Wirtschaft

Scott Bessent auf dem Weltwirtschaftsforum: „Die Staats- und Regierungschefs werden nicht eskalieren“

Die US-Mitgliedschaft in der Nato stehe nicht zur Debatte, und Europa sei selbstverständlich ein Verbündeter. Das sagte US-Finanzminister Scott Bessent gegenüber dem schwedischen DWN-Partnerportal Dagens Industri am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Er behauptet, die Medien würden die diplomatische Krise rund um Grönland übertreiben.
Autor
avtor
21.01.2026 08:03
Lesezeit: 2 min
Scott Bessent auf dem Weltwirtschaftsforum: „Die Staats- und Regierungschefs werden nicht eskalieren“
Scott Bessent, US-Finanzminister, nimmt an der 56. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos teil (Foto: dpa). Foto: Gian Ehrenzeller

Scott Bessent: „Die Staats- und Regierungschefs werden nicht eskalieren“

In der Nacht auf Dienstag veröffentlichte US-Präsident Donald Trump in sozialen Netzwerken ein manipuliertes Bild, auf dem er die US-Flagge auf Grönland platziert. Als Finanzminister Scott Bessent jedoch Journalisten in Davos traf, sagte er, die Medien hätten um die Grönland-Frage eine Art Hysterie erzeugt. „Wir befinden uns mitten in Präsident Trumps Politik, und natürlich ist Europa ein Verbündeter. Die US-Mitgliedschaft in der Nato steht außer Frage“, sagte er der Wirtschaftszeitung Dagens Industri.

Bessent: Partner im Ukraine-Krieg – Streit über den Deal möglich

„Wir sind Partner bei den Bemühungen, den tragischen Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden. Aber das bedeutet nicht, dass es keine Meinungsverschiedenheiten über ein künftiges Abkommen geben kann.“ Auf die Frage, wie viel wirtschaftlichen Schaden er im Fall eines lang anhaltenden Zollkonflikts zwischen den USA und Europa zu akzeptieren bereit wäre, um Grönland „einzunehmen“, forderte er den Reporter von Dagens Industri auf, erst einmal tief durchzuatmen.

„Ich bin sicher, Sie hätten mir dieselbe Frage gestellt, wenn wir am 2. April hier gewesen wären – und wissen Sie was? Am Ende hat sich alles gelöst. Den Volkswirtschaften geht es gut. Wir haben ein sehr gutes Handelsabkommen und ich glaube nicht, dass wir jemals eine engere Beziehung hatten“, sagte der US-Finanzminister – und verwies damit auf den Zeitpunkt, als Donald Trump seine erste Runde von Handelszöllen angekündigt hatte.

US-Staatsanleihen als Waffe? Bessent nennt Szenario unrealistisch

Auf die Frage, welche Botschaft er europäischen Unternehmenslenkern mitgeben wolle, forderte er alle auf, ruhig zu bleiben.

„Es sind erst 48 Stunden vergangen. Lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich. Ich bin überzeugt, dass die Staats- und Regierungschefs nicht eskalieren werden und dass sich das so lösen wird, dass es am Ende ein sehr gutes Ergebnis für alle gibt – für die nationale Sicherheit, für die USA und für Europa.“

Scott Bessent wies die Vorstellung zurück, Europa könne auf die neuen Zölle so reagieren, dass dies den USA schadet – und übte insbesondere Kritik an Diskussionen, wonach Länder beginnen könnten, US-Staatsanleihen zu verkaufen. „Darüber gibt es keinerlei Gespräche unter europäischen Regierungen. Ein Bericht der Deutschen Bank hat geschrieben, dass so etwas passieren könnte, und die Medien haben sich daran festgebissen – aber ich finde, das zeichnet ein völlig falsches Bild. Das ergibt keinerlei Logik“, sagte er. Das Schlimmste, was ein Land tun kann, ist, gegenüber den USA zu eskalieren“, fügte er hinzu.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
avtor1
Malin Rising

Malin Rising ist seit 20 Jahren Journalistin. Erfahrung sammelte sie als Reporterin, Korrespondentin, Redakteurin und Podcast-Produzentin für internationale Zeitungen. Sie war beispielsweise für The Wall Street Journal tätig und arbeitet nun als Europa-Reporterin bei der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mitarbeitermotivation im Wandel: Warum Geld allein nicht mehr reicht
03.04.2026

Mehr Geld reicht nicht mehr, um Mitarbeiter zu halten. Beschäftigte verlangen zunehmend Flexibilität, Sicherheit und echte Perspektiven....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lamborghini Urus SE im Test: Was leistet der Plug-in-Hybrid mit V8-Motor?
03.04.2026

Lamborghini entwickelt sein erfolgreichstes Modell weiter und kombiniert beim Urus erstmals einen V8-Motor mit Plug-in-Hybridtechnik....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Remote-Jobs werden knapper: Der Kampf ums Homeoffice nimmt zu
03.04.2026

Der Arbeitsmarkt für Remote-Arbeit verändert sich spürbar, während Unternehmen ihre Strategien neu ausrichten und die Nachfrage nach...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 14: Die wichtigsten Analysen der Woche
02.04.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 14 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Politik
Politik Orbán oder von der Leyen: Wahlen in Ungarn werden Europa verändern - steht die EU vor einem Machtverlust?
02.04.2026

Die Parlamentswahl am 12. April in Ungarn rückt nicht nur die Zukunft von Viktor Orbáns politischem System sondern auch die Zukunft der...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street gibt nach
02.04.2026

Ein nervenaufreibender Handelstag an den Märkten: Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren die Kurse jetzt in Bewegung halten.

DWN
Politik
Politik BlackRock: Investmentpläne vor Iran-Angriff? Pete Hegseths BlackRock-Investition im Fokus
02.04.2026

Während des Iran-Krieges rücken mögliche frühere Verbindungen zwischen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, BlackRock und den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russland stoppt Benzinexporte: Angriffe auf Raffinerien führen zu Exportstopp
02.04.2026

Drohnenangriffe treffen Energiesektor: Das russische Gastankschiff "Arctic Mategaz" war Anfang März vor der Küste Libyens nach...