Alaska: Russische Bomber lösen Abfangeinsatz mit F-16 und F-35 aus
Vor der Küste von Alaska ist es erneut zu einem militärischen Zwischenfall gekommen. Russische Bomber und Kampfjets drangen in die Luftverteidigungs-Identifikationszone (ADIZ) vor dem US-Bundesstaat Alaska ein. Das nordamerikanische Luftverteidigungskommando Norad reagierte mit einem Abfangeinsatz und ließ mehrere Maschinen aufsteigen.
Konkret flogen zwei russische Langstreckenbomber vom Typ TU-95, zwei Kampfjets vom Typ SU-35 sowie ein Luftraumaufklärungsflugzeug des Modells A-50 in die ADIZ von Alaska. Nach Angaben von Norad wurden die russischen Maschinen von eingesetzten Kampfjets bis zum Verlassen der Luftverteidigungszone eskortiert. Dabei handelte es sich um je zwei F-16 und F-35, vier Tankflugzeuge vom Typ KC-135 sowie ein Awacs-Flugzeug E-3 zur Luftraumaufklärung. Insgesamt stiegen damit neun Flugzeuge auf. Unklar blieb, ob ausschließlich US-Maschinen beteiligt waren oder auch kanadische.
Wichtig: Die russischen Bomber blieben während des gesamten Vorfalls im internationalen Luftraum. Weder der amerikanische noch der kanadische souveräne Luftraum wurden verletzt. Dennoch löste das Eindringen in die Pufferzone vor Alaska den Abfangeinsatz aus.
Norads Frühwarnnetz: Satelliten, Radar und Kampfjets im Einsatz über Alaska
Die Luftverteidigungszone beginnt dort, wo der souveräne Luftraum eines Staates endet. Sie ist nicht Teil des Hoheitsgebiets, sondern umfasst einen festgelegten Bereich im internationalen Luftraum. Dort müssen sich alle Flugzeuge identifizieren und ihre Koordinaten bekannt geben. Ziel ist es laut Norad, potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall schnell reagieren zu können. Zur Überwachung nutzt Norad ein gestaffeltes Verteidigungsnetz aus Satelliten, boden- und luftgestützten Radarsystemen sowie Kampfjets.
Norad betonte, dass es regelmäßig zu solchen Zwischenfällen mit russischen Flugzeugen nahe Alaska komme. Diese würden nicht als Bedrohung aufgefasst. Nach Einschätzung von Militärexperten dienen solche Vorstöße häufig dazu, die Reaktionsfähigkeit und Verteidigungsbereitschaft der betroffenen Staaten zu testen. Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein. Dem US-Nachrichtensender CBS News zufolge gab es im vergangenen September bereits einen vergleichbaren Einsatz vor Alaska mit russischen Militärflugzeugen. Im August zuvor sei zudem viermal innerhalb einer Woche ein russisches Aufklärungsflugzeug aus der Zeit des Kalten Krieges abgefangen worden.
Warum Alaska militärisch so entscheidend bleibt
Auch außerhalb von Alaska sind russische Bomber regelmäßig aktiv. Russische Langstreckenbomber wie die Tu-95 oder Tu-160 sowie Seefernaufklärer vom Typ Tu-142 operieren häufig in internationalen Lufträumen nahe Nordeuropa – etwa in der Norwegischen See, über der Barentssee, nahe Großbritannien oder im Ostseeraum. In diesen Fällen starten Nato-Luftstreitkräfte regelmäßig Quick-Reaction-Alert-Kampfjets, um die Maschinen zu identifizieren und zu begleiten. Für Alaska bedeutet der aktuelle Abfangeinsatz vor allem eines: erhöhte Aufmerksamkeit im strategisch sensiblen Luftraum zwischen Nordamerika und Russland.
Alaska bleibt strategischer Brennpunkt
Der erneute Abfangeinsatz vor Alaska zeigt, wie sensibel der Luftraum zwischen Nordamerika und Russland bleibt. Auch wenn Norad die Aktivitäten nicht als unmittelbare Bedrohung einstuft, verdeutlichen die regelmäßigen Einsätze russischer Bomber die strategische Bedeutung der Region. Die Luftverteidigungs-Identifikationszone fungiert dabei als Frühwarnsystem, das schnelle Reaktionen ermöglicht. Für die USA und Kanada ist Alaska ein militärischer Schlüsselraum, in dem Präsenz und Reaktionsfähigkeit entscheidend sind. Solche Vorfälle sind Teil geopolitischer Routine – zugleich aber ein sichtbares Zeichen wachsender Spannungen im internationalen Luftraum.

