Industrieklima erholt sich nach Neunmonatstief
Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich zu Beginn des Jahres verbessert. Nachdem der Indikator für die Stimmung der Einkaufsmanager im Dezember auf den tiefsten Stand seit neun Monaten gefallen war, stieg er im Januar um 0,7 Punkte auf 49,5 Punkte, wie S&P am Montag in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte.
Revision nach oben – Index bleibt unter Expansionsschwelle
Zudem wurde die erste Schätzung für die Stimmung in den Industriebetrieben etwas nach oben revidiert, nachdem zunächst ein Wert von 49,4 Punkte gemeldet worden war. Analysten hatten im Schnitt eine Bestätigung der ersten Schätzung erwartet. Der Stimmungsindikator bleibt aber weiter unter der Schwelle von 50 Punkten, was auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivität hindeutet.
Unterschiedliche Entwicklung in Kernländern
In Deutschland und Frankreich, den größten Volkswirtschaften der Eurozone, hat sich die Stimmung in den Industriebetrieben jeweils verbessert. Während der Indexwert in Deutschland unter der Expansionsschwelle bleibt, stieg der französische Stimmungsindikator weiter über die Wachstumsschwelle.
Spanien schwächelt, Italien mit leichter Erholung
Eine negative Überraschung zeigten sich hingegen in Spanien. Hier rutschte der Wert weiter unter die Expansionsschwelle und erreichte den tiefsten Wert seit dem Frühjahr 2024. In Italien legte der Indikator hingegen etwas zu, blieb aber unter der Wachstumsschwelle. In den beiden Ländern werden keine Erstschätzung durchgeführt.
Ökonom sieht nur zähe Fortschritte in der Industrie
Gewisse Fortschritte sind im Verarbeitenden Gewerbe zu erkennen, aber sie sind sehr zäh", kommentierte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank. In den Industriebetrieben sei die Produktion nach einem Rückgang im Dezember wieder leicht gestiegen und schließe an den langsamen Wachstumspfad an, der zwischen Frühjahr und Herbst letzten Jahres zu beobachten gewesen sei.

