Panorama

DAK-Studie: Über 750.000 Kinder in Autos Passivrauch ausgesetzt

Trotz bekannter Gesundheitsrisiken sind in Deutschland Hunderttausende Kinder und Jugendliche beim Autofahren Tabakrauch ausgesetzt. Eine aktuelle Befragung der DAK zeigt die Dimension des Problems – und ruft Forderungen nach strengeren Schutzmaßnahmen für junge Mitfahrer hervor.
09.02.2026 07:20
Lesezeit: 1 min

Mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche werden nach Zahlen der Krankenkasse DAK in privaten Autos mit Zigarettenrauch belastet. 10,9 Prozent der Schulkinder sind oft oder sehr oft Tabakrauch im Auto ausgesetzt, rund 36 Prozent manchmal, wie aus dem DAK-Präventionsradar hervorgeht. Das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) befragte dazu im Schuljahr 2024/2025 mehr als 26.500 Schülerinnen und Schüler in 14 Bundesländern. Ein weiteres Ergebnis: Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen sozialen Status fahren häufiger in einem privaten Auto mit, in dem geraucht wird, als Minderjährige aus höheren sozialen Schichten.

Rauchverbot in Autos mit Kindern gefordert

Die Daten zeigen nach DAK-Angaben: Schulkinder, die Passivrauch im Auto ausgesetzt sind, konsumieren häufiger selbst Nikotinprodukte. DAK-Vorstandschef Andreas Storm und Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) fordern daher ein Rauchverbot im Auto bei Anwesenheit von Minderjährigen und werben um mehr Aufmerksamkeit im privaten Umfeld zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.

"Tabakrauch kann auch für Menschen, die ihm nur passiv ausgesetzt sind, gravierende negative gesundheitliche Folgen haben. Kinder sind besonders gefährdet", so Storm. "Angesichts der hohen Anzahl an Betroffenen sollten wir in Deutschland ein erweitertes Rauchverbot im Auto umsetzen." In anderen europäischen Länder sei das Rauchen im Auto längst verboten, wenn Minderjährige mitfahren und teilweise auch, wenn Schwangere im Auto sitzen.

Bundesgesetzgeber ist am Zug

Von der Decken wies darauf hin, dass in geschlossenen Fahrzeugen die Passivrauchkonzentration sehr hoch sei. "Es ist daher richtig, ein erweitertes Rauchverbot in Autos einzuführen." Die Gesetzgebungskompetenz dafür liege auf Bundesebene. "Der Bundesrat hat sich wiederholt für eine entsprechende Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes eingesetzt", betonte die Ministerin. Zuletzt habe es im September 2025 einen Antrag dazu gegeben, den Schleswig-Holstein unterstützt habe.

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich nach eigenen Angaben besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.

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