Politik

Exklusiv-Interview mit Nobelpreisträger James A. Robinson: Warum die Globalisierung auch ohne die USA geht

Warum gedeihen manche Staaten, während andere im Stillstand verharren? Nobelpreisträger James A. Robinson erklärt im Exklusivinterview, weshalb Institutionen über Wohlstand entscheiden, warum Europa in Bürokratie erstarrt und wieso KI die Ungleichheit treiben wird. Ein Gespräch über Schuldenpolitik, den Sinn von Arbeit und neue Chancen zwischen Afrika, China und den USA.
02.11.2025 09:43
Aktualisiert: 02.11.2025 09:55
Lesezeit: 9 min
Exklusiv-Interview mit Nobelpreisträger James A. Robinson: Warum die Globalisierung auch ohne die USA geht
Die Unfähigkeit, sich einig zu sein, ist eines der Hauptprobleme der EU. (Foto: dpa) Foto: Manuel Balce Ceneta

Politische Institutionen als Schlüssel der ökonomischen Entwicklung

Die Suche nach einer Antwort auf diese Frage dauerte mehrere Jahrzehnte, und die intensive akademische Arbeit, durchdrungen von Erkenntnissen aus Volkswirtschaft, Geschichte und Anthropologie, brachte James A. Robinson, Daron Acemoglu und Simon Johnson im vergangenen Jahr den Nobelpreis für Wirtschaft ein. Ihr Befund ist einfach, aber tiefgehend: Wirtschaftlicher Erfolg ist immer politisch. Ein Staat, der nicht in der Lage ist, Institutionen zu schaffen, die die Gesellschaft befähigen, sich wirtschaftlichen Wohlstand zu erarbeiten, beginnt früher oder später von innen zu zerbröckeln.

Jetzt, in einer Phase geopolitischer Umbrüche, in Zeiten des Abschwungs demokratischer Ideen und der Revolution des Künstlichen Intelligenz (KI), klingen diese Gedanken in der gesamten westlichen Welt mit neuer Aktualität. Darüber sprechen unsere Kollegen vom litauischen Wirtschaftsblatt Verslo Zinios exklusiv mit einem der einflussreichsten Denker unserer Zeit, Prof. J. A. Robinson.

Nach Ansicht der Nobelpreisträger wurde das Fundament der Armut eines Teils der Staaten der Welt bereits in der frühen Kolonisationszeit gelegt, als Eroberer unbekannter Länder die lokale Bevölkerung unterwarfen – mit einem Ziel: Ressourcen zu extrahieren und sie dem Herrscher zuzuführen. Die damalige Ordnung in den Territorien beruhte auf Zwangsarbeit, Privateigentum existierte nicht, was die Voraussetzungen für individuelle Initiative oder Innovation vollständig beseitigte. Es ist eine scheinbar einfache Wahrheit, die auch in späteren Jahrhunderten zu sehen war: Warum sich anstrengen, wenn der gesamte geschaffene Wohlstand tausende Kilometer weit wegfließt?

Warum aber sind die zwei von Europäern eroberten Kontinente Amerikas heute so unterschiedlich? Den im heutigen Lateinamerika gelandeten Spaniern gelang es relativ schnell, die Region mit Gewalt zu besetzen und die Einheimischen zu unterwerfen; die in den späteren Jahrhunderten stattfindenden Revolutionen veränderten die politischen und wirtschaftlichen Institutionen im Kern nicht, denn der geschaffene materielle Wohlstand wurde gewaltsam an die jeweilige Machtelite umgeleitet. Den Briten hingegen, die etwas später nach Nordamerika aufzubrechen wagten und im heutigen North Carolina anlandeten, gelang es nicht, die Einheimischen sofort niederzuzwingen, sodass sie gezwungen waren, selbst zu arbeiten.

Vereinfacht gesagt: Die Europäer waren nicht bereit, umsonst zu arbeiten, schlossen sich zu Gemeinschaften zusammen, versuchten, ihre Rechte zu sichern, und begannen, selbst Institutionen mit demokratischen Ansätzen zu schaffen, deren Krönung die Verfassung der Vereinigten Staaten war. Den Nobelpreisträgern zufolge schaffen inklusive politische Institutionen den Raum für ebenso inklusive wirtschaftliche Institutionen, die Eigentumsrechte sichern, Menschen Bildung ermöglichen, die Gründung von Unternehmen erlauben und so Wohlstand aus eigener Kraft fördern.

Beim Lesen des Buches unseres Gesprächspartners und seines Kollegen D. Acemoglu „Why Nations Fail“ (2012) muss man anerkennen: Der Westen lebt im Weltkontext sehr gut. Daher drängt sich unwillkürlich die Frage auf, ob wir, die Menschen aus dem Klub der reichsten Länder der Welt, uns nicht eines materiellen Wohlstands erfreuen, den wir noch nicht erarbeitet haben, und auf Pump leben, indem wir das Tempo der fiskalischen Expansion und der Staatsschulden immer weiter erhöhen? „Sowohl als auch“, sagt J. A. Robinson in unserem Telefonat. Einerseits sei in Europa der Wohlstand über viele Jahre durch Innovationen, Produktivität und Wirtschaftswachstum entstanden; das Hauptproblem wachsender Schulden sei ein anderes: Wünsche und politische Versprechen gibt es weit mehr, als die Lokomotive der Realwirtschaft ziehen kann. Folglich gäben Politiker den Wählern Versprechen, die sie nicht halten könnten, oder verschöben die Steuern, die zur Finanzierung dieser Versprechen nötig wären, in die Zukunft. Dem Ökonomen zufolge gibt es keinen Grund, die nationale Verschuldung zu erhöhen, wenn der Staat keine ernste Krise erlebt; so habe das Eingreifen des Staates während der Coronavirus-Pandemie tatsächlich einen Zusammenbruch verhindert.

„Heute nutzen wir Ressourcen, erwarten aber, dass künftige Generationen dafür zahlen. In gewissem Sinne hoffen wir, dass unsere Kinder unsere Ausgaben decken. Mit anderen Worten: Wir leihen von der Zukunft. Das ließe sich nur rechtfertigen, wenn wir ein deutlich schnelleres Wirtschaftswachstum in Zukunft prognostizierten, aber ich glaube nicht, dass das jemand ernsthaft erwartet. Die Wirtschaft darf man nicht mit Schulden stützen, im Gegenteil – das schwächt sie,“ sagt J. A. Robinson, als das Thema auf Europa schwenkt.

Institutioneller Paralyse-Zustand

Die schwerfällig laufenden Prozesse der EU-Bürokratie und Diplomatie bezeichnet er als Paralyse der Institutionen, und die Gemeinschaft selbst sei faktisch von einer Krise erfasst, bedingt durch ein seit nahezu drei Jahrzehnten abflauendes Wirtschaftswachstum. Und obwohl seit dem berühmten Bericht von Mario Draghi bereits ein Jahr vergangen sei, der eine recht klare Landkarte zeichne, wie der Alte Kontinent seine Wettbewerbsfähigkeit steigern könne, sei real sehr, sehr wenig geschehen.

Die Nobelpreisträger des vergangenen Jahres haben mit ihren Arbeiten bewiesen: Institutionen, die den wirtschaftlichen Erfolg von Staaten bestimmen, müssen die Gesellschaften zur „kreativen Zerstörung“ befähigen, zu jenem Prozess, bei dem geschaffene Innovationen alte und nicht mehr relevante Wirtschaftsstrukturen eliminieren, neue schaffen und so den Weg des Fortschritts ebnen. Übrigens ist genau für die Erforschung der kreativen Zerstörung auch der Nobelpreis für Wirtschaft 2025 verliehen worden. Drei Wissenschaftler (der US-Wirtschaftshistoriker niederländischer Herkunft Prof. Dr. Joel Mokyr, der kanadische Ökonom Prof. Dr. Peter Howitt und der französische Ökonom Prof. Dr. Philippe Aghion) wurden dafür ausgezeichnet, dass sie „erklärt haben, wie Innovationen der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung Antrieb verleihen“.

Und obwohl wir in Europa die engsten Flaschenhälse sehr gut kennen (z.B. Energiepreise oder den Zugang zu Finanzierung), dauern die Debatten in Brüssel so lange, dass sie entweder nur in Debatten enden oder von zähen Richtlinien überzogen werden, die Unternehmen eher fesseln als befähigen. Professor J. A. Robinson schlägt vor, den Blick historisch zu weiten: Das nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa entstandene Modell aus Sozialdemokratie, Umverteilung, Kapitalwachstum und internationaler Zusammenarbeit sei außerordentlich erfolgreich gewesen. Seinen Worten nach war dies eine beispiellose Phase schnellen Wachstums in ganz Westeuropa: sinkende Ungleichheit, steigende Lebensqualität, gewaltige soziale Veränderungen.

Doch dieses Modell habe sich erschöpft. Zu Beginn spielte Regulierung eine große Rolle: kollektive Tarifverhandlungen, Anerkennung von Gewerkschaften, soziale Gesetzgebung. Staatliche Regulierung sei wichtig gewesen, um dieses Modell zu schaffen. Mit der Zeit aber habe sich ein Denken durchgesetzt: Wenn ein bisschen Regulierung gut ist, muss mehr Regulierung noch besser sein. Das sei Teil der Logik dieses Modells geworden. Und DAS, so Robinson, sei ein Fehler gewesen. Daher müsse die EU dieses Modell grundlegend neu starten, die Form der Sozialdemokratie neu definieren, so J. A. Robinson.

Die Suche nach Konsens nimmt zweifellos einen wichtigen Platz im Kern der Demokratie ein. Entscheidungsfindungen, die die Unterschrift absolut aller Mitglieder erfordern, seien in der Anfangsphase der Existenz der Gemeinschaft realistisch gewesen; mit ihrer Erweiterung aber bringe ein solches Modell Schwierigkeiten, betont der Nobelpreisträger und unterstreicht: Man kann nicht alles zugleich haben (die Vorteile der Mitgliedschaft und vollständige Autonomie), daher müsse man in bestimmten Situationen fähig sein, sich zu einigen.

Stichwort EU mit Seiteblick auf Ungarn (!): „Die Länder müssen anerkennen, dass sie, wenn sie in der EU bleiben und ihre Vorteile nutzen wollen, Mehrheitsentscheidungen akzeptieren müssen. Das ist eine der notwendigen Reformen. Ebenso meine ich, dass es der EU an einer klareren Idee mangelt, was ihr Ziel ist und was das Wesen der Gemeinschaft wirklich ausmacht. Wohin geht sie? Woran ließe sich sagen, ob sie erfolgreich ist oder nicht? Genau diese Vision fehlt,“ reflektiert der Professor.

Paralysiert, aber nicht verdammt: Globalisierung, USA und Afrikas Potenzial

Nachdem die Abhängigkeit von China erkannt wurde, rief die Welt während der Coronavirus-Pandemie eine Aktion zur Verkürzung der Lieferketten aus, die an Fahrt gewann, jedoch keine radikale Form annahm. Der von Russland begonnene Krieg in der Ukraine, Moskaus Annäherung an Peking beförderten Gespräche über eine veränderte Weltordnung. Und die zweite Amtszeit von Donald Trump, Präsident der USA, brachte Verwirrung in verschiedene für die Welt wichtige Fragen, insbesondere in den Bereichen Verteidigung und internationaler Handel. Gehen wir den Weg der Deglobalisierung? Der Professor meint: nein.

Es seien die USA, die sich aus dem Prozess der Globalisierung zurückziehen. Der Rest der Welt werde sich einfach anpassen und weiterleben, dramatisiert er die Lage nicht.

„Die USA könnten sich von der internationalen Wirtschaft zurückziehen, und die Welt werde einfach voranschreiten.“, so Nobelpreisträger J. A. Robinson.

Seine berufliche Zeit hat J. A. Robinson vor allem Lateinamerika und Afrika gewidmet; er zeigt auf das Potenzial des letzteren: Im Jahr 2100 werden 40 Prozent der Weltbevölkerung in Afrika leben. Ja, derzeit ist es eine der ärmsten Regionen des Planeten, in der die Debatten nicht über die KI-Revolution geführt werden, sondern über die Sicherung von Strom und sauberem Wasser. Die meisten Länder des Kontinents nehmen praktisch nicht am internationalen Handel teil. Doch was passiert, wenn Afrika rasch zu wachsen beginnt, wie es etwa in Ostasien bereits geschehen ist? „Das wird eine gewaltige Veränderung, ein riesiger Markt, der eine jahrzehntelange Wachstumswelle auslösen kann. Und die USA bleiben am Rand. Und was dann? Das eröffnet Chancen für Europa. Ich verstehe, dass es kurzfristig starke Anpassungen braucht, Kosten und Verluste geben wird, aber im größeren Zusammenhang bleiben die ökonomischen Motive der Globalisierung enorm. Viele Regionen der Welt sind entschlossen, diesem Modell weiter zu folgen. Wenn die USA sich zurückziehen – so sei es, das wird ihre eigene demokratische Entscheidung sein“, sagt J. A. Robinson.

Und obwohl wir auf dem Titelblatt des Magazins verkündet haben, dass „Europa paralysiert ist“, sollte man nicht glauben, dass es verdammt ist. Laut Professor haben wir hier in den vergangenen 70 Jahren eine außerordentliche Dynamik, Innovationen, Kreativität gesehen. All das besitzen wir immer noch, wir müssen uns nur aus der Stagnation befreien und das eingeschlafene Potenzial wecken: „Europa hat alles, absolut alles. Es ist immer noch voll kluger Menschen, ausgezeichneter Universitäten, entwickelter Unternehmen. Daher ist sein Potenzial gewaltig.“

Werden Roboter die Welt beherrschen?

Der Satz „Die USA innovieren und regulieren später, die EU reguliert und innoviert später“ ist in bestimmten Wirtschaftskreisen bereits Folklore. Kann die KI-Revolution die EU aus dem Dämmerschlaf wecken und das vom Professor genannte Potenzial freisetzen? Oder eher Verwirrung stiften, zu einem weiteren historischen Markstein werden, der Revolutionen auslöste? Robinson neigt, wie er selbst sagt, nicht zur Science-Fiction, die verkündet, Roboter würden die Welt beherrschen, und blickt auf neue Technologien positiv, indem wir Zeit bei nicht-essentiellen Aufgaben sparen, könnten wir uns auf Kreativität und das konzentrieren, was wir am besten können. Doch konstatiert er nüchtern, dass KI die Ungleichheit stark vertiefen wird.

„Einige Menschen werden ihre Arbeit verlieren, die Arbeitskraft wird verdrängt, so wie sie in den 1980er und 1990er Jahren durch die Computerisierung verdrängt wurde. Der Einfluss auf Arbeitsmarkt und Ungleichheit wird groß sein. Der Nutzen der KI wird entwickelten Ländern zufallen – denen, die Infrastruktur, Datenzentren, Energieressourcen besitzen. KI wird schnelleres Wachstum in reichen Ländern fördern, die sich Investitionen leisten können, und die Entwicklungsländer noch weiter zurücklassen. Aus meiner Sicht ist das die wichtigste Folge der KI,“ reflektiert der Professor.

Daher sollten Staaten schon jetzt darüber nachdenken, wie man solche Folgen abfedert, ohne Innovationen zu bremsen. Eines der Probleme in den USA sei, dass das amerikanische Kapitalismusmodell keine ausreichende soziale Absicherung oder Einkommensumverteilung ermögliche, betont J. A. Robinson. Deshalb sei etwa der Einfluss der Computerisierung auf den Arbeitsmarkt in jener Zeit recht schmerzhaft gewesen, während das in Europa bestehende Sozialsystem Menschen helfen könne, die durch neue Technologien „betroffen“ sind: „In den USA wird jeder sich selbst überlassen. Das ist einer der Gründe, warum Widerstand gegen Globalisierung und die liberale Wirtschaft entsteht.“

Mit der neuen technologischen Revolution ertönen wieder lauter Stimmen, die universelle Grundeinkommen befürworten. Das sind bestimmte fixe staatliche Zahlungen an alle Bürger, unabhängig davon, womit sie sich im Leben beschäftigen oder gar nicht beschäftigen. Einige Staaten führten Langzeitexperimente in Kontrollgruppen, meist unter Arbeitslosen, durch. Bei deren Auswertung sind die Wissenschaftler bislang zu keinen einheitlichen Schlüssen gelangt. In manchen Fällen wurde ein positiver Einfluss auf das Gefühl finanzieller Sicherheit, das psychische Wohlbefinden oder die Schulresultate der Kinder beobachtet. Mancherorts wurde auch eine positive Wirkung auf die Aktivität am Arbeitsmarkt registriert, während in anderen Versuchen (z.B. in Finnland) die monatliche Zahlung von 550 Euro die Beschäftigung nicht signifikant erhöhte. Wenn uns die KI die Arbeit nimmt und wir zu staatlich Unterhaltenen werden müssten, wer finanziert dann tatsächlich die vom Staat verteilten Leistungen?

„Im Wesentlichen sollten das jene decken, denen die Roboter gehören, denn sie ziehen den Nutzen. Ein Roboter kann einen Arbeiter ersetzen, aber dann stellt sich die Frage. Wer besitzt die Roboter und wem fließen die Einkommen zu? Offensichtlich ist das ein starker Treiber zunehmender Ungleichheit,“ sagt J. A. Robinson.

Hält man an einer moderateren Zukunftsvision fest, der zufolge KI keine Revolution, sondern eine Evolution ist, Agenten uns viel Zeit sparen und die Kreativität der Menschheit freisetzen, ist die Idee einer Vier-Tage-Woche dann nicht mehr Utopie? So bestechend der Gedanke ist, so vereinfachend sei ein solcher Blick, meint der Professor: Dieser Wandel müsse systemisch durchdacht werden. Erstens, weil Menschen einen großen Teil Sinn ihres Lebens in Arbeit finden. Sie stiftet Status, Selbstwert, eine über längere Zeit entstehende Identität.

„Zu sagen, man könne einfach mehr Freizeit haben…gut, aber dafür muss man bereit sein. Man muss lernen, Freizeit zu genießen, sie wertzuschätzen. Meiner Ansicht nach sollte Bildung, Erziehung und die Werte der Gesellschaft das abbilden,“ betont der Nobelpreisträger.

Robinsons harte Diagnose für den Westen

Deutschlands Herausforderung folgt Robinsons Logik: Institutionen ertüchtigen statt Leistungen versprechen. Das heißt: Schuldenbremse ernst nehmen, Prioritäten konzentrieren (Energiepreise, Genehmigungen, Kapitalmarktunion), Mehrheitsentscheidungen in der EU unterstützen und Regulierung verschlanken, damit kreative Zerstörung tatsächlich Investitionen auslöst, insbesondere bei KI-Infrastruktur, Automatisierung und in den Afrika-Märkten der Zukunft.

Ein Europa, das an Einstimmigkeit festhält, droht zwischen US-Rückzugstendenzen und chinesischem Staatskapitalismus handlungsunfähig zu werden. Robinsons Diagnose legt nahe: strategische Offenheit in Handel und Technologie, gekoppelt mit sozialen Puffern, und eine Afrika-Strategie auf Augenhöhe. Gelingt ein Institutionen-Reset, kann Europa trotz US-Sonderweg die Globalisierung mitprägen.

Robinsons Botschaft ist klar: Ohne politische Erneuerung gibt es keine ökonomische Erneuerung. Europa ist nicht verdammt, aber paralysiert. Die Ressourcen (Talente, Universitäten, Unternehmen) sind vorhanden; es fehlt die Entscheidungsfähigkeit. Weniger Schulden-Illusion, mehr Umsetzung; weniger Blockade, mehr kreative Zerstörung. Wer Wohlstand will, muss jetzt die Institutionen ertüchtigen.

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