Finanzen

SAF-Holland-Aktie: US-Zölle bremsen Nachfrage – Lkw-Zulieferer senkt erneut Umsatzziel

Die SAF-Holland-Aktie steht erneut im Fokus: Der Lkw-Zulieferer muss seine Umsatzprognose senken, während US-Zölle und schwache Märkte die Nachfrage bremsen. Wie reagiert der SAF-Holland-Aktienkurs – und kann das Unternehmen trotz globaler Unsicherheiten seine Position langfristig behaupten?
04.11.2025 10:59
Lesezeit: 1 min

SAF-Holland-Aktie fällt: Lkw-Zulieferer senkt Prognose

Der Lkw-Zulieferer SAF-Holland (ISIN: DE000SAFH001) reduziert aufgrund einer schwächeren Absatzprognose sein Umsatzziel erneut. Im nordamerikanischen Markt für schwere Nutzfahrzeuge habe sich das Geschäftsumfeld in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert, da die US-Zollpolitik zu spürbarer Kaufzurückhaltung geführt habe, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Auch der Absatzmarkt im asiatisch-pazifischen Raum erhole sich langsamer als erwartet, während in Europa die positive Auftragsdynamik aus dem zweiten Quartal zuletzt nicht anhielt.

Daher dürfte der Umsatz 2025 von 1,88 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,70 bis 1,75 Milliarden Euro sinken, hieß es weiter. Bereits Ende Juli hatte SAF-Holland den Erlösausblick von 1,85 bis 2,0 auf 1,8 Milliarden Euro korrigieren müssen. Die Prognosen für die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von 9,3 Prozent sowie die Investitionsquote von bis zu 3,0 Prozent des Konzernumsatzes bleiben dagegen unverändert bestehen.

SAF-Holland-Aktienkurs unter Druck

Die SAF-Holland-Aktie geriet am Dienstag stark unter Druck. Im frühen Handel verloren die Papiere des Zulieferers für die Lkw- und Trailer-Branche zeitweise über 3,3 Prozent und fielen auf unter 13,50 Euro. Seit Jahresbeginn ergibt sich damit für die SAF-Holland-Aktie bis Anfang November ein Minus von rund 9 Prozent. Der SAF-Holland-Aktienkurs steht damit deutlich unter dem Niveau zu Jahresbeginn.

Die zunehmende Vorsicht des Konzerns überrasche zwar grundsätzlich nicht, doch liege die neue Umsatzprognose unter dem Marktkonsens, erklärte ein Händler. So erwarteten die von Bloomberg befragten Analysten bislang für 2025 einen Umsatz von 1,79 Milliarden Euro. Der Aktienkurs sank ebenfalls um etwas mehr als drei Prozent auf 13,74 Euro. Damit befindet sich die SAF-Holland-Aktie nun auf dem niedrigsten Stand seit dem US-Zollschock im April, der die weltweiten Börsen belastet hatte.

Umsatzrückgang und Belastungen durch US-Handelspolitik

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres fiel der Umsatz laut vorläufigen Zahlen um fast zehn Prozent auf 1,31 Milliarden Euro. Die Nachfrage der Kunden im Erstausrüstungsgeschäft blieb weiterhin schwach, hieß es. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um gut 17 Prozent auf 121,1 Millionen Euro. Die operative Marge verringerte sich von 10,1 auf 9,3 Prozent. Der SAF-Holland-Aktienkurs reagierte auch darauf mit leichten Verlusten.

Laut Unternehmensangaben belasteten zudem höhere Beschaffungskosten im höheren einstelligen Millionen-Euro-Bereich infolge der US-Handelspolitik. Diese sollen jedoch in den kommenden Monaten durch Preisanpassungen teilweise kompensiert werden. Für den international tätigen Lkw-Zulieferer bleibt die Lage angespannt, doch langfristig gilt die SAF-Holland-Aktie weiterhin als Schlüsselwert in der Nutzfahrzeugbranche.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Investmentchancen: Korea, Luxus, Wasser – wo jetzt Rendite lockt
20.09.2026

Die Börsen stehen nahe ihren Rekorden, doch einige Anleger suchen ihre Chancen ausgerechnet dort, wo es zuletzt besonders wehgetan hat....

DWN
Panorama
Panorama KI-Kunst: Kreative Revolution oder seelenlose Kopie?
20.09.2026

Zurzeit gibt es viel Kritik an KI-generierter Kunst. Die Argumente klingen vertraut: „seelenlos“, „bloße Reproduktion des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten im Alter: Was Senioren wirklich im Job hält
20.09.2026

Ältere Beschäftigte werden auf dem Arbeitsmarkt plötzlich dringend gebraucht. Doch wer Senioren länger im Job halten will, kommt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arktis-Korridor: Wird Russlands Nordroute zur Gefahr für europäische Häfen?
20.09.2026

Der Chef von Rosatom sagt: Russland müsste etwa 100 Milliarden Euro investieren, wenn es die Arktisroute in einen echten Logistikkorridor...

DWN
Politik
Politik Merz unter Druck: Öffnet sich für Söder das Kanzleramt?
20.09.2026

Markus Söder hat Kanzlerambitionen mehrfach ausgeschlossen. Doch nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt und wachsendem Druck auf Friedrich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg in der Autoindustrie: Warum Rabatte die Zukunft gefährden
20.09.2026

Europas Autobauer liefern sich einen Preiskampf ausgerechnet in einer Phase, in der sie Milliarden für ihre technologische Zukunft...

DWN
Immobilien
Immobilien Schlafen überm Edeka: Wie das Baurecht Wohnen im Gewerbegebiet blockiert
20.09.2026

Obwohl bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen fehlen und Millionen Quadratmeter Gewerbefläche leer stehen, verbietet die Baunutzungsverordnung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rhein Group: Draghi versammelt Europas Machtelite
19.09.2026

Mario Draghi hat Europas wirtschaftliche Schwächen analysiert. Jetzt will er handeln: Mit der Rhein Group versammelt der frühere...