Finanzen

US-Börsen: Anhaltende Unsicherheit belastet die Börse: Wichtige Aktien schließen im Minus

Die US-Aktienmärkte gerieten erneut unter starken Verkaufsdruck. Die Talfahrt des Technologiesektors setzte sich fort, während sich Investoren zunehmend auch um den abkühlenden Arbeitsmarkt sorgen.
05.02.2026 23:44
Lesezeit: 2 min
US-Börsen: Anhaltende Unsicherheit belastet die Börse: Wichtige Aktien schließen im Minus
Die Entwicklung der US-Börsen beeinflusst Investoren und Märkte weltweit. (Foto: ymgerman/iStock) Foto: ymgerman/iStock

Der S&P 500 fiel um fast 1,2 Prozent und der Nasdaq Composite Index um 1,5 Prozent. Auch der Dow Jones Industrial Average gab um mehr als 1,1 Prozent nach.

Der zweite Rückgang in Folge verdeutlicht, dass der Markt inmitten eines Billionen Dollar schweren Technologie-Crashs treibt. Die Sorge wächst, dass künstliche Intelligenz den etablierten Software-Giganten eher schaden als nutzen könnte – ein Risiko, das bisher von den massiven Investitionen überdeckt wurde.

Die Mehrheit der bekannten Einzelwerte beendete den Tag mit Verlusten

Eine rote Welle erfasste die Aktien zahlreicher wichtiger Unternehmen. Alphabet gab gestern bekannt, in diesem Jahr durchschnittlich 180 Milliarden US-Dollar in die Technologieentwicklung investieren zu wollen. Konzernchef Sundar Pichai begründete die massiven Ausgaben mit der Notwendigkeit, im KI-Wettlauf die Führung zu behaupten.

In der ersten Tageshälfte fielen die Kursverluste noch deutlicher aus, der Handelstag endete schließlich mit einem Minus von 0,54 Prozent.

Kürzlich veröffentlichte auch Microsoft seine Geschäftszahlen. Doch selbst der historische Cloud-Umsatz von 50 Milliarden Dollar konnte die Ängste der Investoren vor den exorbitanten Ausgaben für künstliche Intelligenz nicht dämpfen. In der Folge ist die Aktie des Unternehmens binnen einer Woche um fast 10 Prozent gefallen. Den Donnerstag schloss Microsoft mit einem Minus von 4,95 Prozent ab.

Neben Microsoft wurden in der vergangenen Woche auch die Wirtschaftsdaten von Tesla und Meta mit Spannung erwartet. Auch die Tesla-Aktie drehte heute nach Handelsbeginn ins Minus und konnte sich auf Wochensicht dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen. Das Papier schloss mit einem Verlust von 2,17 Prozent.

Etwas besser erging es hingegen Meta. Wie auch andere Unternehmen übertraf Meta mit seinen Geschäftsergebnissen für das vierte Quartal die Erwartungen der Analysten. Die größte Aufmerksamkeit zog Metas Prognose auf sich, in diesem Jahr 115 bis 135 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren zu investieren. Wenngleich die Aktie vor dem Hintergrund der Wochenstatistik ebenfalls gefallen ist, konnte sich Meta heute inmitten der allgemeinen Talfahrt behaupten und den Tag mit einem Plus von 0,18 Prozent beenden.

Zusätzlich zu den Sorgen im Technologiesektor belasteten schlechte Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt die Stimmung: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen stärker als erwartet, während die Zahl der offenen Stellen auf den tiefsten Stand seit 2020 fiel. Einem aktuellen Bericht zufolge war der diesjährige Januar hinsichtlich der Entlassungsankündigungen der schlechteste seit 2009. Der offizielle monatliche Arbeitsmarktbericht wird am kommenden Mittwoch veröffentlicht.

Gold, Silber und Bitcoin im freien Fall

Die Unsicherheit beschränkte sich nicht nur auf Aktien. Silber brach zum Ende des Handelstages um satte 17 Prozent ein und machte damit die Erholung der letzten zwei Tage zunichte. Der Preisrückgang bei Gold fiel mit rund 3 Prozent moderater aus.

Am Donnerstag geriet auch der Bitcoin massiv unter die Räder und rutschte im Handelsverlauf unter die Marke von 63.000 Dollar. Befeuert wurde der Verkaufsdruck durch die Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent, dass es keinen staatlichen Rettungsplan für Kryptowährungen geben werde. Verschärft wurde die Lage zudem durch die Warnung des Investors Michael Burry vor einer möglichen „Todesspirale“ sowie durch die Entscheidung von Präsident Trump, den Verfechter einer straffen Geldpolitik, Kevin Warsh, zum Chef der Federal Reserve zu ernennen. Dies hat die Hoffnungen des Marktes auf baldige staatliche Unterstützung oder billiges Geld zunichte gemacht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Verpackungsverordnung macht EU-Versand für kleine Händler zum Verlustgeschäft
23.08.2026

Europa verspricht kleinen Unternehmen einen grenzenlosen Binnenmarkt, doch neue Verpackungsregeln bewirken zunehmend das Gegenteil....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Herbert Wertheim macht aus Geduld Milliarden und aus 35 Millionen Euro einen Ferrari
23.08.2026

35 Millionen Euro für einen elektrischen Ferrari wirken selbst unter Milliardären außergewöhnlich. Für Herbert Wertheim folgt der...

DWN
Technologie
Technologie Roboter rücken in den Supermarkt vor: Beginnt der Wandel am Arbeitsmarkt?
23.08.2026

In Dänemark sollen humanoide Roboter nachts Supermarktregale auffüllen. Gesteuert werden sie zunächst von Menschen mit VR-Headset, doch...

DWN
Technologie
Technologie KI-Sicherheitsrisiken außer Kontrolle? Wenn Maschinen selbstständig angreifen
23.08.2026

KI-Systeme finden selbstständig Sicherheitslücken, führen Cyberangriffe aus und können sogar neue Viren entwerfen. Die technologische...

DWN
Finanzen
Finanzen ETF-Risiken: Die gefährliche Macht der großen Indexfonds
23.08.2026

ETF gelten als günstig, bequem und vergleichsweise sicher. Doch je mehr Kapital automatisch in dieselben Aktien fließt, desto stärker...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Handel: Deutschland wird zum größten Warnsignal für Europa
23.08.2026

Chinas Exportoffensive trifft Europas Industrie immer härter, besonders Deutschland gerät unter Druck. Brüssel sucht nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Echt oder Kopie? Billige Labordiamanten erobern den Markt
22.08.2026

Labordiamanten kosten nur einen Bruchteil natürlicher Steine und erobern den wichtigsten Diamantenmarkt der Welt. Für Juweliere,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Bahn: Vandalismusschäden in Höhe von 34 Millionen Euro
22.08.2026

Graffitis an Bahnhofswänden, Kabeldiebstahl, zerkratzte Scheiben in Zügen - die Deutsche Bahn ist ständig mit Vandalismus konfrontiert....