Finanzen

DAX-Kurs: Erholungsversuch geht beim DAX aktuell weiter – Ende des US-Shutdowns in Sicht

Der DAX-Kurs zeigt im Börsenhandel am Dienstag wieder seine aktuelle Stärke – doch wie nachhaltig ist der Aufwärtstrend beim DAX aktuell wirklich? Politische Unsicherheiten in den USA und technische Hürden im Chartbild werfen Fragen auf.
11.11.2025 19:11
Lesezeit: 2 min
DAX-Kurs: Erholungsversuch geht beim DAX aktuell weiter – Ende des US-Shutdowns in Sicht
Die Indizes der Deutschen Börse: Der deutsche Leitindex DAX startet am Dienstag einen Erholungsversuch, der DAX-Kurs legt zu (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

DAX-Kurs über 24.000 Punkte – nur knapp unter Tageshoch

Der DAX-Kurs hat am Dienstag erneut die Marke von 24.000 Punkten überschritten. Im Verlauf des Handels schwankte der deutsche Leitindex bei insgesamt moderaten Gewinnen mehrfach um diese psychologisch bedeutende Grenze, bis am Nachmittag dank Zuwächsen an der Wall Street der entscheidende Schub kam. Mit einem Plus von 0,53 Prozent auf 24.088,06 Zählern beendete der DAX-Kurs den Xetra-Handel knapp unter seinem kurz zuvor markierten Tageshoch. Der MDAX, der Index mittelgroßer Börsenwerte, legte um 0,22 Prozent auf 29.204,45 Punkte zu.

Für ein dauerhaftes Überschreiten der 24.000 Punkte beim DAX-Kurs braucht es nach Ansicht von Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners "vor allem langfristig orientierte Käufer". Diese seien zuletzt überwiegend bei fallenden Kursen in den Markt gekommen.

Christine Romar, Head of Europe bei CMC Markets, erklärte: "Die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen auf dem aktuellen Niveau ist weiterhin hoch, während die für eine Jahresendrally notwendigen Anschlusskäufe ausbleiben." Was die monatelange Seitwärtsbewegung beim DAX-Kurs beenden könnte, sei derzeit ungewiss. Möglicherweise könnten die nachgereichten US-Konjunkturdaten das Potenzial dafür bieten, da diese nach dem Ende des Shutdowns "wohl in hoher Dosis die Märkte erreichen".

Europäische Börsen im Aufwind

Auch europaweit stiegen die Börsen, teils sogar kräftiger: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,08 Prozent auf 5.725,70 Punkte. In der Schweiz ging es um 1,98 Prozent nach oben, da Anleger im Zuge der Gespräche mit US-Präsident Donald Trump auf eine Lösung im Zollstreit setzten. In Großbritannien zog der FTSE 100 ebenfalls an, während sich in den USA ein gemischtes Bild zeigte. Der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial lag zum europäischen Handelsschluss im Plus. Der breite S&P 500 und die technologielastigen Nasdaq-Indizes gaben dagegen nach.

Die Aussicht auf ein baldiges Ende des Regierungsstillstands brachte Anleger kaum noch in Bewegung, denn darauf hatten sie bereits zu Wochenbeginn gesetzt. Der US-Senat billigte nach fast sechs Wochen Blockade einen Übergangshaushalt bis Ende Januar. Bevor US-Präsident Donald Trump unterzeichnet, fehlt nur noch die Zustimmung des Repräsentantenhauses.

Aktien Frankfurt: Berichtssaison prägt die deutsche Börse

In Deutschland blieb die Berichtssaison das Hauptthema an der Börse. So präsentierten aus dem DAX Munich Re (ISIN: DE0008430026) und Porsche Holding (ISIN: DE000PAH0038) ihre Zahlen. Der Rückversicherer erzielte nach einem schadensarmen Sommer einen deutlichen Gewinnsprung im dritten Quartal, senkte jedoch erneut die Prognose für die Einnahmen. Die Aktie von Munich Re schloss 0,2 Prozent höher.

Die VW-Eigentümerholding spürte in den ersten neun Monaten die Schwäche ihrer Kernbeteiligungen deutlich. Da es an diesem Tag für Autowerte insgesamt bergauf ging, gewann die Aktie der Beteiligungsgesellschaft 1,9 Prozent. Rüstungswerte litten unter den Zielen von Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005). Der Radar-Spezialist überzeugte nicht mit seinen Plänen für 2026 und 2027, was der Hensoldt-Aktie am MDAX-Ende ein Minus von 8,4 Prozent einbrachte. Rheinmetall-Aktien (ISIN: DE0007030009) und Renk-Aktien (ISIN: DE000RENK730) verloren jeweils 3,1 Prozent.

Die Fraport-Aktien (ISIN: DE0005773303) sprangen nach positiven Überraschungen beim Barmittelzufluss und Quartalsergebnis um 6,5 Prozent nach oben. Redcare stiegen an der MDAX-Spitze um 7,0 Prozent. Eine Personalentscheidung und eine verbesserte Analysteneinschätzung gaben den Ausschlag. Das seit Wochen schwache Ionos-Papier (ISIN: DE000A3E00M1) setzte nach enttäuschenden Umsatzzahlen seine Talfahrt im Index mit minus 8,0 Prozent fort. Zudem sind Anleger skeptisch bezüglich des überraschend angekündigten Verkaufs der Adtech-Sparte, also des Geschäfts mit Werbetechnologie. Das belastete auch den Mutterkonzern United Internet (ISIN: DE0005089031), dessen Aktie trotz solider Quartalszahlen um 2,9 Prozent nachgab.

Ströer-Aktien (ISIN: DE0007493991) rutschten nach Zahlen auf den tiefsten Stand seit 2015 und verloren im MDAX letztlich 5,7 Prozent. Der Werbevermarkter meldete sinkenden Umsatz und Gewinn – ein weiteres Signal für Vorsicht am Markt der Aktien Frankfurt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Lageroptimierung als Wettbewerbsfaktor im Mittelstand

In Zeiten steigenden Wettbewerbsdrucks, globaler Lieferketten und wachsender Kundenerwartungen wird die Effizienz interner Prozesse zu...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Experten schlagen Alarm: Straße von Hormus könnte monatelang blockiert werden
05.03.2026

Experten warnen, dass Iran die für den globalen Ölhandel zentrale Straße von Hormus über längere Zeit unter Druck setzen könnte. Wie...

DWN
Politik
Politik Bürgergeld-Reform beschlossen: Strengere Regeln für 5,5 Millionen Empfänger
05.03.2026

Der Bundestag zieht die Zügel beim Bürgergeld deutlich an: strengere Regeln, härtere Sanktionen, mehr Druck zur Arbeitsaufnahme....

DWN
Finanzen
Finanzen Renk-Aktie: Dividende und Ausblick unter Druck
05.03.2026

Die Renk-Aktie schwankt weiter trotz Rekordumsätzen und stabiler Dividende. Analysten sehen Chancen für Investoren in einem geopolitisch...

DWN
Politik
Politik Putin-Gas: EU wird der Hahn abgedreht, Russland prüft vorzeitiges Embargo
05.03.2026

Putin erwägt, Gaslieferungen an die EU vorzeitig zu stoppen. Ein solches Vorgehen könnte die Energiepreise massiv anheizen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Überverantwortung im Job: Wenn Engagement zur Dauerbelastung wird – diese Lösungen gibt es
05.03.2026

Überverantwortung im Job gilt oft als Tugend: engagiert, gewissenhaft, verlässlich. Doch wer dauerhaft mehr trägt, als eigentlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin und KI: Warum Maschinen die Cyberdevise bevorzugen
05.03.2026

Bitcoin behauptet sich als bevorzugtes Geld der Künstlichen Intelligenz – Fiatgeld verliert deutlich. Die Studie des BPI offenbart,...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank macht Verlust von 8,6 Milliarden Euro
05.03.2026

Die Bundesbank schreibt erneut Milliardenverluste, eine Auszahlung an den Bund bleibt aus. Die Geldpolitik der EZB hinterlässt tiefe...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg: Auswirkungen auf Russlands Krieg in der Ukraine
05.03.2026

Der Iran-Krieg überschattet den Ukraine-Konflikt und verunsichert Kiew wie Moskau. Besonders Waffenlieferungen und Drohnenstrategien...