Finanzen

US-Börsen: KI-Angst weitet sich auf weitere Sektoren aus, Aktienkurse stürzen ab

Die US-Börsen schlossen am Donnerstag im Minus. Galt die Sorge bislang vor allem dem Energiehunger der Künstlichen Intelligenz und einer Überbewertung der Technologiegiganten, so hat die Angst nun auch auf den Logistik- und Immobiliensektor übergegriffen.
12.02.2026 23:12
Lesezeit: 2 min
US-Börsen: KI-Angst weitet sich auf weitere Sektoren aus, Aktienkurse stürzen ab
An den US-Börsen spiegeln sich wirtschaftliche Erwartungen und geopolitische Trends. (Foto: stockinasia/iStock) Foto: stockinasia/iStock

US-Börsen: Die „zerstörerische Kraft“ der KI trifft neue Sektoren

Der Dow Jones Industrial Average sank bis Handelsschluss um über 650 Punkte bzw. 1,3 Prozent, der S&P 500 gab um 1,6 Prozent nach und der technologielastige Nasdaq Composite stürzte um mehr als 2 Prozent ab.

Während der Fokus beim Thema KI bislang auf den Entwicklern lag, suchen Investoren nun nach Anzeichen in anderen Bereichen, in denen Künstliche Intelligenz eine Rolle spielen könnte. Dies führte zu einem drastischen Einbruch im Logistik- und Immobiliensektor. Die Aktien der Transportunternehmen RXO und C.H. Robinson Worldwide brachen um 20 bzw. 16 Prozent ein, da neu auf den Markt gekommene KI-Tools Ängste vor dem Wegfall bestehender Logistikmodelle und Vermittlungsgebühren schürten.

Ein ähnlicher Druck lastete auf US-Immobiliengiganten wie der CBRE Group und Jones Lang LaSalle Incorporated (JLL). Die Aktie von CBRE fiel um 8,84 Prozent, die von JLL um 7,57 Prozent. Investoren befürchten, dass KI-Lösungen die Verwaltung von Gewerbeimmobilien verändern und den Bedarf an traditionellen Vermittlern verringern werden.

Politischer Druck lastet auf Technologieunternehmen

Die Giganten der Tech-Welt – Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta – planen, in diesem Jahr über 650 Milliarden Dollar in die KI-Entwicklung zu investieren. Diese gewaltige Summe bereitet den Investoren Sorge, ob sich die Investitionen schnell genug rentieren werden. Die Zweifel hielten bis zum Handelsende an und verwehrten wichtigen Unternehmen Kursgewinne. Die Aktie des US-Netzwerkausrüsters Cisco Systems stürzte am Donnerstag um über 12 Prozent ab. Nvidia beendete den Tag mit einem Minus von 1,64 Prozent. Die Aktien von Meta und Amazon fielen um 2,82 Prozent bzw. 2,20 Prozent, die von Microsoft um 0,63 Prozent.

Einen besonders harten Schlag musste Apple hinnehmen: Die Aktie fiel um mehr als 5 Prozent, da das Unternehmen neben der allgemeinen Marktstimmung auch unter Verzögerungen bei neuen Technologien leidet. Zur Unsicherheit trägt auch der politische Druck bei. US-Gesetzgeber planen Gesetzesentwürfe, um den enormen Strom- und Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren zu begrenzen. New York ist bereits der sechste Bundesstaat, in dem ein vollständiger Baustopp für Rechenzentren angestrebt wird. Didi Caldwell, Beraterin für Standortwahl, erklärte gegenüber Yahoo Finance, dass die derzeitigen Vorschriften für die Planung von Stromnetzen nicht auf solch plötzliche und hohe Belastungen ausgelegt seien. Der Gesetzgeber müsse die Regeln daher zügig anpassen, um die Situation zu bewältigen. Andernfalls könnten die Preise auch für den Durchschnittsbürger drastisch steigen.

Die KI-Entwickler haben jedoch selbst zugesagt, die Belastung zu verringern. So kündigte Microsoft kürzlich an, ausreichend hohe Tarife zu zahlen, um die gesamten Energiekosten der Rechenzentren zu decken und mehr zur Wiederherstellung der Wasserressourcen beizutragen, als das Unternehmen selbst verbraucht.

Auch Goldpreis und Bitcoin-Kurs von Verlusten betroffen

Die allgemeine Unsicherheit und der starke Dollar übten auch in anderen Bereichen Druck aus. Der Goldpreis fiel im Laufe des Handelstages um 3 Prozent. Gleichzeitig verlor auch der Kryptomarkt an Wert – der Bitcoin-Kurs fiel auf die Marke von 65.000 Dollar zurück, was den Wunsch der Anleger widerspiegelt, Risiken zu reduzieren, bevor wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden.

Die Investoren warten nun gespannt auf den Freitag, an dem die neuen US-Inflationsdaten veröffentlicht werden. Von den Ergebnissen hängt ab, ob die Federal Reserve die Zinssätze in naher Zukunft senken könnte. Angesichts der jüngst veröffentlichten starken Arbeitsmarktdaten ist die Erwartung von Zinssenkungen jedoch deutlich unsicherer geworden.

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