Wirtschaft

Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst Ende 2025 stärker als gedacht

Nach zwei Jahren Rezession wächst die deutsche Wirtschaft 2025 wieder leicht. Das Schlussquartal fällt sogar positiver aus als erwartet. Dennoch lässt der große Aufschwung auf sich warten.
30.01.2026 11:03
Lesezeit: 1 min
Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst Ende 2025 stärker als gedacht
Im laufenden Jahr dürften staatliche Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung für Auftrieb sorgen. (Foto: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Deutsche Wirtschaft wächst Ende 2025 stärker als gedacht

Die deutsche Wirtschaft geht mit etwas mehr Rückenwind ins laufende Jahr: Im Schlussquartal 2025 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal etwas stärker zu als zunächst angenommen. 0,3 Prozent Plus ergaben neueste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes.

In einer ersten Annahme war die Wiesbadener Behörde von 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum ausgegangen. Vor allem die privaten und die staatlichen Konsumausgaben nahmen zu, wie die Statistiker erläuterten.

Für das Gesamtjahr 2025 bestätigte die Wiesbadener Behörde frühere Angaben: Mit 0,2 Prozent Plus schrammte Deutschland knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbei. In den Jahren 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Europas größte Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht.

Bringen staatliche Milliarden die Konjunktur in Schwung?

Im laufenden Jahr dürften staatliche Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung für Auftrieb sorgen. Helfen dürfte der Konjunktur auch, dass es 2026 mehr Arbeitstage gibt, weil mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen. So rechnet etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,1 Prozent wachsen wird. Die Bundesregierung erwartet ein Plus von 1,0 Prozent.

Einen spürbaren Aufschwung erwarten Ökonomen erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend.

Exporte unter Druck

Für Unsicherheit sorgt weiterhin US-Präsident Donald Trump, der immer wieder mit neuen Zöllen droht. Im vergangenen Jahr ließen höhere Zölle die Ausfuhren «Made in Germany» in Deutschlands wichtigstes Exportland USA einbrechen. Die Exporte schrumpften um 0,3 Prozent und damit das dritte Jahr in Folge. Auch die Konkurrenz aus China macht der Exportnation Deutschland zu schaffen. Das belastet die Industrie, wo insbesondere im Autobau Zehntausende Stellen gestrichen wurden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Aktien legen zu, während der Ölpreis wegen US-Iran-Gesprächen sinkt
03.08.2026

Spannung an den Märkten: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die Wall Street heute beflügelt haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VDI-Ingenieurmonitor: Arbeitslosigkeit unter Ingenieuren erreicht Rekordniveau
03.08.2026

Ingenieure und Informatiker galten lange als besonders gefragt. Doch aktuelle Zahlen zeigen, dass selbst technische Berufe die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Getreideernte droht ein Einbruch, wie er seit Jahrzehnten nicht zu sehen war
03.08.2026

Hitzewellen in Europa, die niedrigsten Prognosen für die Getreideernte in den USA seit 1970 und durch Kriege gestörter Handel treiben die...

DWN
Finanzen
Finanzen Amazon-Aktie auf Rekordhoch: KI-Nachfrage treibt Amazon über Börsenwert von 3 Billionen US-Dollar
03.08.2026

Die Rekordjagd der Tech-Konzerne geht weiter: Die Amazon-Aktie klettert kräftig, der US-Tech-Gigant knackt erstmals die Marke von drei...

DWN
Panorama
Panorama AfD-Verbotsverfahren: Über 1.000 Juristen fordern in offenem Brief AfD-Verbot
03.08.2026

Mehr als 1.000 Juristinnen und Juristen erhöhen den Druck auf die Politik und verlangen ein AfD-Verbotsverfahren. Ein offener Brief sorgt...

DWN
Politik
Politik Rente mit 63 vor dem Aus? Das wären die Folgen
03.08.2026

Kaum ein Thema bewegt Millionen Beschäftigte so sehr wie der frühere Renteneintritt. Die geplanten Reformen könnten das Rentensystem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schwedens kleinste Mine profitiert vom Goldpreis
03.08.2026

Botnia Gold betreibt eine der kleinsten Gold-Minen Europas. Doch hohe Preise für Gold und Silber haben dem Unternehmen einen starken Start...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Bitcoin kann laut Kryptoprofis den Dollar nicht ersetzen
03.08.2026

Die Tech-Rally läuft weiter, doch unter der Oberfläche wächst die Nervosität. Microsoft und Amazon retten den KI-Glauben, Steve Eisman...