BlackRock: Investmentpläne vor Iran-Angriff? Pete Hegseths BlackRock-Investition im Fokus
Ein Vermögensverwalter bei Morgan Stanley hat im Vorfeld des US-israelischen Angriffs auf den Iran offenbar eine größere Investition für den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth vorbereitet. Die Financial Times beruft sich dabei auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Demnach nahm ein Vermittler Hegseths bereits im Februar Kontakt mit dem Vermögensverwalter BlackRock auf. BlackRock, Inc. ist mit über 12,5 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand Juni 2025) der weltweit größte Vermögensverwalter. Ziel war es, eine mehrmillionenschwere Anlage in einen BlackRock-Fonds, konkret den Defense Industrials Active ETF, zu prüfen, und zwar kurz bevor die USA ihre militärische Operation gegen Teheran einleiteten.
Der börsengehandelte Fonds mit einem Volumen von umgerechnet rund 2,9 Milliarden Euro zielt laut BlackRock darauf ab, von steigenden staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit zu profitieren. Hintergrund sind wachsende geopolitische Spannungen und ein intensiver werdender globaler Wettbewerb, in dem BlackRock gezielt auf strategische Industrien setzt.
Zu den größten Positionen zählen die Rüstungskonzerne RTX, Lockheed Martin und Northrop Grumman, deren wichtigster Auftraggeber das US-Verteidigungsministerium ist. Ergänzt wird das Portfolio durch das Datenanalyseunternehmen Palantir, das sich auf die Integration großer Datenmengen spezialisiert hat und ebenfalls im Fokus institutioneller Investoren wie BlackRock steht.
BlackRock-Investition scheiterte an fehlender Verfügbarkeit
Die konkret diskutierte Investition kam letztlich nicht zustande. Der Fonds, der erst im Mai des Vorjahres aufgelegt wurde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht für Kunden von Morgan Stanley zugänglich.
Damit blieb das Vorhaben auf der Ebene von Sondierungsgesprächen, auch wenn die Kontaktaufnahme mit BlackRock bereits erfolgt war. Hinweise auf eine tatsächliche Umsetzung oder konkrete Transaktionen liegen den Angaben zufolge nicht vor.
Pentagon weist Vorwürfe zurück
Nach Veröffentlichung des Berichts reagierte das Pentagon umgehend. Sean Parnell, leitender Sprecher des Verteidigungsministeriums, bezeichnete die Darstellung auf der Plattform X als vollständig falsch und frei erfunden.
Weder Minister Hegseth noch Vertreter seines Hauses hätten Kontakt zu BlackRock aufgenommen, um eine entsprechende Investition zu prüfen. Auch BlackRock und Morgan Stanley gaben auf Anfrage keine Stellungnahme ab.
Der an der Nasdaq gelistete Fonds IDEF legte im vergangenen Jahr zwar um 28 Prozent zu. Im Zuge der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten geriet er jedoch unter Druck und verlor innerhalb eines Monats nahezu 13 Prozent an Wert, was auch die kurzfristige Volatilität von BlackRock-Produkten im Verteidigungssektor widerspiegelt.
Finanzmärkte geraten stärker in den Fokus
Die bekannt gewordenen Gespräche fallen in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für Handelsaktivitäten rund um politische Entscheidungen. Analysten an der Wall Street untersuchen zunehmend Transaktionen auf Finanz- und Prognosemärkten im Vorfeld von Maßnahmen der Regierung von Präsident Donald Trump, wobei auch große Vermögensverwalter wie BlackRock stärker in den Blick geraten.
Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob Marktbewegungen politische Entscheidungen vorwegnehmen oder ob sensible Informationen in wirtschaftliche Entscheidungen einfließen. Gerade im Umfeld großer Akteure wie BlackRock steht der Verteidigungssektor aufgrund seiner engen Verbindung zur staatlichen Auftragsvergabe besonders im Fokus.
Relevanz für deutsche Investoren und BlackRock-Strategien
Die Diskussion verdeutlicht die enge Verflechtung von Geopolitik und Kapitalmärkten. Auch für deutsche Investoren und Unternehmen gewinnt diese Entwicklung an Bedeutung, da steigende Verteidigungsausgaben weltweit neue Marktchancen eröffnen und Produkte von Anbietern wie BlackRock dabei eine zentrale Rolle spielen.
Gleichzeitig wachsen jedoch die Risiken durch politische Einflussfaktoren und mögliche regulatorische Eingriffe. Für deutsche Marktteilnehmer stellt sich damit zunehmend die Frage, wie sich geopolitische Dynamiken und Strategien großer Vermögensverwalter wie BlackRock in tragfähige Anlagestrategien übersetzen lassen.

