Aumovio-Aktie: Aumovio streicht bis zu 4.000 Stellen
Die Aumovio-Aktie steht aktuell im Fokus der Anleger, nachdem der Autozulieferer einen umfassenden Stellenabbau angekündigt hat. Das erst im September als eigenständiges Unternehmen an die Börse gegangene Unternehmen will bis Ende 2026 weltweit bis zu 4.000 Arbeitsplätze streichen. Der geplante Aumovio-Stellenabbau betrifft vor allem die Bereiche Forschung und Entwicklung und wird mit einem „schwierigen Marktumfeld“ begründet.
„Für die Standorte in Deutschland sieht das Unternehmen die Notwendigkeit, Stellen in einem Umfang bis in den hohen dreistelligen Bereich abzubauen“, teilte die frühere Continental-Sparte am Dienstag in Frankfurt mit. Weitere Kürzungen sind insbesondere in Indien, Singapur, Rumänien, Serbien und Mexiko vorgesehen. Der Aumovio-Jobabbau soll bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein.
Conti-Abspaltung reagiert auf schwieriges Marktumfeld
Die Conti-Abspaltung Aumovio will mit dem Stellenabbau ihre Kostenstruktur deutlich verbessern. Ziel ist es, die Aufwandsquote für Forschung und Entwicklung bis 2027 um zwei Prozentpunkte auf unter zehn Prozent des Umsatzes zu senken. Konzernchef Philipp von Hirschheydt erklärte dazu: „Wir ergreifen nun zusätzliche Maßnahmen, um konsequent unsere Effizienz zu steigern".
Konkret will das Management das Technikangebot stärker an Marktentwicklungen ausrichten und das Geschäft bündeln. „Zusammen mit den bereits laufenden Maßnahmen zur Standardisierung, Automatisierung und verbesserten organisatorischen Aufstellung führt dies zu einem verringerten Stellenbedarf in den Entwicklungsbereichen des Unternehmens“, hieß es weiter.
Sozialverträglicher Abbau geplant
Der Aumovio-Stellenabbau soll möglichst sozialverantwortlich erfolgen. Für die deutschen Standorte ist ab Anfang März ein Freiwilligenprogramm geplant. Gleichzeitig führt das Unternehmen Gespräche mit der Arbeitnehmerseite, um alternative Lösungen zur Effizienzsteigerung und zur Verringerung des Abbaubedarfs in Deutschland zu entwickeln.
Besonders betroffen sind auch einzelne Standorte: In Ingolstadt sollen mehr als 30 Arbeitsplätze wegfallen, in Regensburg mehr als 100 Stellen. Insgesamt beschäftigt Aumovio weltweit rund 86.000 Mitarbeiter, davon etwa 17.000 in Deutschland. Vor gut fünf Jahren waren es bei Continental Automotive noch mehr als 100.000 Beschäftigte.
Aumovio-Aktienkurs reagiert
Der Kapitalmarkt reagierte empfindlich auf die Nachrichten. Die Aumovio-Aktie verlor via XETRA zeitweise annähernd 1,3 Prozent und notierte zum Handelsschluss am Dienstag um 43 Euro. Der Aumovio-Aktienkurs spiegelt damit die Sorgen der Investoren wider, dass der Umbau in einem ohnehin angespannten Umfeld der Autoindustrie zusätzliche Risiken birgt.
Bereits in der Vergangenheit hatte die Zuliefersparte als Teil des DAX-Konzerns Continental einen Abbau von gut 10.000 Stellen in Verwaltung und F&E angekündigt, der inzwischen weitgehend abgeschlossen ist. Auch andere große Zulieferer wie Bosch und ZF Friedrichshafen bauen wegen der Krise in der Autoindustrie und der schleppenden Nachfrage nach Elektroautos zehntausende Arbeitsplätze ab.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob es der Conti-Abspaltung gelingt, den Aumovio-Jobabbau in eine nachhaltige Effizienzsteigerung zu übersetzen – und damit den Aumovio-Aktienkurs mittelfristig zu stabilisieren.
Bewährungsprobe für die Aumovio-Aktie
Der angekündigte Stellenabbau markiert für Aumovio eine entscheidende Phase nach der Abspaltung von Continental. Der Konzern reagiert damit auf ein schwieriges Marktumfeld und will seine Kostenstruktur dauerhaft verbessern. Für Anleger bleibt die Lage jedoch ambivalent: Einerseits signalisiert das Management Entschlossenheit und strategischen Fokus, andererseits belastet der massive Aumovio-Jobabbau kurzfristig das Vertrauen. Der deutliche Rückgang des Aumovio-Aktienkurses zeigt, wie sensibel der Markt auf Sparprogramme reagiert. Ob die Maßnahmen langfristig aufgehen, hängt davon ab, ob Effizienzgewinne Wachstumspotenziale tatsächlich freisetzen.


