Wirtschaft

Ifo-Institut warnt: Deutsche Industrie verliert weiter an Wettbewerbsfähigkeit

Die deutsche Industrie steht vor einer Bewährungsprobe: Steigende Energiekosten, Fachkräftemangel und globale Konkurrenz setzen den Standort massiv unter Druck. Laut Ifo-Institut sinkt die Wettbewerbsfähigkeit spürbar.
11.11.2025 10:23
Lesezeit: 1 min
Ifo-Institut warnt: Deutsche Industrie verliert weiter an Wettbewerbsfähigkeit
Industrieanlagen auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF: Laut Ifo-Institut verliert die deutsche Industrie weiter an Wettbewerbsfähigkeit (Foto: dpa).

Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf historischem Tief

Die deutsche Industrie sieht ihre Wettbewerbsfähigkeit auf einem historischen Tief. Noch nie in den 31 Jahren, seit denen das Münchner Ifo-Institut diese Frage stellt, gaben so viele Firmen wie im Oktober an, gegenüber Konkurrenten außerhalb der EU an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Konkret meldeten dies laut den Münchner Forschern 36,6 Prozent der Betriebe. Das bedeutet einen deutlichen Anstieg im Vergleich zur letzten Erhebung im Juli, als es noch 24,7 Prozent waren.

"Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie befindet sich auf einem neuen Tiefpunkt", erklärt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Das zeigt, wie stark die strukturellen Probleme inzwischen durchschlagen."

Rückgang im europäischen Vergleich: Energieintensive Branchen besonders betroffen

Auch im innereuropäischen Vergleich befindet sich die deutsche Industrie im Abwärtstrend. Der Anteil jener Unternehmen, die über sinkende Wettbewerbsfähigkeit berichten, stieg von 12 auf 21,5 Prozent.

Besonders kritisch ist die Lage in der energieintensiven deutschen Industrie. In der chemischen Industrie melden über die Hälfte der Unternehmen Verluste bei der Wettbewerbsfähigkeit. Bei Herstellern elektronischer und optischer Erzeugnisse sind es 47 Prozent, im Maschinenbau etwa 40 Prozent. "Die strukturellen Probleme sind bekannt", betont Wohlrabe. "Jetzt kommt es darauf an, sie entschlossen anzugehen", so Wohlrabe weiter. "Ohne tiefgreifende Reformen droht die deutsche Industrie, im internationalen Vergleich weiter zurückzufallen."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eurozonen-Wirtschaft: Übergang in einen neuen Konjunkturzyklus
15.02.2026

Die Eurozonen-Wirtschaft tritt laut Prognosen der Bank Citadele in einen neuen Konjunkturzyklus ein, getragen von sinkenden Zinsen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Investitionsstrategien im KI-Zeitalter: Kriterien für langfristige Wertschöpfung
15.02.2026

Künstliche Intelligenz prägt Investitionsentscheidungen und verändert die Bewertungsmaßstäbe an den Finanzmärkten. Wie lassen sich im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schlüsselindustrien im Umbruch: Deutschlands Rolle am europäischen Markt
15.02.2026

Deutschland steht vor neuen wirtschaftlichen Weichenstellungen in einem sich wandelnden europäischen Umfeld. Wie lässt sich unter diesen...

DWN
Politik
Politik Grenzwerte: Umweltbundesamt bestätigt ausreichende Luftqualität in Deutschland
15.02.2026

Die Europäische Union gibt Grenzwerte vor, die in den Ländern eingehalten werden müssen. Die Luftqualität in Deutschland hat im...

DWN
Technologie
Technologie Elektronische Patientenakte spärlich genutzt: Gesundheitsministerin will ePA attraktiver machen
15.02.2026

Gesundheitsministerin Nina Warken weiß, dass bisher nur ein Bruchteil der gesetzlich Versicherten die sogenannte ePA aktiv nutzen. Sie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB setzt auf strikte Regeln für Banken: Kapital als Stabilitätsanker
15.02.2026

Die EZB hält trotz politischen Drucks an strikten Kapitalregeln für Banken fest und warnt vor Risiken für die Finanzstabilität. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Historische Marke: Musks Vermögen überschreitet 800 Milliarden Dollar
14.02.2026

Elon Musk überschreitet als erster Unternehmer die 800-Milliarden-Dollar-Marke und baut seinen Vorsprung an der Spitze der Forbes-Liste...

DWN
Politik
Politik Chinas Militär im Umbruch: Xi Jinpings Strategie im Taiwan-Konflikt
14.02.2026

Chinas Führung greift tief in die militärische Machtstruktur ein und ordnet die Spitzen der Streitkräfte neu. Welche Folgen hat dieser...