungarn gibt unter der Führung von Polit-Aufsteiger Peter Magyar den Widerstand gegen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EasyJet-Übernahme: Warum der Billigflieger plötzlich zum Ziel von Investoren wird
04.06.2026

EasyJet wirkt an der Börse angeschlagen, doch genau das macht den Billigflieger plötzlich begehrt. Der US-Investor Castlelake sieht...

DWN
Politik
Politik Pflegereform 2027: Pflegekassen sollen entlastet und Kinderlose stärker belasten werden
04.06.2026

Die geplante Pflegereform soll die Pflegeversicherung ab 2027 finanziell stabilisieren und Ausgaben begrenzen. Für Heimbewohner,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft "Wir sind nicht die Billigheimer der Nation": Bundesweite Verdi-Streiks im Handel gestartet
04.06.2026

Kunden im Einzel- und Großhandel müssen sich auf Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Handelsbranche in allen...