Finanzen

Stellantis-Aktie im freien Fall: Börse reagiert schockiert – Opel-Mutter Stellantis beendet Elektro-Strategie

Die Stellantis-Aktie gerät nach einer drastischen Kehrtwende in den USA massiv unter Druck. Milliardenabschreibungen, gestrichene Dividenden und ein Rekordtief an der Börse sorgen für Nervosität. Doch was steckt wirklich hinter diesem Kurssturz? Ist es die Strategie rund um die Stellantis-Elektroautos?
06.02.2026 17:50
Lesezeit: 2 min
Stellantis-Aktie im freien Fall: Börse reagiert schockiert – Opel-Mutter Stellantis beendet Elektro-Strategie
Die Stellantis-Aktie bricht ein: Abschreibung von 22 Milliarden Euro, Dividende gestrichen und neue Anleihen geplant (Foto: dpa). Foto: Carlos Osorio

Stellantis-Aktie unter Druck: Milliardenabschreibung schockt Anleger

Die Stellantis-Aktie steht nach einer dramatischen Kehrtwende in der US-Elektroauto-Strategie massiv unter Druck. Der Autokonzern Stellantis (ISIN: NL00150001Q9) ist im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gerutscht und hat die Börse mit einer gigantischen Abschreibung erschreckt. Die Stellantis-Zahlen zeigen, wie teuer der Strategiewechsel ausfällt – und was das für die Stellantis-Bilanz bedeutet.

Umkehr bei Stellantis-Elektroautos: Stellantis-Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro

Der Konzern teilte am Freitag in Amsterdam mit, dass das Zurücksetzen der Strategie mit einer Stellantis-Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro einhergeht. Insgesamt werden für die zweite Hälfte des vergangenen Jahres Belastungen von rund 22,2 Milliarden Euro verbucht.

Knapp 15 Milliarden Euro davon gehen auf die Umkehr bei Elektroautos im wichtigen US-Markt zurück. Hintergrund ist, dass US-Präsident Donald Trump die Elektroautoförderung gestrichen und die Abgasrichtlinien geändert hat. Stellantis streicht Modelle und wird mit E-Mobilität künftig wohl weniger Geld verdienen. Die Stellantis-Abschreibung ist damit ein zentraler Faktor, der die aktuellen Stellantis-Zahlen belastet und die Stellantis-Bilanz stark verändert.

Stellantis-Aktie bricht auf Rekordtief ein

Die Börse reagierte heftig: Die Stellantis-Aktie sackte kräftig ab. Zu Handelsbeginn an der US-Börse NYSE in New York verlor das Papier deutlich mehr als 20 Prozent und fiel zeitweise auf ein Rekordtief bei weniger als 7,05 Dollar. Um die Mittagszeit verlor die Stellantis-Aktie bereits an der Börse in Paris ein Viertel ihres Wertes. Schon am Vortag hatte der Kurs fast sechs Prozent eingebüßt.

Auch der gesamte europäische Autosektor wurde belastet. Die VW-Aktie verlor über 2 Prozent, die BMW-Aktie 1,5 Prozent und die Porsche-Aktien sogar über 3 Prozent. Ein Aktienhändler sprach von „dem zweiten Schock im Sektor“.

Strategiewechsel in kritischer Phase: Verlust von 19 bis 21 Milliarden Euro – Dividende gestrichen

Die vorläufigen Stellantis-Zahlen zeigen einen Nettoverlust im zweiten Halbjahr von voraussichtlich 19 bis 21 Milliarden Euro. Auch das bereinigte operative Ergebnis lag mit bis zu 1,5 Milliarden Euro in den Miesen. Im Industriegeschäft flossen bis zu 1,6 Milliarden Euro aus den eigenen Kassen ab. Für Aktionäre bedeutet das: Eine Dividende wird für 2025 nicht gezahlt. Die Stellantis-Aktie bleibt damit auch aus Renditesicht belastet. Zudem will sich das Unternehmen frisches Geld in Höhe von bis zu fünf Milliarden Euro über die Ausgabe neuer Anleihen besorgen, um die Stellantis-Bilanz zu stärken.

Die Neuordnung kommt nicht völlig überraschend. Ford und General Motors hatten ebenfalls Milliarden wegen des geänderten Elektroautokurses abgeschrieben. Doch Stellantis trifft es in einer kritischen Phase: Schwache Verkäufe und sinkende Preise in den USA hatten den Konzern bereits belastet, Ex-Chef Carlos Tavares verlor seinen Job. Der neue Chef Antonio Filosa sieht erste Anzeichen der Besserung: Im zweiten Halbjahr 2025 seien die Verkäufe im Jahresvergleich um 11 Prozent auf 2,8 Millionen Fahrzeuge gestiegen.

Stellantis-Aktie: Investoren warten auf neue Strategie

Die vollständigen Jahreszahlen 2025 legt Stellantis am 26. Februar vor. Am 21. Mai will Filosa seine runderneuerte Strategie präsentieren. Für Anleger bleibt entscheidend, wie schnell sich die Stellantis-Bilanz nach der massiven Stellantis-Abschreibung stabilisieren kann – und ob die Stellantis-Aktie wieder Vertrauen gewinnt.

Die Stellantis-Aktie erlebt einen der schwersten Rückschläge ihrer jüngeren Geschichte. Die enorme Stellantis-Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro zeigt, wie teuer die Kehrtwende bei Elektroautos ausfällt. Gleichzeitig belasten die tiefroten Stellantis-Zahlen und der Dividenden-Stopp das Vertrauen der Anleger. Zwar sieht CEO Antonio Filosa erste Verbesserungen bei Verkäufen und Qualität, doch die Unsicherheit bleibt hoch. Entscheidend wird sein, ob die neue Strategie die Stellantis-Bilanz stabilisieren kann. Für Investoren bleibt die Stellantis-Aktie vorerst eine Wette mit Risiken.

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