Wirtschaft

Maschinen- und Anlagenbau: Stabile Aufträge hellen Stimmung auf

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat drei magere Jahre hinter sich. Doch die exportorientierte Branche schöpft wieder Hoffnung, berichtet der Branchenverband VDMA
04.02.2026 15:23
Lesezeit: 2 min

Stabile Aufträge hellen Stimmung im Maschinenbau auf

Die stabile Auftragslage lässt die deutsche Maschinenbauindustrie auf eine konjunkturelle Trendwende hoffen. Nach drei Jahren mit teils deutlichen Rückgängen sind im vergangenen Jahr preisbereinigt genauso viele Bestellungen eingegangen wie im Jahr zuvor, berichtet der Branchenverband VDMA in Frankfurt.

Das «reale Nullwachstum» sei vor allem durch zusätzliche Order aus dem Euro-Raum (+7 Prozent) getrieben. Aus dem Inland kamen hingegen 1 Prozent weniger Aufträge und auch die Bestellungen aus dem Nicht-Euro-Ausland gingen um 2 Prozent zurück. Hier wirken sich auch Einbußen durch die US-Zollpolitik unter Präsident Trump aus.

Bessere Stimmung bei wichtigen Kunden

Auch bei wichtigen Kunden wie der Autoindustrie sorgt das Europageschäft für bessere Stimmung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar wegen positiverer Geschäftserwartungen leicht gestiegen. Vor allem im Ausland rechnen die Unternehmen mit deutlich besseren Geschäften. «Den amtlichen Daten zu den Auftragseingängen nach zu urteilen, spielt hier der innereuropäische Handel die treibende Rolle», sagt Ifo-Expertin Anita Wölfl. Insbesondere gegenüber China, zunehmend aber auch zu den USA habe die deutsche Autoindustrie Wettbewerbsfähigkeit verloren.

Die Unternehmen im Maschinenbau blicken inzwischen insgesamt zuversichtlicher nach vorn. «Die Anzeichen auf eine konjunkturelle Bodenbildung für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland verdichten sich», bilanziert VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt.

Er weist auf die zunehmenden Bestellungen im vierten Quartal hin. Die Monate Oktober bis Dezember brachten nach Verbandsangaben getragen vom Auslandsgeschäft real drei Prozent mehr Aufträge. Hier waren gegen den Jahrestrend vor allem die Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern überproportional gewachsen.

Produktion soll wieder zulegen

Das sollte 2026 auch auf die zuletzt stark zurückgefahrene Produktion in den Betrieben durchschlagen. «Für 2026 prognostizieren wir daher unverändert ein kleines Plus in der Produktion von real ein Prozent», bekräftigt Gernandt. Zuletzt hatte der Verband für 2025 den Produktionsrückgang auf 5 Prozent geschätzt. Auch in den beiden Jahren zuvor war die Produktion in dem Industriezweig geschrumpft.

Folgerichtig hat sich die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau zuletzt aufgehellt. Laut der VDMA-Konjunkturerhebung bewerteten im Januar knapp 30 Prozent der insgesamt 962 teilnehmenden Unternehmen die aktuelle Lage als gut oder sehr gut. Im Oktober hatten das nur 23 Prozent getan. Schlecht oder sehr schlecht ist die Lage aus der Sicht von 24 Prozent der Unternehmen. Bei der vorhergehenden Befragung hatten das noch 33 Prozent erklärt. Auch die mittelfristigen Aussichten haben sich spürbar verbessert.

Steigende Umsätze erwartet

Für das laufende Jahr rechnen rund 57 Prozent der Unternehmen mit einer nominalen Umsatzsteigerung, also einschließlich der Preiserhöhungen. Knapp 29 Prozent sehen eine Stagnation als realistisch an und weniger als 15 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang.

Die Ergebnisse seien nicht mehr als ein hoffnungsvolles Zeichen, mahnt der VDMA-Chefvolkswirt. Es brauche jetzt politische Rückendeckung, um eine Trendwende hinzulegen. «Wir brauchen Reformen, die die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen in Deutschland und Europa.»

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