Finanzen

US-Börsen: Wall Street schiebt Unsicherheit beiseite und legt zu

Die US-Aktienmärkte schlossen den Tag im Plus. Der S&P 500 stieg um 0,56 %, der Nasdaq Composite um 0,78 % und der Dow Jones Industrial Average um 0,26 %.
18.02.2026 23:21
Lesezeit: 2 min
US-Börsen: Wall Street schiebt Unsicherheit beiseite und legt zu
An den US-Börsen spiegeln sich wirtschaftliche Erwartungen und geopolitische Trends. (Foto: stockinasia/iStock) Foto: stockinasia/iStock

Sektoral betrachtet waren Energieaktien am stärksten. Angeführt wurde der Anstieg auch von den Unternehmen der sogenannten „Magnificent Seven“, insbesondere Amazon und Nvidia. Die Nvidia-Aktie verteuerte sich um 1,63 Prozent, nachdem der Chiphersteller und Meta die Ausweitung ihrer mehrjährigen Zusammenarbeit bekannt gegeben hatten.

Die Ölpreise stiegen vor dem Hintergrund gescheiterter Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine sowie der Unklarheit über die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die Futures für Brent-Rohöl und die US-Sorte West Texas Intermediate verteuerten sich um mehr als 4,5 Prozent. Am Rohstoffmarkt zog auch der Goldpreis an und legte um 2 Prozent zu.

Die Moderna-Aktie sprang um 6,08 Prozent nach oben, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA den Antrag des Unternehmens für einen modifizierten Grippeimpfstoff zur Prüfung angenommen hatte. Noch eine Woche zuvor hatte sich die Behörde geweigert, den ursprünglichen Antrag zu erörtern.

Der Roundhill Sports Betting & iGaming ETF verzeichnete seinen besten Börsentag seit April letzten Jahres und legte um 2,9 Prozent zu. Den größten Beitrag leisteten Wettanbieter, darunter Caesars (+13,03 Prozent), Rush Street Interactive (+7,32 Prozent), MGM Resorts (+8,52 Prozent) und DraftKings (+2,74 Prozent). Haupttreiber dieser Bewegung waren die Ergebnisse des vierten Quartals von Caesars.

Technologieaktien erholten sich nach einer turbulenten Phase, in der Softwareunternehmen besonders stark getroffen wurden. Gleichzeitig wägen Investoren weiterhin die langfristigen Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Geschäftsmodelle und den Wettbewerb ab, sowie die Frage, ob sich die großen Investitionen in KI letztendlich auszahlen werden.

Aus dem Protokoll der Januar-Sitzung der Federal Reserve ging hervor, dass einige Geldpolitiker es vorziehen, die Zinssätze auf dem aktuellen Niveau zu belassen, während andere Raum für Zinssenkungen sehen, falls sich die Inflation weiter abschwächt.

Im Protokoll wurde vermerkt, dass nach Einschätzung mehrerer Teilnehmer weitere Senkungen des Zielkorridors für die Federal Funds Rate angemessen wären, wenn die Inflation erwartungsgemäß zurückgeht. Die Märkte rechnen derzeit mit mindestens zwei Zinssenkungen in diesem Jahr, und das Protokoll änderte kaum etwas an der Erwartung, dass die erste Senkung im Juni erfolgen könnte.

Biotech-Unternehmen springt um mehr als 40 Prozent nach oben

Zum größten Gewinner des Börsentages avancierte ImmunityBio; die Aktie verteuerte sich um 41,86 Prozent. Das Biotechnologieunternehmen gab am Mittwoch bekannt, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur die Kombination aus dem Medikament Anktiva und dem Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff zur Behandlung von nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs in allen 30 von der Behörde vertretenen Ländern zugelassen hat.

Die Aktie von Hycroft Mining, ansässig in Winnemucca, Nevada, stieg um 21,07 Prozent nach der Veröffentlichung eines neuen Berichts. Daraus ging hervor, dass das Unternehmen über wesentlich größere Gold- und Silberreserven verfügt als bisher geschätzt. Die neuen Daten basieren auf einer unabhängigen Bewertung.

Deutliche Kursgewinne verzeichneten auch der Produzent kritischer Mineralien Evolution Metals & Technologies (+27,63 Prozent), der Anbieter von E-Commerce-Lösungen Global-E Online (+17,21 Prozent) sowie das Telekommunikationsunternehmen Liberty Global (+16,76 Prozent).

Halbleiterhersteller verliert ein Fünftel

Größter Verlierer des Börsentages war der Halbleiterhersteller Axcelis Technologies, dessen Aktie trotz über den Erwartungen liegender Ergebnisse für das vierte Quartal um 18,74 Prozent nachgab. Das Management prognostizierte jedoch, dass der Gesamtumsatz im Jahr 2026 im Vergleich zu 2025 in etwa auf dem gleichen Niveau bleiben werde, da die Stärke im Speichersegment die schwächere Nachfrage in der Leistungselektronik ausgleiche.

Die Aktie des Kokoswasserherstellers The Vita Coco Company fiel nach Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal um 9,7 Prozent. Der Gewinn des Unternehmens lag bei 0,09 Dollar pro Aktie und damit deutlich unter den Erwartungen der Analysten von 0,13 Dollar. Obwohl der Umsatz 127,8 Millionen Dollar erreichte und damit die Prognosen übertraf, blieb er im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Spürbare Verluste verbuchten auch das Energieunternehmen HF Sinclair (–10,86 Prozent), der Rechenzentrumsdienstleister VNET (–9,38 Prozent) und das Finanzdienstleistungsunternehmen Mercury General (–9,2 Prozent).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Konflikt im Persischen Golf: Trump ruft zur Nutzung der Straße von Hormus auf
12.03.2026

US-Präsident Donald Trump sieht die USA im Konflikt mit dem Iran militärisch im Vorteil und fordert Ölfirmen auf, die Straße von Hormus...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie in der Krise: Warum 2026 wieder besser werden könnte
12.03.2026

Die Gewinne brechen ein, die Unsicherheit wächst – doch die deutsche Autoindustrie setzt auf eine Wende. Warum Experten ausgerechnet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zalando: Schließung in Erfurt überschattet starkes Wachstum
12.03.2026

Zalando meldet starkes Wachstum, steigende Umsätze und Fortschritte bei KI. Doch die Schließung des großen Logistikstandorts in Erfurt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo: Ölreserven halten nur drei Monate
12.03.2026

Die strategischen Ölreserven der Welt könnten schneller aufgebraucht sein als gedacht. Ifo-Chef Clemens Fuest warnt vor Knappheit,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fünf Warnsignale für Unternehmen: Woran lässt sich schwaches Management erkennen?
12.03.2026

Viele Unternehmen wirken nach außen stabil, obwohl sich intern bereits Schwächen in Strategie, Entscheidungsprozessen und Organisation...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Logistikverbände schlagen Alarm: Hohe Spritpreise sind nicht zu verkraften - staatliche Entlastung ist notwendig
12.03.2026

Deutsche Logistikverbände ⁠schlagen wegen der kriegsbedingt gestiegenen Kraftstoffpreise Alarm. In einem Appell fordern sie von der...

DWN
Panorama
Panorama Künstliche Intelligenz in der Medizin: Wie zuverlässig sind KI-Diagnosen wirklich?
12.03.2026

Künstliche Intelligenz gewinnt auch im Gesundheitsbereich zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen wenden sich bei Beschwerden...

DWN
Finanzen
Finanzen DroneShield-Aktie: Expansion, Rekordzahlen und Nachfrage stehen im Fokus beim Drohnenabwehrspezialisten
12.03.2026

Der DroneShield-Aktienkurs nähert sich wieder einer wichtigen Marke. Gleichzeitig baut der Drohnenabwehrspezialist seine Produktion massiv...