Finanzen

Rheinmetall-Aktie stabil: Analystenkommentar von Bank of America bewegt Rüstungsaktien

Am Freitag geraten deutsche Rüstungsaktien in Bewegung: Ein US-Großbank-Analyst sortiert seine Favoriten neu. Welche Titel profitieren, welche verlieren – und was das für die Rheinmetall-Aktie bedeutet.
05.12.2025 15:41
Aktualisiert: 05.12.2025 15:41
Lesezeit: 2 min

Rüstungsaktien uneinheitlich: Rheinmetall-Aktie aktuell stabil, Hensoldt runter, Renk rauf

Deutsche Rüstungswerte driften am Freitag im Börsenhandel auseinander: Während die Rheinmetall-Aktie nach einem schwachen Start am Nachmittag zulegt, zeigt sich die Hensoldt-Aktie etwas schwächer. Die Renk-Aktie legt stark zu.

Im MDAX erholte sich die Aktie des Panzergetriebe-Herstellers Renk (ISIN: DE000RENK730) zeitweise um 3,7 Prozent auf 51,29 Euro, während die Aktie des Radar-Spezialisten Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005) sich nach einem kräftigen Minus im frühen Freitagshandel am Nachmittag kaum verändert bei 69,00 Euro zeigt. Die Rheinmetall-Aktie (ISIN: DE0007030009) zählte zum Auftakt in den Freitagshandel zu den schwächeren DAX-Werten, legte aber parallel zum Start an den US-Börsen bei 1.555,50 Euro annähernd ein Prozent zu. Anleger reagierten damit am Markt auf die neuen Analystenkommentare.

Analystenkommentar der Bank of America bewegt Rüstungswerte

Nach der jüngsten Kurskorrektur wegen neuer Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs ordnete BofA-Analyst Benjamin Heelan seine Präferenzen neu. Langfristig sieht er durch höhere Rüstungsausgaben der Nato-Staaten großes Potenzial. Diese dürften im kommenden Jahr die Bestellungen bei Renk spürbar antreiben. Heelan vollzog daher bei der Renk-Aktie eine Kehrtwende von "Underperform" auf "Buy", hob das Kursziel auf 61 Euro an und rät angesichts der inzwischen attraktiven Bewertung zu einem Kauf vor diesem Aufschwung. Auch die Rheinmetall-Aktie bleibt für ihn grundsätzlich interessant.

Für Hensoldt werde 2026 hingegen wohl ein Übergangsjahr, in dem der Radar-Spezialist hinter den Konkurrenten zurückbleibe. Neue Aufträge im ersten Halbjahr seien laut Heelan bereits weitgehend eingepreist. Er rechnet daher mit wenig Impulsen, stufte Hensoldt auf "Neutral" mit einem Kursziel von 77 Euro ab und sieht die Hensoldt-Aktie damit ohne klare Treiber. Rheinmetall bleibt er zwar gewogen, senkte jedoch sein Kursziel ebenfalls auf nun 2.215 Euro. Die Aktien des größten deutschen Rüstungskonzerns fielen zuletzt ein Prozent auf 1.525 Euro.

Den Börsen-Neuling TKMS (ISIN: DE000TKMS001) beurteilt Heelan kritisch. Er startete die Bewertung des Marineschiffbauers mit "Underperform" und einem Kursziel von 55,70 Euro. Mit Blick auf die Wachstumsaussichten seien die Aktien teuer, und wegen langer Zyklen bei U-Boot-Bestellungen sei das Geschäftsmodell riskanter. Dennoch stiegen die Papiere um 0,5 Prozent auf 67,30 Euro. Schon am Mittwoch wurde bekannt, dass TKMS noch im Dezember in den MDax aufgenommen wird.

Zugleich bekräftigte Heelan seine Kaufempfehlung für Airbus (ISIN: NL0000235190). Der Flugzeugbauer profitiere von stabilisierten Lieferketten und dürfte die Produktion steigern. Airbus hatte sein Auslieferungsziel gesenkt und muss im Dezember noch 133 Jets ausliefern, um die gekappte Prognose zu erreichen. Die Airbus-Aktien kletterten im Xetra-Handel um 0,7 Prozent auf 198,45 Euro und haben damit weiter Luft bis zum Kursziel von 269 Euro.

Außerdem stufte Heelan die MTU-Papiere (ISIN: DE000A0D9PT0) auf "Buy" mit einem Kursziel von 410 Euro hoch. Sie legten auf Xetra um 2,4 Prozent auf 356,70 Euro zu und gehörten zur DAX-Spitzengruppe. Gegenüber Safran (ISIN: FR0000073272) und Rolls-Royce (ISIN: GB00B63H8491) bestehe Aufholpotenzial bei der Bewertung, und auch MTU profitiere von entspannteren Lieferketten. Die Rheinmetall-Aktie bleibt parallel ein wichtiger Gradmesser im Sektor.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Deutsche im Iran: Pistorius bereit für Bundeswehreinsatz bei Waffenruhe
26.03.2026

Der Iran-Krieg alarmiert die Bundesregierung, weil die wirtschaftlichen Folgen weltweit spürbar werden. Verteidigungsminister Pistorius...

DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...

DWN
Politik
Politik Digitale Gewalt: Was die Regierung jetzt plant
25.03.2026

Deepfakes, Überwachung, intime Bilder – digitale Gewalt nimmt zu, und der politische Druck wächst. Die Bundesregierung arbeitet an...