Finanzen

AMS Osram-Aktie gefragt: Stellenabbau nach besseren Zahlen bei AMS Osram

AMS Osram überrascht mit besseren Geschäftszahlen, doch gleichzeitig kündigt der Konzern einen massiven Stellenabbau an. Anleger reagieren zunächst positiv, der Kurs zieht an. Doch welche Folgen hat dieser Schritt für den Standort Deutschland und die Zukunft des Unternehmens?
10.02.2026 10:32
Aktualisiert: 10.02.2026 10:32
Lesezeit: 2 min
AMS Osram-Aktie gefragt: Stellenabbau nach besseren Zahlen bei AMS Osram
AMS Osram-Aktie im Aufwind: Stellenabbau und Zahlen kommen bei Investoren gut an (Foto: dpa). Foto: Matthias Balk

Jobabbau nach besseren Zahlen bei AMS Osram – AMS Osram-Aktie gefragt

Der deutsch-österreichische Lichtkonzern AMS Osram (ISIN: AT0000A18XM4) plant weltweit einen Stellenabbau. Mehrere hundert Arbeitsplätze sollen an Standorten in Deutschland wegfallen, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt betrifft der AMS Osram-Stellenabbau rund 2.000 Stellen, etwa 1.000 in Europa und 1.000 in Asien – ein Teil dieser Maßnahmen war allerdings bereits bekannt. Gleichzeitig präsentierte AMS Osram am Morgen Zahlen, die einen deutlichen Aufwärtstrend zeigen: Der Verlust geht zurück. An der Börse wurde dies positiv aufgenommen: Die in der Schweiz notierte AMS Osram-Aktie gewann im frühen Handel 6,6 Prozent.

Der Schwerpunkt des AMS Osram-Stellenabbaus in Europa liegt auf Deutschland. Im Halbleitergeschäft in Regensburg soll eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Jobs gestrichen werden, wie AMS-Osram-Chef Aldo Kamper erklärte. Es gehe vor allem um etablierte Produkte, die auch von asiatischen Wettbewerbern angeboten würden. Die Fertigung wird daher aus Kostengründen nach Asien verlagert. Dadurch entsteht in Regensburg jedoch Raum für hochautomatisierte Produktionslinien, was langfristig den AMS Osram-Aktienkurs beeinflussen könnte.

Lampengeschäft bei AMS Osram schrumpft

Auch im Lampengeschäft werden weitere Stellen gestrichen. Betroffen sind vor allem die Standorte Herbrechtingen in Baden-Württemberg und Schwabmünchen bei Augsburg. Die Schließung in Schwabmünchen ist bereits seit einiger Zeit bekannt, AMS Osram berücksichtigt sie nun jedoch in den aktuellen Zahlen. Die IG Metall hatte den Abbau dort zuletzt mit 270 Jobs angegeben. Das Geschäft mit klassischen Halogenlampen für Autos schrumpft langsam, da die Produkte schrittweise durch LEDs ersetzt werden. Kamper betonte jedoch, dass dieser Bereich noch viele Jahre fortbestehen werde. Für Anleger bleibt die Entwicklung der AMS Osram-Aktie und der AMS Osram-Aktienkurs dabei im Fokus.

Rund 1.000 Jobs sollen zudem an den asiatischen Standorten wegfallen. AMS Osram beschäftigt weltweit derzeit gut 19.000 Mitarbeiter, davon 7.500 in Europa und 10.700 in Asien. Den AMS Osram-Stellenabbau bezeichnete Kamper als wichtigen, aber schmerzhaften Schritt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Auswirkungen auf den AMS Osram-Aktienkurs werden am Markt aufmerksam verfolgt.

AMS Osram-Aktie: Hoffnungsschimmer trotz Einschnitten

Finanziell verbessert sich die Lage von AMS Osram, wie die vorgelegten Geschäftszahlen zeigen. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen nach Steuern 129 Millionen Euro Verlust – das entspricht nur noch einem Sechstel des Vorjahreswertes. Vor allem operativ lief es deutlich besser. Der Konzern leidet jedoch weiterhin unter hohen Schulden. Für einen Teil davon konnte AMS Osram vor wenigen Tagen durch den Verkauf eines Geschäftsteils an Infineon eine Lösung finden. Auch deshalb bleibt die AMS Osram-Aktie für Investoren interessant.

AMS Osram zeigt mit sinkenden Verlusten einen klaren finanziellen Aufwärtstrend, doch der angekündigte Stellenabbau verdeutlicht den anhaltenden Druck im Wettbewerb. Besonders Deutschland steht im Fokus der Einsparungen, während Produktionskapazitäten zunehmend nach Asien verlagert werden. Gleichzeitig schrumpft das traditionelle Lampengeschäft weiter, was den Umbau des Konzerns beschleunigt. Anleger honorieren kurzfristig die positiven Zahlen, weshalb die AMS Osram-Aktie zulegt. Langfristig bleibt jedoch entscheidend, ob die Restrukturierung die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken kann.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Europäische Banken und Stromnetze sind interessant, zehn Prozent des Portfolios in Gold
20.09.2026

Der Glaube an künftige Gewinne besiegt offenbar noch die Angst vor teurerem Geld.

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: AfD in Hochrechnungen knapp vor SPD
20.09.2026

Zwei Landtagswahlen, ein bitterer Abend für die CDU: In Mecklenburg-Vorpommern droht der historische Verlust des Parlamentseinzugs, in...

DWN
Finanzen
Finanzen Investmentchancen: Korea, Luxus, Wasser – wo jetzt Rendite lockt
20.09.2026

Die Börsen stehen nahe ihren Rekorden, doch einige Anleger suchen ihre Chancen ausgerechnet dort, wo es zuletzt besonders wehgetan hat....

DWN
Panorama
Panorama KI-Kunst: Kreative Revolution oder seelenlose Kopie?
20.09.2026

Zurzeit gibt es viel Kritik an KI-generierter Kunst. Die Argumente klingen vertraut: „seelenlos“, „bloße Reproduktion des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten im Alter: Was Senioren wirklich im Job hält
20.09.2026

Ältere Beschäftigte werden auf dem Arbeitsmarkt plötzlich dringend gebraucht. Doch wer Senioren länger im Job halten will, kommt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arktis-Korridor: Wird Russlands Nordroute zur Gefahr für europäische Häfen?
20.09.2026

Der Chef von Rosatom sagt: Russland müsste etwa 100 Milliarden Euro investieren, wenn es die Arktisroute in einen echten Logistikkorridor...

DWN
Politik
Politik Merz unter Druck: Öffnet sich für Söder das Kanzleramt?
20.09.2026

Markus Söder hat Kanzlerambitionen mehrfach ausgeschlossen. Doch nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt und wachsendem Druck auf Friedrich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg in der Autoindustrie: Warum Rabatte die Zukunft gefährden
20.09.2026

Europas Autobauer liefern sich einen Preiskampf ausgerechnet in einer Phase, in der sie Milliarden für ihre technologische Zukunft...