Finanzen

BMW-Aktie im Aufwind: Autobauer erzielt Gewinn wie prognostiziert – was Anleger jetzt wissen müssen

Die BMW-Aktie legt deutlich zu, doch hinter den glänzenden Zahlen verbirgt sich mehr als nur ein starkes Quartal. Stabilisierung in China, Preisdruck und neue E-Auto-Strategien prägen die BMW-Bilanz.
05.11.2025 21:37
Lesezeit: 3 min

BMW-Aktienkurs führt DAX an

Der Münchner Autobauer BMW (ISIN: DE0005190003) hat im dritten Quartal nach der im Oktober reduzierten Prognose wie erwartet abgeschnitten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf 2,26 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Mittwoch in München mit. Vor einem Jahr hatte eine Auslieferungssperre wegen eines defekten Bremssystems die Zahlen stark belastet. Die BMW-Aktie reagierte positiv auf die neuen Kennzahlen und Aussagen bei der Presse- und Analystenkonferenz.

Nach einem verhaltenen Start weitete das Papier im Tagesverlauf sein Plus Schritt für Schritt aus. Zuletzt verteuerte sich der BMW-Aktienkurs um fast sechs Prozent auf 85 Euro. Damit führte die BMW-Aktie am späten Nachmittag den DAX an. Am Ende ging das Papier des bayrischen Autobauers mit einem kräftigen Plus von 6,72 Prozent bei 85,40 Euro aus dem Börsenhandel am Mittwoch. Im bisherigen Jahresverlauf hinkt die Aktie mit einem Anstieg von acht Prozent jedoch dem Leitindex DAX hinterher. Zwischenzeitlich erreichte der BMW-Aktienkurs im Jahresverlauf fast 92 Euro, doch die Gewinnwarnung im Oktober brachte einen deutlichen Rückschlag.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi betonte, dass erste Signale einer Stabilisierung des Absatzes in China entscheidend seien. Er gehe weiter von einer zweistelligen operativen Marge des Konzerns in der Volksrepublik aus. Der freie Mittelzufluss im Quartal könnte jedoch enttäuschend sein. Ähnlich äußerte sich Philippe Houchois von der US-Investmentbank Jefferies. Der Free Cashflow im dritten Quartal sei schwach ausgefallen, wie bereits angekündigt. Insgesamt böten die Resultate aber keine Überraschungen. UBS-Analyst Patrick Hummel sprach von einer soliden Kostenentwicklung bei BMW, die jedoch der Schwäche bei den Verkaufspreisen gegenüberstehe.

Die am Finanzmarkt stark beachtete operative Marge in der Autosparte kletterte angesichts des schwachen Vorjahres um fast drei Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Experten hatten hier mit einem geringeren Wert gerechnet. Ohne die erhöhten Einfuhrzölle in die USA und die EU wäre die Marge um 1,75 Prozentpunkte höher ausgefallen, teilte BMW mit.

Herausforderungen durch Zölle und China-Geschäft

Wie andere deutsche Autobauer kämpft auch BMW mit höheren US-Zöllen auf Autos sowie auf Stahl und Aluminium. Hinzu kommt, dass in China produzierte und nach Europa exportierte Elektroautos der Marke Mini nun ebenfalls höheren Einfuhrabgaben unterliegen.

Das schwächere Geschäft im einstigen Wachstumsmarkt China zeigt sich auch in der BMW-Bilanz, weshalb der Konzern im Oktober seine Jahresprognose senken musste. Die Absatzentwicklung in der Volksrepublik fiel im dritten Quartal geringer aus als erwartet. Infolgedessen reduzierte BMW auch seine Erwartungen für das vierte Quartal in diesem wichtigen Markt und unterstützt seine Händler in China finanziell.

Preiskampf im größten Automarkt der Welt

Im größten Automarkt der Welt herrscht ein intensiver Preiskampf. Das Absatzwachstum konzentriert sich laut BMW überwiegend auf Fahrzeuge mit einem Kaufpreis von unter rund 18.000 Euro – der zunehmende Wettbewerb lokaler Anbieter drückt jedoch den gesamten Markt. Zu Jahresbeginn hatten Vorstandschef Oliver Zipse und Finanzchef Walter Mertl noch auf Besserung in China gesetzt – bislang blieb diese aber aus.

Der Absatzmix und das Absatzwachstum stützten laut BMW-Bilanz das operative Ergebnis der Autosparte im Quartal, während die Preise belasteten. Der Saldo dieser drei Faktoren verringerte das Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 300 Millionen Euro.

BMW-Bilanz zeigt Belastungen durch Währungen

Auch der schwache Dollar und weitere Währungseffekte kosteten den Konzern Geld. Trotz der Probleme blieb der Umsatz mit 32,3 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert, obwohl BMW die Auslieferungen um knapp 9 Prozent auf 588.140 Fahrzeuge steigerte.

Unter dem Strich verdiente BMW 1,70 Milliarden Euro und damit mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr. Die wegen der China-Probleme im Oktober gesenkte Jahresprognose bestätigte der Vorstand. Man habe gezeigt, "wie robust und tragfähig unser Geschäftsmodell ist", erklärte Zipse. Auch die europäischen CO2-Flottenziele werde man im laufenden Jahr erreichen, "und zwar ohne Flexibilisierung oder Pooling", betonte er.

Positive Aussichten durch neue Elektrostrategie

Positive Signale kamen vom iX3, dem ersten Modell der neuen Generation "Neue Klasse" – dem Grundkonzept künftiger Elektroautos von BMW. "Die Auftragseingänge in Europa liegen deutlich über unseren Erwartungen und belegen das hohe Kundeninteresse", sagte Zipse. Bislang ist das Auto nur in Europa bestellbar.

Mit Blick auf die gefährdete Chipversorgung durch den Zulieferer Nexperia infolge politischer Spannungen mit China sieht sich BMW gut aufgestellt. "Man sei in komfortabler Lage, mit dem Problem umzugehen", betonte Zipse.

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