Politik

Insa-Umfrage aktuell: AfD bleibt in Sonntagsfrage vor Union

Die aktuelle Insa-Umfrage zeigt eine AfD auf Rekordkurs - und eine Union, die langsam näher rückt. Gleichzeitig bröckelt das Tabu-Image der AfD, eine Partei überrascht mit ihrem Wählerpotenzial und eine Politikerin stürzt in der Gunst der Wähler ab.
25.11.2025 10:26
Lesezeit: 2 min
Insa-Umfrage aktuell: AfD bleibt in Sonntagsfrage vor Union
AfD-Co-Chefin Alice Weidel .Laut einer aktuellen Insa-Umfrage liegt die AfD vor der Union (Foto: dpa). Foto: Kay Nietfeld

Insa-Umfrage aktuell: AfD verliert Tabu-Image, hohes Potenzial bei SPD

Die AfD bleibt in der Insa-Umfrage an der Spitze der bundesweiten Stimmung. Die aktuelle Insa-Umfrage bestätigt damit den seit Monaten sichtbaren Höhenflug: In der klassischen Sonntagfrage, also der Frage „Wen würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?“, kommt die Partei erneut auf 26 Prozent. Damit liegt sie unverändert knapp vor der Union, die um 1 Prozentpunkt auf 25,5 Prozent zulegt. Die SPD hält 15 Prozent, die Grünen verharren bei 11 Prozent. Die Linke verliert leicht auf 10,5 Prozent (-0,5). Das BSW bleibt bei 4 Prozent, die FDP rutscht um einen halben Punkt auf 3 Prozent. Sonstige Parteien erreichen zusammen 5 Prozent. BSW und FDP würden damit weiter nicht in den Bundestag einziehen.

Auch jenseits der Sonntagfrage zeigt die Insa-Umfrage aktuell eine deutliche Verschiebung. In der „negativen Sonntagfrage“ sagen nur noch 49 Prozent der Befragten, sie könnten sich „auf keinen Fall“ vorstellen, die AfD zu wählen – ein historischer Tiefstwert. Der Spitzenwert hatte schon einmal bei 75 Prozent gelegen. Gleichzeitig antworteten 26 Prozent mit „Ja“, sieben mit „möglich“ und 18 Prozent mit „unsicher“. „Nur noch knapp jeder Zweite schließt die Wahl der AfD grundsätzlich aus. Das ist immer noch der schlechteste Wert aller Parteien in der ‚negativen Sonntagsfrage‘, aber der beste in dieser Kategorie für die AfD jemals gemessene Wert“, sagte Insa-Chef Hermann Binkert.

Merz-Regierung laut Insa-Umfrage weiter ohne Mehrheit

Für eine parlamentarische Mehrheit wären 44 Prozent nötig. Das schwarz-rote Bündnis von Kanzler Friedrich Merz (CDU) erreicht in der Sonntagfrage zusammen aber nur 40,5 Prozent. Für die Sozialdemokraten enthält die Insa-Umfrage dennoch einen Hoffnungsschimmer: Über ihre 15 Prozent hinaus hat die SPD ein Wählerpotenzial von 24 Prozent. Das maximal mögliche Potenzial der SPD beziffert der Insa-Trend bei 39 Prozent – nur knapp hinter der Union (39,5 Prozent). Für die AfD liegt das maximal mögliche Potenzial bei 33 Prozent, es folgen Grüne mit 25 Prozent, Linkspartei mit 22,5 Prozent, FDP mit 17 Prozent und BSW mit 15 Prozent. Die Ergebnisse der Insa-Sonntagsfrage im Überblick:

  • → AfD: 26 Prozent (±0)
  • ↑ Union: 25,5 Prozent (+1)
  • → SPD: 15 Prozent (±0)
  • → Grüne: 11 Prozent (±0)
  • ↓ Linke: 10,5 Prozent (-0,5)
  • → BSW: 4 Prozent (±0)
  • ↓ FDP: 3 Prozent (-0,5)
  • → Sonstige: 5 Prozent (±0)

Grünen-Chefin stürzt im Politiker-Ranking ab

Im aktuellen Politiker-Ranking bleibt Boris Pistorius (SPD) vorn, gefolgt von Hendrik Wüst (CDU) und Markus Söder (CSU). Alice Weidel (AfD) rückt laut Insa-Umfrage erneut in die Top Ten auf. Deutlich abwärts geht es dagegen für Grünen-Chefin Franziska Brantner: Sie verliert vier Plätze und landet auf Rang 16 – einen Platz vor Friedrich Merz. Der Insa-Trend zeigt damit, wie stark Sympathiewerte und Sonntagfrage derzeit auseinanderdriften. Die beliebtesten Politiker im Überblick:

  1. Boris Pistorius (SPD)
  2. Hendrik Wüst (CDU)
  3. Markus Söder (CSU)
  4. Alexander Dobrindt (CSU)
  5. Thorsten Frei (CDU)
  6. Lars Klingbeil (SPD)
  7. Julia Klöckner (CDU)
  8. Bärbel Bas (SPD)
  9. Carsten Linnemann (CDU)
  10. Alice Weidel (AfD)
  11. Christian Dürr (FDP)
  12. Katherina Reiche (CDU)
  13. Sahra Wagenknecht (BSW)
  14. Ines Schwerdtner (Linke)
  15. Heidi Reichinnek (Linke)
  16. Franziska Brantner (Grüne)
  17. Friedrich Merz (CDU)
  18. Katharina Dröge (Grüne)
  19. Tino Chrupalla (AfD)
  20. Jens Spahn (CDU)

Für den Insa-Meinungstrend wurden 2008 Wählerinnen und Wähler vom 21. bis 24. November befragt. Wie jede Insa-Umfrage aktuell bildet auch diese nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung ab – und ist keine Prognose für den Wahlausgang.

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