Finanzen

SAP-Aktie: DAX-Wert bricht nach Quartalszahlen ein – Cloud-Bestand enttäuscht

Die SAP-Aktie gerät nach den neuesten Quartalszahlen erneut kräftig unter Druck. Zwar zeigt das Cloudgeschäft weiter Wachstum, doch ein wichtiger Wert enttäuscht die Märkte. Anleger fragen sich nun, ob beim DAX-Wert noch größere Risiken drohen.
29.01.2026 12:19
Aktualisiert: 29.01.2026 12:19
Lesezeit: 3 min

SAP-Aktie bricht ein: Wachstum soll anziehen, doch Cloud-Abschlüsse bremsen den Kurs

Die SAP-Aktie ist am Donnerstag direkt im frühen Börsenhandel mächtig unter Druck geraten, nachdem Europas größter Softwarekonzern seine aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht hat. SAP will im neuen Jahr beim Umsatzwachstum einen Gang höher schalten und gleichzeitig die Profitabilität weiter steigern. Doch ausgerechnet im zentralen Wachstumsfeld Cloud verlief das Jahresende nicht ganz so rund wie erhofft – und das belastet die SAP-Aktie spürbar. Der ambitionierte Ausblick reicht den Anlegern nicht aus, es bestehen zu viele Unsicherheiten bei den aktuellen SAP-News.

Vor allem der verlangsamte Zuwachs beim Cloud-Vertragsbestand sorgt für Zurückhaltung am Markt. Die SAP-Aktie rutschte direkt nach Börsenstart in Frankfurt im elektronischen XETRA-Handel mehr als 11 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortages auf unter 175 Euro. Im Handelsverlauf vergrößerten sich die Verluste noch weiter: Am Nachmittag sackte das Papier des DAX-Wertes auf 163,30 Euro ab – gegenüber dem Schlusskurs des Vortages bedeutete das einen Kursverlust von über 16 Prozent. Damit setzt sich die schwache Entwicklung fort. Der SAP-Aktienkurs hat vom Rekordhoch bei 283,50 vor annähernd einem Jahr bereits rund 60 Prozent an Wert eingebüßt.

SAP-Zahlen: Deutlich stärkere Wachstumsziele für 2026

Mit Blick nach vorn bleibt SAP jedoch optimistisch. Der Konzern rechnet 2026 mit einer weiteren Beschleunigung. Der Produktumsatz aus Cloudsoftware und klassischen Lizenzen soll währungsbereinigt um 12 bis 13 Prozent wachsen. Allein das Cloudgeschäft dürfte sogar um 23 bis 25 Prozent zulegen. Parallel dazu soll das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) um 14 bis 18 Prozent steigen.

Damit liegen die aktuellen SAP-Zahlen im Rahmen der Markterwartungen. Trotzdem reagiert die SAP-Aktie empfindlich, weil der Cloud-Auftragsbestand langsamer wächst als im Vorjahr. Diese Kennzahl gilt als Basis für den künftig gebuchten Umsatz – entsprechend wichtig ist sie für den SAP-Aktienkurs.

Cloudwachstum schwächt sich ab – Anleger reagieren nervös

SAP konnte gegen Ende des Jahres nicht so viele große Cloud-Verträge abschließen wie erhofft. Finanzchef Dominik Asam erklärte, dass einige komplexe Deals länger in der Umsetzung bräuchten und manche öffentliche Verträge noch nicht im Vertragsbestand erfasst seien.

Der Current Cloud Backlog wuchs währungsbereinigt um 25 Prozent, verfehlte damit allerdings die eigene Erwartung um einen Prozentpunkt. Gerade hier sind Investoren besonders sensibel. Die SAP-Bilanz zeigt zwar weiterhin solides Wachstum, doch der Markt reagiert bereits auf kleine Abweichungen. Auch der Cloud-Umsatz stieg währungsbereinigt um 26 Prozent auf 5,61 Milliarden Euro. In den Quartalen zuvor lag das Wachstum noch bei 27 und 28 Prozent – ein Zeichen für eine leichte Abkühlung.

Aktienrückkaufprogramm stützt die SAP-Aktie

Um die Aktionäre bei Laune zu halten, kündigte SAP ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu zehn Milliarden Euro über zwei Jahre an. Pro Jahr kauft SAP ohnehin Aktien im Umfang von 1,5 bis 2 Milliarden Euro für das Vergütungssystem der Mitarbeiter zurück, der Rest kommt den Aktionären zugute.

Aktienrückkäufe gelten bei Investoren als beliebt, weil sie den Gewinnanteil je Aktie erhöhen können. Gleichzeitig gibt es Kritik, dass das Geld auch in Innovationen fließen könnte. Dennoch dürfte das Programm kurzfristig stabilisierend auf die SAP-Aktie wirken.

SAP-Bilanz: Umsatz und Gewinn deutlich gestiegen

Die aktuellen SAP-Quartalszahlen zeigen insgesamt ein starkes Jahr. 2025 stieg der Konzernumsatz dank der Cloud-Nachfrage um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. Der schwache Dollar bremste den Zuwachs allerdings und kostete rund drei Prozentpunkte. Das bereinigte operative Ergebnis legte – auch wegen umfangreicher Einsparungen durch einen großen Personalumbau – um 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich wuchs der Nettogewinn auf 7,5 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so stark wie im Vorjahr.

Diese Zahlen unterstreichen die robuste SAP-Bilanz, auch wenn der Cloud-Vertragsbestand zuletzt etwas enttäuschte.

SAP-CEO Christian Klein setzt auf Cloud und KI – SAP-Aktienkurs bleibt unter Druck

Vorstandschef Christian Klein betonte die strategische Ausrichtung: "Das vierte Quartal war durch ein starkes Cloudgeschäft gekennzeichnet. Durch den guten Auftragseingang wuchs der Total Cloud Backlog um 30 Prozent auf ein Rekordniveau von 77 Milliarden Euro an." Der Auftragseingang legte im Quartal um 30 Prozent zu, der Total Cloud Backlog erreichte ein Rekordhoch von 77 Milliarden Euro. SAP Business AI sei bereits in zwei Drittel der Cloud-Vertragsabschlüsse enthalten und entwickle sich zu einem wichtigen Wachstumstreiber.

Trotz der starken Ergebnisse bleibt die Stimmung an der Börse angespannt. Der SAP-Aktienkurs hatte im Februar 2025 mit 283,50 Euro ein Rekordhoch erreicht, ist seither jedoch auf rund 196 Euro gefallen – ein Minus von gut 30 Prozent. Geopolitische Unsicherheiten, die US-Zollpolitik und die Sorge vor disruptiven KI-Anwendungen belasten die gesamte Softwarebranche. Investoren haben sich zuletzt vielfach von Technologiewerten abgewandt – davon bleibt auch die SAP-Aktie nicht verschont.

Fazit: Die SAP-Aktie bietet langfristig Wachstumspotenzial dank Cloud-Strategie, KI und starker SAP-Bilanz. Kurzfristig aber bleibt entscheidend, ob SAP beim Vertragsbestand wieder stärker zulegen kann und die nächsten SAP-Quartalszahlen den Markt überzeugen.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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