Finanzen

Ölpreis aktuell: Dramatischer Ölpreisanstieg wegen des Iran-Kriegs – drohen 100 Dollar je Barrel?

Der Ölpreis aktuell explodiert nach der Eskalation im Nahen Osten förmlich. Tanker stehen still, Öl-Aktien ziehen an und Autofahrer spüren die Folgen bereits. Steht der nächste massive Ölpreisanstieg erst am Anfang? Wie geht die Ölpreisentwicklung weiter?
02.03.2026 08:18
Lesezeit: 4 min
Ölpreis aktuell: Dramatischer Ölpreisanstieg wegen des Iran-Kriegs – drohen 100 Dollar je Barrel?
Ölpreis aktuell mit kräftigem Anstieg wegen des Iran-Kriegs: Drohen 100 Dollar je Barrel? (Foto: dpa) Foto: Robert Ghement

Ölpreis aktuell: Eskalation im Nahen Osten treibt Ölpreise und Öl-Aktien nach oben

Der Ölpreis kennt nach der militärischen Eskalation im Nahen Osten nur eine Richtung: nach oben. Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei sowie die Gegenangriffe Teherans haben die Lage dramatisch verschärft. Besonders brisant für die Ölpreisentwicklung ist die Situation an der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Engstellen des globalen Energiehandels. Für Anleger, Autofahrer und Flugreisende hat der sprunghafte Ölpreisanstieg bereits spürbare Folgen. Auch Öl-Aktien rücken wieder verstärkt in den Fokus.

Ölpreise steigen wegen Iran-Konflikts deutlich

In der Nacht zum Montag schossen die Notierungen zunächst kräftig in die Höhe. Brent-Öl aus der Nordsee und US-Rohöl legten in den ersten Handelsminuten jeweils um mehr als zehn Prozent zu. Brent erreichte in der Spitze 82,37 US-Dollar je Barrel (159 Liter) – der höchste Stand seit Juli 2024. US-Öl kletterte auf 75,33 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2025.

Zuletzt lag Brent zur Lieferung im April noch über 6 Dollar oder etwa 8,3 Prozent höher bei 78,54 Dollar. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um mehr als 5 Dollar auf 72,08 Dollar - gegenüber dem Schlusskurs von Freitag ein Plus von mehr als 7,5 Prozent. Damit zeigt sich: Der Ölpreis aktuell reagiert extrem sensibel auf geopolitische Risiken. Die dynamische Ölpreisentwicklung dürfte die Märkte weiter beschäftigen.

Straße von Hormus wichtigste Meerenge für Öltransporte

Seit Samstag ist der Öl- und Gastransport durch die Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen. Iran hatte Schiffen die Durchfahrt durch die Wasserstraße verboten. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich diese Meerenge, mehr als 20 Prozent des weltweiten Öls werden dort verschifft. Mindestens 150 Tanker, darunter etliche Schiffe mit Öl und Flüssiggas, sollen vor Anker liegen. Nach staatlichen Angaben aus dem Oman wurde im Bereich der Meeresenge ein Öltanker angegriffen. Analyst Jorge Leon von Rystad Energy warnte: "Dieser Schritt wird die Märkte wahrscheinlich nicht beruhigen. Die Preise werden auf die Entwicklungen am Golf und den Status der Schifffahrtswege reagieren, nicht auf eine relativ kleine Produktionssteigerung."

Selbst bei Umleitungen durch Pipelines würde eine Schließung der Meerenge einen Verlust von acht bis zehn Millionen Barrel Rohöl pro Tag bedeuten. Angesichts einer globalen Ölproduktion von 106,6 Millionen Barrel pro Tag zu Jahresbeginn wird deutlich, welches Risiko für die Ölpreisentwicklung besteht. Ein anhaltender Engpass könnte den Preis für Öl weiter massiv nach oben treiben.

Opec+ erhöht Förderung – reicht das gegen den Ölpreisanstieg?

Die Staaten des Ölverbunds Opec+ beschlossen am Sonntag eine Erhöhung der Tagesproduktion um 206.000 Barrel. Dies entspricht weniger als 0,2 Prozent der weltweiten Nachfrage. Analysten hatten teilweise nur mit 137.000 Barrel gerechnet. Die Kerngruppe des Kartells, angeführt von Saudi-Arabien und Russland, begründete den Schritt mit einem stabilen Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung und niedrigen Ölvorräten. Der jüngste Krieg wurde nicht erwähnt.

Experten bezweifeln jedoch, dass diese Maßnahme den Ölpreisanstieg bremsen kann. Die Opec+ könne zwar Ausfälle aus dem Iran ausgleichen, verfüge aber nicht über ausreichend freie Kapazitäten, um eine komplette Hormus-Blockade zu kompensieren. Für die Ölpreisentwicklung bedeutet das: Der Markt bleibt angespannt, der Ölpreis aktuell dürfte stark von weiteren militärischen Entwicklungen abhängen.

Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer zur Ölpreisentwicklung: Rohölpreis könnte bis 100 Dollar pro Barrel steigen

Analysten der Deutschen Bank verweisen darauf, dass Tempo und Ausmaß der Eskalation von vielen Faktoren abhängen. Höhere Ölpreise könnten sogar "eine Deeskalationsdynamik auslösen". Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, hält bei einer längeren Schließung der Straße von Hormus einen Anstieg von Brent in Richtung 100 Dollar für möglich. "Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken", sagte Krämer.

Bereits jetzt zeigt sich ein deutlicher Ölpreisanstieg: US-Öl kostete am frühen Montagmorgen 77 Dollar – vor Beginn der militärischen Auseinandersetzung lag der Preis noch bei 67 Dollar. Brent notierte zuletzt bei rund 73 Dollar je Fass und kostete am Montagmorgen rund 84 Dollar. Ein Anstieg auf 100 Dollar entspräche rund 37 Prozent mehr als das Jahreshoch von 73 Dollar am Freitag. Der Preis für Öl steht damit im Zentrum der globalen Konjunkturperspektiven.

Ölpreis aktuell deutlich fester: Folgen für Autofahrer und Flugverkehr

Der hohe Ölpreis aktuell dürfte sich rasch an den Tankstellen bemerkbar machen. Am Sonntag kostete ein Liter Super-Benzin im bundesweiten Durchschnitt 1,83 Euro, Diesel 1,73 Euro. Seit Weihnachten sind die Preise um rund 20 Cent je Liter gestiegen. Laut ADAC sind die Spritpreise derzeit so hoch "wie zuletzt 2024". Der ADAC empfiehlt, möglichst am Vorabend zu tanken, da die Preise dann im Durchschnitt 13 Cent niedriger seien.

Auch der internationale Flugverkehr ist massiv gestört. Der Luftraum in Israel, Iran, Irak, Katar, Kuwait, Jordanien, Syrien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist zumindest teilweise geschlossen. Die Lufthansa-Gruppe setzt ihre Flüge von und nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis einschließlich 8. März aus. Flüge nach Dubai und Abu Dhabi entfallen bis einschließlich 4. März. Für Verbraucher zeigt sich damit unmittelbar, wie stark die Ölpreisentwicklung auf Alltag und Mobilität durchschlägt.

Öl-Aktien im Fokus der Anleger

Mit dem kräftigen Ölpreisanstieg rücken auch Öl-Aktien in den Fokus. Brent- und WTI-Öl legten zeitweise um 18 Prozent auf 84 beziehungsweise 77 Dollar zu. Entsprechend gefragt dürften Energie- und Öl-Aktien sein. Als vergleichsweise attraktiv gelten Unternehmen mit geringer Nahost-Exposition, etwa OMV, Repsol und Eni. Für diese Öl-Aktien werden Stoppkurse bei 41,00 Euro (OMV), 13,50 Euro (Repsol) und 14,00 Euro (Eni) genannt.

Für Anleger gilt: Der Ölpreis aktuell bleibt der zentrale Taktgeber. Ob sich der Preis für Öl weiter Richtung 100 Dollar bewegt, hängt maßgeblich von der geopolitischen Lage und der Stabilität der Lieferketten ab. Die kommenden Tage dürften entscheidend für die weitere Ölpreisentwicklung sein.

Ölpreis aktuell: Geopolitischer Risikofaktor

Der Ölpreis aktuell zeigt eindrucksvoll, wie stark geopolitische Spannungen die Energiemärkte bewegen können. Die blockierte Straße von Hormus, die begrenzten Produktionsreserven der Opec+ und die militärische Eskalation haben einen kräftigen Ölpreisanstieg ausgelöst. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, könnte der Preis für Öl tatsächlich in Richtung 100 Dollar steigen – mit spürbaren Folgen für Inflation, Wirtschaftswachstum und Verbraucherpreise. Gleichzeitig profitieren ausgewählte Öl-Aktien von der angespannten Lage. Entscheidend bleibt nun, ob sich die Ölpreisentwicklung durch diplomatische Lösungen beruhigt oder ob neue Störungen die Märkte weiter antreiben.

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