Politik

Laschet zur Atomdebatte: Europäischer Nuklearschirm hat keine Priorität

Braucht Europa einen eigenen nuklearen Schutzschirm? Nach Angaben des Kanzlers sprechen Deutschland und Frankreich zumindest darüber. CDU-Außenpolitiker Armin Laschet bremst jedoch die Erwartungen: Eine deutsche Beteiligung an Atomwaffen stehe weder in den kommenden Wochen noch Monaten zur Entscheidung an – wichtiger seien jetzt höhere Verteidigungsausgaben und wirtschaftliche Stärke.
16.02.2026 10:02
Aktualisiert: 16.02.2026 10:02
Lesezeit: 1 min
Laschet zur Atomdebatte: Europäischer Nuklearschirm hat keine Priorität
CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hält einen europäischen Nuklearschirm für nicht prioritär. Verhandlungen mit Frankreich laufen, doch Entscheidungsfragen bleiben ungeklärt (Foto: dpa). Foto: Hannes P. Albert

Merz führt Gespräche mit Macron

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Freitag auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesagt, dass er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron erste Gespräche über europäische nukleare Abschreckung aufgenommen habe. Macron hatte den Europäern bereits im Jahr 2020 eine stärkere Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung auf Basis der französischen Atomwaffen angeboten. Die damalige Kanzlerin Angela (CDU) Merkel und ihr Nachfolger Olaf Scholz (SPD) hatten das skeptisch gesehen.

Laschet erklärte, das Thema sei kompliziert. „Die Frage ist, wer am Ende die Entscheidungen fällt. Und da hat Macron immer logischerweise aus der französischen Innenpolitik heraus die Vorstellung, nur der französische Präsident und niemand anders“, sagte der CDU-Politiker. „Er wird nicht dem deutschen Bundeskanzler eine Mitentscheidung geben bei dieser atomaren Bewaffnung.“ Laschet meinte auch, je intensiver der Bundeskanzler jetzt über das Thema diskutieren würde, desto mehr wirke es auf die USA, dass Deutschland von sich aus auf den amerikanischen Schutzschirm verzichte.

Auch der Außenminister ist skeptisch

Auch Außenminister Johann Wadephul hatte sich zurückhaltend geäußert. „Es gibt, ehrlich gesagt, genug Atomwaffen auf der Welt, und wir müssen sehr darüber nachdenken, ob wir immer nur noch neue zusätzlich brauchen“, sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Zudem verfügten bereits Frankreich und Großbritannien als europäische Nato-Partner über eine nukleare Bewaffnung. Außerdem gebe es den amerikanischen Schutzschirm, den niemand in Washington infrage stelle.

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