Amazon-Aktie bricht zweistellig ein: Amazon-Prognose unter den Erwartungen
Der Technologiegigant Amazon veröffentlichte am Donnerstagabend seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal und übertraf, ähnlich wie andere Branchenriesen, die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz des Unternehmens belief sich auf 213,4 Milliarden Dollar, während Analysten 211,5 Milliarden Dollar erwartet hatten. Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,95 Dollar, hier hatten Analysten 1,86 Dollar prognostiziert.
Trotz der guten Wachstumszahlen stürzte die Amazon-Aktie im nachbörslichen Handel an den US-Börsen um mehr als 13 Prozent ab, da die Prognose für das operative Ergebnis des ersten Quartals unter den Erwartungen liegt. Während das Unternehmen selbst einen Gewinn von 16,5 bis 21,5 Milliarden Dollar erwartet, gingen die Analysten von 22,2 Milliarden Dollar aus.
Amazon plant Investitionen von 200 Milliarden Dollar
Zudem sorgen die geplanten massiven Investitionen für weitere Verunsicherung am Markt. Den größten Schock löste die Ankündigung aus, dass das Unternehmen beabsichtigt, in diesem Jahr mehr als 200 Milliarden Dollar für Investitionen auszugeben. Dies ist deutlich mehr als die im Vorjahr geplanten 125 Milliarden Dollar.
Amazon-Chef Andy Jassy betonte zugleich, der Konzern rechne auf lange Sicht mit einer profitablen Geldanlage. Amazon ist stark im Geschäft mit Rechenleistung und Speicher aus der Computer-Cloud - und profitiert damit auch vom Boom bei Künstlicher Intelligenz. Der Umsatz der Cloud-Sparte AWS wuchs im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.
Der Börsentag endete für den NASDAQ-Wert mit einem Minus von 4,4 Prozent, nachbörslich setzte sich der Kursrückgang weiter fort. Zeitweise rutschte die Amazon-Aktie über 13 Prozent ab auf unter 170 Dollar.
Amazon-Aktie: Ein ähnliches Schicksal wie bei anderen Technologiegiganten
Der Bericht von Amazon folgte auf die Ergebnisse der Google-Muttergesellschaft Alphabet vom Mittwoch, wo das Szenario ähnlich war: Trotz starken Wachstums reagierte die Aktie mit Kursverlusten. Um die Leistungsfähigkeit im Bereich der künstlichen Intelligenz zu verbessern, plant Alphabet, in diesem Jahr bis zu 180 Milliarden Dollar auszugeben. Ähnliche Kostenprognosen haben auch Meta und Microsoft veröffentlicht, doch die Märkte reagierten darauf unterschiedlich. Bei Meta herrscht Enthusiasmus, während bei Microsoft und Amazon der extrem schnelle Kostenanstieg Sorgen bereitet.
Der Amazon-Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um 5 Prozent gefallen, die Microsoft-Aktie hat sogar mehr als 17 Prozent an Wert eingebüßt; die Aktie von Google (Alphabet) konnte hingegen seit Jahresbeginn immer noch um 4,6 Prozent zulegen.

