Wohnungspreise in Innenstädten steigen überdurchschnittlich
Wer eine bezahlbare Wohnung kaufen will, muss zunehmend auf Außenbezirke ausweichen. Nach einer Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft sind Preise von Wohnungen in den Innenstädten im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gestiegen. Wohnungen in zentralen Lagen waren im Schnitt rund 27 Prozent teurer als Wohnungen in Randlagen, teilte das Forschungsinstitut mit. 2024 lag der Unterschied noch bei 25 Prozent.
Langfristig betrachtet haben sich die Immobilienpreise innerhalb der Stadtgrenzen deutlich auseinander bewegt: 1990 waren nach Angaben des Kiel Instituts zentral gelegene Wohnungen nur fünf Prozent teurer als die nicht zentralen. Dieser Aufschlag hat sich seitdem mehr als verfünffacht.
Gegenbewegung: Zinsänderungen
Der Projektleiter des Forschungsvorhabens Greix, Jonas Zdrzalek, sagte, er vermute, dass Preise von Wohnungen in den Stadtzentren vergleichsweise stärker auf Zinsänderungen reagierten. «Nachdem die Preise in den Stadtkernen während der Phase von steigenden Zinsen überproportional nachgegeben haben, sehen wir nun eine Gegenbewegung.»
Vergleichsweise stark haben sich 2025 die Innenstadtwohnungen in Düsseldorf und München verteuert, wo die Preise im Vergleich zu den Außenbezirken um vier und drei Prozentpunkte zunahmen. Berlin bildete eine Ausnahme: Dort nahmen die Preise in Randlagen stärker zu; der Unterschied lag bei einem Prozentpunkt.
Der Greix-Kaufpreisindex ist ein Immobilienpreisindex für Deutschland auf Basis der Kaufpreissammlungen der lokalen Gutachterausschüsse, die notariell beglaubigte Verkaufspreise enthalten. Er bildet die Preisentwicklung einzelner Städte und Stadtviertel bis zurück ins Jahr 1960 ab und basiert nach Angaben des Kiel Instituts auf über zwei Millionen Transaktionsdaten.

